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	<title>Trotzendorff &#187; Konzert</title>
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		<title>&#187;Wenn man immer perfekt ist, dann ist man tot&#171;</title>
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		<pubDate>Tue, 10 Mar 2009 10:53:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Trotzendorff</dc:creator>
				<category><![CDATA[Interviews]]></category>
		<category><![CDATA[CD]]></category>
		<category><![CDATA[Interview]]></category>
		<category><![CDATA[Konzert]]></category>
		<category><![CDATA[Musik]]></category>
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		<description><![CDATA[Schon vor mehr als zehn Jahren, in der Schule, wussten wir: Aus dem Roland, da wird mal was. Was ganz Großes, mit Karriere und Fans und allem drum und dran. Denn Roland konnte singen. Heute hat er eine <a href="http://www.voltaire-musik.de/" title="Link zu Voltaire">Band</a>, die so heißt wie er (Voltaire), einen Plattenvertrag und noch im März erscheint das zweite Album <a href="http://www.amazon.de/Das-Letzte-Bisschen-Etikette-Voltaire/dp/B001LTPSFG/ref=sr_1_2?ie=UTF8&#038;s=music&#038;qid=1236204078&#038;sr=8-2" title="Link zu Amazon">"Das Letzte Bisschen Etikette"</a>. Dann gehen Voltaire auf Tour. Unser erstes Gespräch seit der Schulzeit. Ein Interview. <a href="http://www.trotzendorff.de/2009/03/10/wenn-man-immer-perfekt-ist-dann-ist-man-tot/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class="wp-caption alignleft"><img class="rounded-corners" src="/wp-content/uploads/2009/03/voltaire_small.jpg" alt="Voltaire" title="Voltaire" width="300" height="275" />
<p class="wp-caption-text">Foto: &copy; Katja Velmans&nbsp;/&nbsp;Voltaire/<a title="Roland Meyer de Voltaire, Sänger und Texter der Band &raquo;Voltaire&laquo;, Foto: &copy; Katja Velmans&nbsp;/&nbsp;Voltaire" href="/wp-content/uploads/2009/03/voltaire.jpg" rel="shadowbox[sbpost-2509];player=img;">Lightbox</a></p>
</div>
<p>Schon vor mehr als zehn Jahren, in der Schule, wussten wir: Aus dem Roland, da wird mal was. Was ganz Gro&szlig;es, mit Karriere und Fans und allem Schnickschnack, der dazugeh&ouml;rt. Denn Roland konnte singen. Und heute? Heute hat er eine <a href="http://www.voltaire-musik.de/" title="Link zu Voltaire">Band</a>, die so hei&szlig;t wie er (Voltaire), ein eigenes Plattenlabel und noch im M&auml;rz erscheint in Kooperation mit PIAS (&#171;Play It Again Sam&#171;) das zweite Album <a href="http://www.amazon.de/Das-Letzte-Bisschen-Etikette-Voltaire/dp/B001LTPSFG/ref=sr_1_2?ie=UTF8&#038;s=music&#038;qid=1236204078&#038;sr=8-2" title="Link zu Amazon">&#187;Das Letzte Bisschen Etikette&#171;</a>. Dann gehen Voltaire auf Tour. Unser erstes Gespr&auml;ch seit der Schulzeit. Ein Interview.<span id="more-2509"></span></p>
<p>Trotzendorff: Heute morgen hast Du laut Twitter noch nach Inspiration gerungen. Inzwischen gefunden?</p>
<p><i>Roland Meyer de Voltaire: Geht. Ich war in den letzten Tagen ein bisschen krank und es bleibt einem nicht so wahnsinnig viel Inspiration, wenn man sich den ganzen Tag nur ein paar Filme reinziehen kann und sich hier und da mal um ein paar Sachen k&uuml;mmert. Es bleibt ja doch viel administrativer Kram an einem kleben, wenn man eine Band hat.</i></p>
<p>Es gab da mal diesen ber&uuml;hmten Fragebogen aus dem FAZ-Magazin. Mit zwei Fragen daraus wollte ich eigentlich anfangen.</p>
<p><i>Alles klar.</i></p>
<p>Deine gegenw&auml;rtige Geistesverfassung?</p>
<p><i>Ein bisschen freudig angespannt. Ein Release ist immer wie eine Klausur, f&uuml;r die du ein paar Jahre gelernt hast. Du hast diese Multiple-Choice-Fragen: Welche Single nehmen wir, welches Aush&auml;ngeschild? Du wei&szlig;t aber am Ende gar nicht, ob du &uuml;berhaupt die richtigen Antworten parat hast. Und dann ist da noch die &Ouml;ffentlichkeit, die pl&ouml;tzlich kommt. Man hat Ewigkeiten alleine an dem Kram gebastelt und jetzt guckt da jeder dr&uuml;ber und schreibt irgendwas dazu.</i></p>
<p>Welche nat&uuml;rliche Gabe m&ouml;chtest Du besitzen?</p>
<p><i>Eine schnelle Auffassungsgabe f&auml;nde ich toll, dass ich mir ganz schnell einfach alles m&ouml;gliche merken kann.</i></p>
<p>Tats&auml;chlich haben wir schon in der Schule immer gedacht: &#187;Aus dem Roland, da wird mal was.&#171; Hast Du damals selbst daran geglaubt?</p>
<p><i>Ich wusste ja schon relativ fr&uuml;h, dass da irgendwas ist, was ich kann. Wie weit mich das bringt, konnte ich nicht einsch&auml;tzen. Ich war immer skeptisch und auch immer eher Pessimist. Aber ich kann gar nicht so viel Pessimist gewesen sein, sonst h&auml;tte ich das nicht durchgezogen. Aber ich habe mit mir gerungen, so wie ich es auch heute immer noch tue. Es ist so gekommen, wie es ist, und ich hoffe, es geht so weiter.</i></p>
<p>Kannst Du Dich noch an diese Sparkassenwerbung erinnern? Mein Haus, mein Auto, mein Boot?</p>
<p><i>Ja, klar.</i></p>
<p>Wenn wir das heute spielen w&uuml;rden: Von welchen drei Dingen w&uuml;rdest Du Fotos auf den Tisch legen?</p>
<p><i>Ich w&uuml;rde keine Fotos auf den Tisch legen. Ich w&uuml;rde einfach von dem erz&auml;hlen, was ich erlebt habe. Da geht es ja um materielle Werte. Und die gewinnt man nicht so viel mit Musik, wenn man nicht gerade den totalen Smash-Hit hat. Aber man erlebt viel, man bereichert sich, man lernt viel &uuml;ber das Leben, das Auftreten. Ich w&uuml;rde mich einfach unterhalten.</i></p>
<p>Vor einiger Zeit hast Du in einem Interview gesagt, dass Ihr als Bonner Provinzler kein Umfeld, keine Szene habt. Nun seid ihr nach K&ouml;ln gezogen. Der Szene wegen?</p>
<p><i>Nein. Eigentlich habe ich inzwischen festgestellt, dass wir wahrscheinlich auch ein bisschen zu eigensinnig sind, um richtig zu einer Szene zu geh&ouml;ren. Wenn man sich die ganzen Szenen anguckt, dann sind das meistens Bands, die in der Tradition von irgendeiner anderen gro&szlig; werden. Ob bewusst oder ob das sp&auml;ter von den Medien so gemacht und gesehen wird. Das fehlt uns ja v&ouml;llig und da bin ich heute eigentlich auch ganz froh drum.</i></p>
<p>In diesem Monat bringst Du mit Deiner Band Voltaire die zweite Platte &#187;Das letzte Bisschen Etikette&#171; raus. Viele werden denken: Plattenvertrag in der Tasche, ausgesorgt&#160;&#8230;</p>
<p><i>&Uuml;berhaupt nicht. Ein Plattenvertrag ist ja nur eine Chance, dass du einen Schritt weiterkommst. Und es ist ja noch nicht einmal ein richtiger Plattenvertrag. Wir haben ja eigentlich unser eigenes Label und sind jetzt eine Kooperation eingegangen. Das hei&szlig;t, wir haben sehr viel Eigenverantwortung, finanzieren sehr viel selbst, haben gl&uuml;cklicherweise &ouml;ffentliche F&ouml;rdergelder bekommen. Aber selbst, wenn du zu einer gro&szlig;en Plattenfirma gehst, ist das einfach nur ein Schritt auf der Strecke und wie schnell man da wieder raus sein kann, haben wir auch mitbekommen &uuml;ber die Jahre.</i></p>
<p>In den letzten Jahren dachte ich immer wieder, es wird leichter f&uuml;r deutsche Bands. Nicht umsonst kommen zum Beispiel &#187;Selig&#171; gerade wieder. Ihr aber habt vom Debutalbum bis zur zweiten Platte drei Jahre gebraucht und spielt trotz gro&szlig;artiger Kritiken immer noch in gr&ouml;&szlig;tenteils kleineren Clubs. Ist es doch nicht so einfach?</p>
<p><i>Nein, ist es &uuml;berhaupt nicht. Auf der einen Seite ist heute das Forum f&uuml;r deutschsprachige Musik gr&ouml;&szlig;er als vielleicht vor zehn Jahren, auf der anderen Seite gibt aber auch umso mehr Bands, die sich auf dem gleichen Level tummeln. Und durch den R&uuml;ckgang der Plattenverk&auml;ufe versuchen viele Bands, die Ausf&auml;lle dadurch zu kompensieren, dass sie sich den Arsch abspielen, was am Ende hei&szlig;t, dass du als Konsument so viele Konzerte zur Auswahl hast, dich entscheiden musst und ja auch nicht zu jedem Konzert gehen kannst.</i></p>
<p>Ich habe das Gef&uuml;hl, die wenigsten Bands m&ouml;gen es, mit anderen verglichen zu werden. Trotzdem steht auf Eurer <a href="http://www.myspace.com/voltairegermany" title="Link zur MySpace-Seite von Voltaire">MySpace-Seite</a>: &#187;Klingt wie: Coldplay, Muse, Jeff Buckley, Tomte, Kettcar, Blumfeld, Radiohead&#171;.</p>
<p><i>Das ist absolut funktional. Dass jeder Vergleich hinkt, ist uns klar. Auf der anderen Seite haben wir diese Vergleiche auch nicht selber ausgesucht. Beim Einrichten der Seite haben wir gesagt: Gucken wir einfach mal die Presse durch, was die sagen und dann ziehen wir das da rein. Einfach, damit Leute uns finden und auf uns aufmerksam werden.</i></p>
<p><a href="http://www.intro.de/platten/kritiken/23053156/voltaire_das_letzte_bisschen_etikette" title="Link zu intro.de">Intro</a> hat Eure Musik &#187;Duktuspop&#171; genannt, &#187;Diskurspop&#171;. Treffer?</p>
<p><i>Also ehrlich gesagt: Da ich selber nicht studiert habe, habe ich es nur so m&auml;&szlig;ig mit Fremdworten und wir haben uns auch schon dar&uuml;ber unterhalten, was das Wort Duktus eigentlich hei&szlig;t und sind &uuml;ber eine Bedeutung in der Klassik darauf gekommen, die aber auch nur soviel hei&szlig;t wie &#187;Style&#171;. Was hei&szlig;t Diskurspop? Nat&uuml;rlich setzt man sich mit etwas auseinander und sicherlich auch mit Innensichten, die man wieder auf die Gesellschaft beziehen kann. Aber ehrlich gesagt mag ich diese Ebene nicht. &Uuml;ber die k&ouml;nnen gerne Leute schreiben, aber auf der Ebene unterhalte ich mich nicht so gerne &uuml;ber die Musik.</i></p>
<p>Ihr habt nicht nur eine MySpace-Seite, sondern auch Videos bei YouTube und Ihr <a href="http://twitter.com/voltaire_" title="Link zum Twitter-Account von Voltaire">twittert</a>. Nutzt Ihr diese Kan&auml;le auch zur Imagebildung? F&uuml;r Eure Marke?</p>
<p><i>Im Prinzip wird ja alles, was &ouml;ffentlich ist, darauf bezogen, was du machst, auf die Musik. Insofern kann man nat&uuml;rlich schon von dem Gedanken des K&uuml;nstlers als Gesamtkunstwerk sprechen. Da wir aber nicht mehr in Zeiten leben, und sicher hat das auch mit unserem Status zu tun, dass du diesen Abstand hast, dass du eine Promoagentur hast, die irgendwelche Skandale f&uuml;r dich fingiert, und der Twitter-Account st&auml;ndig f&uuml;r jeden sichtbar ist, wird so etwas nat&uuml;rlich auch herangezogen, wie ja jetzt gerade auch. Und nat&uuml;rlich ist es dann auch imagebildend. Aber wir versuchen dadurch auch einfach, ein St&uuml;ck nahbarer zu sein.</i></p>
<p>Wenn man sich bei Euren Fotos auf MySpace die Kommentare anschaut, k&ouml;nnte man meinen, Eure Fans seien fast ausschlie&szlig;lich weiblich und unter 20.</p>
<p><i>Nein, aber das sind vielleicht die einzigen, die Kommentare zu Fotos schreiben.</i></p>
<p>Du hast <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Annette_Humpe" title="Link zu Wikipedia">Annette Humpe</a> getroffen, die Dir zwar eine &#187;Wahnsinnsstimme&#171; bescheinigt, aber auch gesagt hat, dass Du Dich in Deinen Texten zu sehr abgrenzt, Dich nicht traust, zu sagen, was Sache ist. Traust Du Dich heute?</p>
<p><i>Ich sehe das schon so, ja. Ich habe mit ihr lange nicht mehr gesprochen und das Gespr&auml;ch ist jetzt auch schon zwei, drei Jahre her, das war relativ kurz, nachdem unsere erste Platte rauskam. Die neue Platte ist sehr viel konfrontativer geworden, deswegen sehe ich das schon so. Aber ich arbeite nat&uuml;rlich weiter daran.</i></p>
<p>Um so zu reagieren, muss man sich die Kritik ja schon zu Herzen nehmen.</p>
<p><i>Ich habe sie mir deswegen zu Herzen genommen, weil es in mir was getroffen hat und ich was damit anfangen konnte. Ich nehme mir ja nicht jede Kritik zu Herzen und w&uuml;rde mir auch nicht per se von einer Annette Humpe was sagen lassen, weil sie Annette Humpe ist, sondern, weil ich etwas verstanden habe. Es ab aber genauso auch andere Erlebnisse und andere Leute, die mich da weitergebracht haben.</i></p>
<p>Eure Musik, Eure Texte, auch auf dem zweiten Album klingen Voltaire eher nachdenklich, manchmal sogar w&uuml;tend. Woher kommt das?</p>
<p><i>Tja, woher kommt das? Aus dem Leben. Das kann ich schwer beantworten. Das ist so eine Frage wie: &#187;Sag mal, woher kommt denn das, dass du immer so Fragen stellst, dass du so und so guckst, dass du so bist?&#171; Das ist schwer zu beantworten.</i></p>
<p>Das hei&szlig;t aber, Texte und Musik sind schon ein Abbild von Dir?</p>
<p><i>Sie sind ein Abbild einer bestimmten Gef&uuml;hlslage von mir, ja. Leute, die mich kennen, werden mich nicht prinzipiell als wutschnaubenden Egomanen kennen. Aber die Wut, nicht der Egomane, ist einfach eine Seite, die viel in der Musik rausgelassen wird.</i></p>
<p>W&auml;re denn eine fr&ouml;hliche Voltaire-Platte denkbar?</p>
<p><i>Vielleicht irgendwann mal. Ich will niemals, niemals irgendwas ausschlie&szlig;en, weil ich keine Lust habe, zweimal dasselbe zu machen.</i></p>
<p>Ich war im letzten Jahr in der <a href="http://www.moritzbastei.de/site/startseite/index.php" title="Link zur Moritzbastei">Moritzbastei</a> in Leipzig, wo Ihr am 19. Mai auch auftretet, bei einem Konzert von Herrenmagazin. Die haben vor 50, vielleicht 80 Leuten gespielt. Kommt Dir das bekannt vor?</p>
<p><i>Klar.</i></p>
<p>Wieviel &Uuml;berwindung geh&ouml;rt dazu, an einem solchen Abend trotzdem gut zu sein?</p>
<p><i>Eigentlich hast du es nur halb in der Hand, weil es viel damit zu tun hat, in was f&uuml;r einer Stimmung du bist und in was f&uuml;r einer Stimmung die Leute sind. Wenn du eine gewisse Grundenergie vom Publikum zur&uuml;ckbekommst, ist es nat&uuml;rlich leichter, ein gutes Konzert zu spielen. Eigentlich muss man ehrlicherweise sagen, und je mehr ich diese Konzerte mache, desto mehr werde ich mir dessen auch bewusst dass man etwas macht, f&uuml;r das man eine Energie braucht, die man alleine nicht aufbringen kann.</i></p>
<p>Es klingt fast ein bisschen entt&auml;uscht, dass das so ist.</p>
<p><i>Ach, man k&ouml;nnte diesem Gedanken weiter fr&ouml;nen, den ich inzwischen aber auch f&uuml;r ziemlich naiv halte, von dem K&uuml;nstler, der immer hundert Prozent gibt und der immer perfekt ist. Ich glaube, wenn man immer perfekt ist, dann ist man tot.</i></p>
<p>Nur mal angenommen, es klappt nicht mit der gro&szlig;en Musikkarriere. Gibt es einen Plan B?</p>
<p><i>Nein, nicht wirklich. Ich mache ja musikalisch einige Sachen, ich habe diese Platte jetzt selbst produziert, m&ouml;glicherweise kommen dadurch ja auch Sachen rein. Als Songwriter mache ich mir allm&auml;hlich auch einen Namen und ich kann mir nicht vorstellen, etwas anderes als Musik zu machen.</i></p>
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		<title>Jetzt singt er wieder</title>
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		<pubDate>Wed, 10 Dec 2008 10:45:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Trotzendorff</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Wenn Till Br&#246;nner seine Trompete aus der Hand legt, ist das meist kein gutes Zeichen. Bei anderen Musikern bedeutet das: Sie machen eine kleine Pause. Bei dem 36-J&#228;hrigen Jazzmusiker aber gibt es noch zwei weitere M&#246;glichkeiten: Er redet &#8212; Oder &#8230; <a href="http://www.trotzendorff.de/2008/12/10/jetzt-singt-er-wieder/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class="wp-caption alignleft"><img class="rounded-corners" src="/wp-content/uploads/2008/12/tillbroenner.jpg" alt="" title="Till Brönner" width="300" height="200" /></div>
<p>Wenn <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Till_Br%C3%B6nner" title="Link zu Wikipedia">Till Br&ouml;nner</a> seine Trompete aus der Hand legt, ist das meist kein gutes Zeichen. Bei anderen Musikern bedeutet das: Sie machen eine kleine Pause. Bei dem 36-J&auml;hrigen Jazzmusiker aber gibt es noch zwei weitere M&ouml;glichkeiten: Er redet &mdash; Oder er singt. Genau das aber sind die Momente, mit denen er seinen Jazz zu Fahrstuhlmusik abwertet und seine sonst gro&szlig;artigen Konzerte zu Plauderrunden, wie man sie von seiner Reihe <a href="http://www.bundeskunsthalle.de/index.htm?veranstaltungen/forum/talkinjazz/index.htm" title="Link zur Bundeskunsthalle">&#187;Talking Jazz&#171;</a> gewohnt ist. Eigentlich hat Br&ouml;nner alleine schon mit <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Wolfgang_Haffner" title="Link zu Wikipedia">Wolfgang Haffner</a> (Schlagzeug) und <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Dieter_Ilg" title="Link zu Wikipedia">Dieter Ilg</a> (Bass) zwei Weltklassemusiker an seiner Seite, und auch die anderen (Johan Leijonhufvud, Gitarre&nbsp;/&nbsp;Daniel Karlsson, Klavier&nbsp;/&nbsp;Roland Peil, Percussion), mit denen er derzeit auf Tour ist, machen beim Zuh&ouml;ren einfach Spa&szlig;. Gestern waren sie auf Station in der Philharmonie in Berlin, und wieder hat Br&ouml;nner quergeschossen.<span id="more-595"></span></p>
<p>Dass Jazz und Humor sich nicht ausschlie&szlig;en, zeigen zum Beispiel Haffner und Ilg, wenn sie sich musikalisch die B&auml;lle zuspielen. Br&ouml;nner aber schweift ab und spielt den Unterhalter. Dabei sollte er das tun, was er am besten und auch noch wirklich gut kann: Trompete spielen &mdash; und zwar live. Denn auch zwischen seinen Platten &mdash; vor allem der letzten, &#187;Rio&#171; &mdash; und seinen Liveauftritten liegen Welten. Auf der einen Seite seichter Loungejazz, angehaucht mit Latinokl&auml;ngen und &mdash; immer wieder &mdash; Br&ouml;nners leider vollkommen charakterloser Gesang, vorhersehbar und zu gradlinig. Wenn er dann auch noch portugiesisch singt, mit diesen weichen, verschliffenen Lauten&#160;&#8230; Auf der andere Seite kraft&#8209; und phantasievolle Musik, angetrieben von einem genialen Wolfgang Haffner, voller Spielfreude und handwerklicher Perfektion.</p>
<p>Br&ouml;nners Problem ist der Markt. Denn ohne seinen Schwiegermuttercharme, der sich durch einen solchen Abend zieht, h&auml;tten sich wohl auch seine letzten Platten kaum so gut verkauft. Und man mag sich gar nicht all die entt&auml;uschten <strike>Hausfrauen</strike> Besucher vorstellen, die nach einem seiner Konzerte zu ihrer Begleitung sagen: &#187;Also auf CD klingt der irgendwie besser.&#171; Nein, er klingt gef&auml;lliger. Br&ouml;nner bedient also seine Pappenheimer und man k&ouml;nnte ihm zu Gute halten, dass er sogar noch den Spagat wagt, auch f&uuml;r alle die etwas im Petto zu haben, die wegen echtem, solidem Jazz kommen. Eigentlich aber ist es seine Band, die diesen Spagat wagt. Und so schlie&szlig;t man jedes Mal, wenn Br&ouml;nner die Trompete zur Seite legt, die Augen und denkt: &#187;Jetzt singt er wieder!&#171;</p>
<p>Foto: <a href="http://www.flickr.com/" title="Link zu flickr">flickr</a>&nbsp;/&nbsp;<a href="http://www.flickr.com/photos/9967007@N07/" title="Link zur flickr-Galerie von tom.beetz">tom.beetz</a> unter <a href="http://creativecommons.org/licenses/by/2.0/deed.de" title="Link zur CC-Lizenz">CC-Lizenz</a></p>
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		<title>Herrenmagazin, live @ Moritzbastei</title>
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		<pubDate>Fri, 03 Oct 2008 00:03:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Trotzendorff</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gassenhauer]]></category>
		<category><![CDATA[Konzert]]></category>
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		<description><![CDATA[Bei allem Respekt, Herr Deniz Jaspersen. Erz&#228;hlen Sie keinen M&#252;ll. Eine Band, die sich mit H&#228;nden und F&#252;&#223;en dagegen wehrt, sich verorten zu lassen? Hamburger Schule. Ein S&#228;nger, &#187;der sagt, dass er Randsituationen mag, k&#246;rperliche, menschliche Extreme, Boris Jelzin, den &#8230; <a href="http://www.trotzendorff.de/2008/10/03/herrenmagazin-live-moritzbastei/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class="wp-caption alignleft"><img class="rounded-corners" src="/wp-content/uploads/2008/10/herrenmagazin.jpg" alt="" title="Herrenmagazin" width="300" height="225" /></div>
<p>Bei allem Respekt, Herr <a href="http://www.herrenmusik.de/herrenpresse/informationen" title="Link zur Homepage von Herrenmagazin">Deniz Jaspersen</a>. Erz&auml;hlen Sie keinen M&uuml;ll. Eine Band, die sich mit H&auml;nden und F&uuml;&szlig;en dagegen wehrt, sich verorten zu lassen? Hamburger Schule. Ein S&auml;nger, &#187;der sagt, dass er Randsituationen mag, k&ouml;rperliche, menschliche Extreme, Boris Jelzin, den Ghetto Tanz Krumping. Aber wenn man das gerne schreiben m&ouml;chte, wehrt er mit beiden H&auml;nden ab. Blo&szlig; nicht so greifbar werden&#171;? Schnickschnack.</p>
<p>Einfach ein gro&szlig;artiges Konzert. Weit ab von Weltverbesserern und Seichtk&ouml;pfen wie Tomte oder Blumfeld. Eine Band, bei der Karohemden noch erlaubt sind, Farin-Urlaub-Ponnys auch und solide Musik sowieso. Eine Band, die sich nicht scheut, vor gerade einmal 100 (wohlwollend gesch&auml;tzten) G&auml;sten in der <a href="http://www.moritzbastei.de/site/startseite/index.php" title="Link zur Moritzbastei">Moritzbastei</a> zu rocken. Eine Band, die man f&uuml;r die Vorband halten k&ouml;nnte. Hut ab.</p>
<p>Wie Herrenmagazin auf Ihrer <a href="http://www.herrenmusik.de" title="Link zur Homepage von Herrenmagazin">Homepage</a> so sch&ouml;n schreiben: &#187;Es ist an der Zeit, dieses System jetzt mal zu personalisieren: Deniz Jaspersen (der &uuml;brigens eher ausschaut wie ein Optiker, Anm. &#8574;. R.) hatten wir ja schon, Halbt&uuml;rke, kocht gern, isst gern. Philip Wildfang, ebenfalls Halbt&uuml;rke, isst noch mehr, spielt Gitarre. Paul Konopacka, Bassgitarre, jung. Kocht am besten. Und schlie&szlig;lich Rasmus Engler, Schlagzeuger, Buchautor.&#171; Es wundert nicht, dass sich <a href="http://www.kettcar.net/" title="Link zur Homepage von Kettcar">Kettcar</a> bei dieser Band zu Wort melden: &#187;In Hamburg raunten es sich die Menschen schon l&auml;nger zu: Rasmus Engler hat ne neue Band, die k&ouml;nnen was, die werden was.&#171; Und sie werden was werden. Mein erstes Konzert in Leipzig waren Kettcar im <a href="http://www.werk-2.de/" title="Link zum Werk II">Werk &#8545;.</a> Und wo sind sie heute? Erneut, bei allem Respekt: Kein Zwiespalt, keine Resignation, kein Merchandising-Wahn. Nur &#187;Rumms&#171;. Daf&uuml;r Danke!</p>
<p>Die n&auml;chsten <a href="http://www.herrenmusik.de/herrendisko" title="Link zu den kommenden Konzert-Terminen">Termine</a>?</p>
<p>
03.10.08 Bielefeld<br />
04.10.08 K&ouml;ln<br />
06.10.08 Konstanz<br />
07.10.08 M&uuml;nchen<br />
08.10.08 Berlin<br />
10.10.08 Darmstadt<br />
11.10.08 Kaiserslautern<br />
21.10.08 Oldenburg<br />
22.10.08 M&uuml;nster<br />
23.10.08 Giessen<br />
25.10.08 Stuttgart<br />
26.10.08 St. Gallen<br />
28.10.08 Innsbruck<br />
29.10.08 Linz<br />
30.10.08 Graz<br />
31.10.08 Wien<br />
30.01.09 Dortmund<br />
31.01.09 Leer<br />
07.03.09 Reutlingen</p>
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