- Palm ist zurück – zumindest für zwei Tage (NZZ) — »Der Pre ist ein gutes Smartphone«, schreibt Nico Luchsinger im BetaBlog der NZZ. »Ein sehr gutes sogar. Das kommt teilweise davon, dass er sich bei vielen Funktionen recht schamlos beim iPhone bedient – was wenig erstaunlich ist, denn sowohl der Chefentwickler des Pre als auch ein grosser Teil seines Teams hat von Apple zu Palm gewechselt.« Fraglich, ob das schon genügt, dem iPhone ernsthaft gefährlich zu werden.
- Obama on Obama (NYT) — Thomas Ⅼ. Friedman hat Barack Obama seinen Lieblingswitz über einen frommen Juden erzählt, der einfach nicht im Lotto gewinnen will. Warum? Nachzulesen in Friedmans New-York-Times-Blog.
- Freunde, nicht diese Töne (taz) — Huang Liaoyu, Institutsleiter für Germanistik an der Peking Universität, schreibt für die taz über die chinesische Sicht auf Europa. Seine These: Die Geschichte des modernen Chinas ist in hohem Grade eine Geschichte der Verwestlichung.
- Es ist etwas weniger komfortabel (FAZ) — Ausgerechnet die sonst nicht gerade internetaffine FAZ berichtet von zwei optimistischen Projekten aus Frankreich. Ein Redaktionsbesuch von Lena Bopp bei Médiapart und Rue89.
- Der Letzte macht das Licht aus (Deutsche Welle) — »Es ist dunkel geworden im Osten.« So beginnt Calle Kops seinen Bericht über die Situation der Bundesliga in den Neuen Ländern. Und die sieht düster aus.
Delicious ist ein Social-Bookmarking-Service, Sie finden mich dort als Trotzendorff.
(*)
Die Debatte um Qualitätsjournalismus, Blogger und das Internet ist nicht neu, wird derzeit aber so heftig geführt wie selten zuvor. Die viel zitierten Artikel von Susanne Gaschke (Der Artikel ist bei faz.net leider nicht mehr zu finden) oder Miriam Meckel sind da nur zwei Beispiele. Stefan Niggemeier hat genau zu diesem Thema gestern einen langen und in vielen Punkten wahren Blogbeitrag verfasst, den er selbst »Wutmäander« nennt. Eine schöne Wortschöpfung. Was Stefan Niggemeier jedoch nicht thematisiert — und das soll überhaupt kein Vorwurf sein — ist ein neuer Graben, der sich derzeit seinen Weg durch die Medienlandschaft bahnt. (Weiterlesen …)
(*)
Zitat Meedia: »Erstaunlich ist der unglaubliche Zuwachs des noch frischen Angebotes News.de. Das Plus von 90,5 % kann selbstverständlich nicht mit natürlichem Wachstum begründet werden. Stattdessen liegt nahe, dass Betreiber Unister massiv für News.de geworben hat oder in Sachen SEO und SEM nachgelegt hat. Wie auch immer: Mit nun 2,00 Mio. Visits gelang es, den direkten Netz-Nachrichten-Konkurrenten netzeitung.de zu überholen. Bitter für die Netzeitung.«
(*)
Heute: Die Verlagsgebäude des Axel-Springer-Verlags in Berlin, Sitz der Bild, auflagenstärkste Zeitung Europas (etwa 3.345.468 Exemplare, insgesamt etwa 11,49 Millionen Leser), und der Yomiuri Shimbun Sha in Tokyo, Sitz der Yomiuri Shimbun, auflagenstärkste Zeitung der Welt (Morgenausgabe: etwa 8.337.000 Exemplare, Abendausgabe: etwa 3.970.000 Exemplare, insgesamt etwa 26,21 Millionen Leser).
(*)
Ich weiß, Stefan Niggemeier hat auf der re:publica’09 bemängelt, dass zu wenige Blogs in Deutschland eigenen Content liefern. Und ganz Unrecht hat er damit ja auch nicht. Ich aber habe eine Ausrede, warum ich über die re:publica nicht mehr ausufernd schreiben mag: Ich hab das schon getan. Die zwei Tage, die ich in Berlin war, habe ich für news.de berichtet und da unter anderem der @babylonier einen Bericht gefordert hatte, bleibt mir nur noch, dass Geschriebene hier nochmal feilzubieten. Nach dem Vorbericht »Im Mainstream angekommen« habe ich mir am Mittwoch zwei überwiegend enttäuschende Podiumsdiskussionen angesehen, wobei das Wort Diskussion hier schon diskussionswürdig gewesen wäre. Eine zur Lage deutscher Blog (»Quo vadis, Blogosphäre?«) und eine zum Medienwandel (»Tote Zeitung contra überfordertes Internet«). Ansonsten war Tag 1 vom Ausfall des Internets geprägt, was bis zum Ende des zweiten Tages so blieb. Klar, dass das eine Rolle im Interview spielen sollte, dass ich am Donnerstag mit Johnny Haeusler geführt habe, ein entspanntes und ehrliches Gespräch mit interessanten Aussagen: »Wir müssen einen stärkeren Fokus setzen«. Und dann mein liebstes Thema und auch eine der spannendsten Diskussionen in Berlin: Jugendliche und das Internet (»Kaum jemand weiß, was ich im Netz mache«). Am Ende des zweiten und für mich letzten Tages blieben mir ein Poken, viele spannende Begegnungen und Gespräche sowie zwei beeindruckende Vorträge von Peter Glaser (»In was für einer digitalen Gesellschaft wollen wir leben?«, nachzulesen in seinem Weblog der Stuttgarter Zeitung) und »Society 2.0 — What free culture is teaching politics, business, and culture about how creativity flourishes« von CC-Erfinder Lawrence Lessig. Vor beiden kann ich mich nur verbeugen. Tag 3 hat die Kollegin Denise Peikert übernommen und dieses schöne Stück zu bloggenden Frauen geschrieben: »Bloggerinnen ohne Stimme«. Wir beide scheinen uns einig zu sein, dass die Diskussionskultur der re:publica eindeutig einen Schub verdient hat. Dennoch: Zwei schöne Tage und am Ende natürlich viel zu kurz. Und vor allem: Keine reine Selbstbeweihräucherung der Alpha-Blogger, wie befürchtet, von einigen Ausnahmen einmal abgesehen. Das enttäuschende Fazit der Frankfurter Allgemeinen (»Die Bloggerrepublik kreist weiter um den eigenen Bauchnabel und gefällt sich dabei, ihn für die Öffentlichkeit zu halten.«) kann ich daher gar nicht teilen. Da scheint jemand nicht richtig da gewesen zu sein.
Foto: flickr | Daniel Seiffert für die re:publica unter dieser CC-Lizenz
(*)