- »Haushaltssanierung — Sparpaket? Windbeutel!« — 09/06/2010 — »Das Sparpaket ist nur bei den sozial Schwachen ein Sparpaket. Ansonsten ist es ein Windbeutel — und die Politiker, die es als ›sozial ausgewogen‹ bezeichnen, sind Spruchbeutel.« Heribert Prantl in der Süddeutschen Zeitung.
- »Weltbasar am Bosporus« — 09/06/2010 — »Überdies kamen — wirklich echte — ›Touristen‹. Sie waren durch ihre Kleidung globalisiert, die sie alle in demselben Sportartikelkaufhaus mit dem Slogan ›Himmlisch fit — ich tu’s für mich‹ erworben hatten, und sie trugen das gleiche Reisehandbuch unterm Arm, in der Hauptsache Europäer, die zwischen Erstaunen und Enttäuschung schwankten und oft verblüfft entdeckten, daß diese Stadt nicht nur ein Ruinenfeld auf einem Basar, sondern auch eine kosmopolitische Metropole ist.« Michel Péraldi in der aktuellen Lettre International — selbst als Auszug ein Vergnügen.
- »Der Kampf der ägyptischen Blogger« — 09/06/2010 — Jörg Armbruster berichtet im Weltspiegel von der Beduinin Salama und ihrem Mann, der im Gefängnis sitzt, weil er sich im Internet für die Rechte der Beduinen eingesetzt hatte. Blogger leben gefährlich in Ägypten.
- »Responsive Web Design« — 09/06/2010 — Ethan Marcotte schreibt auf A List Apart über verantwortungsvolles Web-Design und seinen Versuch eines Flexible Grids. Umfrangreich, aber lesenswert.
- »Hooked on Gadgets, and Paying a Mental Price« — 07/06/2010 — Unsere Konzentration wird von der Informationsflut untergraben, schreibt Matt Richtel in der New York Times. Die Nonstop-Interaktivität ist einer der bedeutendsten Evolutionsschübe des Menschen überhaupt.
- »Kein Schutz vor Rache« — 01/06/2010 — Von Saudiarabien bis Tunesien: Das soziale Netzwerk Facebook dient auch politischen Zwecken. Einige Akteure unterschätzen allerdings die Gefahren, schreibt Mona Sarkis in der NZZ.
- »Die Tricks der anderen« — 01/06/2010 — Familie, Kollegen oder Werbeleute — sie alle wollen etwas von uns. Wie wir täglich manipuliert werden, beschreibt Sigrid Neudecker in der Zeit.
- »The Honigstein Awards 2010« — 31/05/2010 — Raphael Honigstein vom Guardian blickt auf die Bundesligasaison 2009⁄2010 zurück und verteilt Lob und Seitenhiebe.
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»Haushaltssanierung — Sparpaket? Windbeutel!« — 09/06/2010 — »Das Sparpaket ist nur bei den sozial Schwachen ein Sparpaket. Ansonsten ist es ein Windbeutel — und die Politiker, die es als ›sozial ausgewogen‹ bezeichnen, sind Spruchbeutel.« Heribert Prantl in der Süddeutschen Zeitung.
»Weltbasar am Bosporus« — 09/06/2010 — »Überdies kamen — wirklich echte — ›Touristen‹. Sie waren durch ihre Kleidung globalisiert, die sie alle in demselben Sportartikelkaufhaus mit dem Slogan ›Himmlisch fit — ich tu’s für mich‹ erworben hatten, und sie trugen das gleiche Reisehandbuch unterm Arm, in der Hauptsache Europäer, die zwischen Erstaunen und Enttäuschung schwankten und oft verblüfft entdeckten, daß diese Stadt nicht nur ein Ruinenfeld auf einem Basar, sondern auch eine kosmopolitische Metropole ist.« Michel Pérald
Brichst du auf gen Bernabéu,
wünsch dir eine lange Partie,
voller Doppelpässe und schneller Angriffe.
Die Eto’os und Sneijders,
den zornigen Lucio fürchte nicht,
solcherlei wirst du auf deiner Fahrt nie finden,
wenn dein Denken hochgespannt, wenn edle
Regung deinen Geist und Körper anrührt.
Den Eto’os und Sneijders,
dem wütenden Lucio wirst du nicht begegnen,
falls du sie nicht in deiner Seele mit dir trägst,
falls deine Seele sie nicht vor dir aufbaut.
Wünsch dir eine lange Partie.
Der Sommerabende möchten viele sein,
da du, mit welcher Freude und Zufriedenheit!
in nie zuvor gesehene Stadien einfährst;
halte ein bei den Arenen der Franzosen
und erziel die schönsten Tore,
Ecken und Flanken, Abseitsfallen, Hackentricks
und erregende Spielzüge aller Art,
so reichlich du vermagst, erregende Spielzüge;
besuche viele Stadien in Italien,
damit du von den Eingeweihten lernst und wieder lernst.
Immer halte Madrid im Sinn.
Dort anzukommen, ist dir vorbestimmt.
Doch beeile nur nicht deine Reise.
Besser ist, sie dauere viele Minuten;
und alt geworden lege am Estadio Santiago Bernabéu an,
reich an dem, was du auf deiner Fahrt gewannst,
und hoffe nicht, dass das Finale dir Reichtum gäbe.
Das Finale gab dir die schöne Reise.
Du wärest ohne es nicht auf die Fahrt gegangen.
Nun hat es dir nicht mehr zu geben.
Auch wenn es sich dir ärmlich zeigt, das Spiel betrog dich nicht.
So weise, wie du wurdest, und in solchem Maß erfahren,
wirst du ohnedies verstanden haben, was die 90 Minuten bedeuten.
Konstantinos Kavafis: »Brichst du auf gen Ithaka … «
Foto: flickr | erlucho (CC)Brichst du auf gen Bernabéu,wünsch dir eine lange Partie,voller Doppelpässe und schneller Angriffe.Die Eto'os und Sneijders,den zornigen Lucio fürchte nicht,solcherlei wirst du auf deiner Fahrt nie finden,wenn dein Denken hochgespannt, wenn edleRegung deinen Geist und Körper anrührt.Den Eto'os und Sneijders,dem wütenden Lucio wirst du nicht begegnen,falls du sie nicht in deiner Seele mit dir trägst,falls deine Seele sie nicht vor dir aufbaut. Wünsch dir eine lange Partie.Der Sommerabende möchten viele sein,da du, mit welcher Freude und Zufriedenheit!in nie zuvor gesehene Stadien einfährst;halte ein bei den Arenen der Franzosenund erziel die schönsten Tore,Ecken und Flanken, Abseitsfallen, Hackentricksund erregende Spielzüge aller Art,so reichlich du vermagst, erregende Spielzüge;besuche viele Stadien in Italien,damit du von den Eingeweihten lernst und wieder lernst. Immer halte Madrid im Sinn.Dort anzukommen, ist dir vorbestimmt.Doch beeile nur nicht deine Re
Ich bin zwar schon länger kein eingefleischter Fan mehr, sympathisiere aber durchaus immer noch mit diesem Scheißverein. Nach einer solchen Saison jedoch muss ich Thomas Gsella einfach Recht geben.
Wenn Bayern wieder Meister wird,
dann hör ich auf zu dichten
und werde kühl und ungeniert
die ganze Welt vernichten.
Kurzum: Wenn Bayern Meister wird,
dann kommt auch meine Stunde.
Dann wird der Globus ausradiert,
und ihr geht vor die Hunde.
Drum macht, daß es ein andrer wird.
Sonst laß ich’s Schreiben bleiben
und werde kühl, doch passioniert
euch allesamt entleiben.
Thomas Gsella: »Letztes Wort an alle«, aus: »Ins Alphorn gehustet« (Reclam)
Ich bin zwar schon länger kein eingefleischter Fan mehr, sympathisiere aber durchaus immer noch mit diesem Scheißverein. Nach einer solchen Saison jedoch muss ich Thomas Gsella einfach Recht geben.Wenn Bayern wieder Meister wird,
dann hör ich auf zu dichten
und werde kühl und ungeniert
die ganze Welt vernichten.
Kurzum: Wenn Bayern Meister wird,
dann kommt auch meine Stunde.
Dann wird der Globus ausradiert,
und ihr geht vor die Hunde.
Drum macht, daß es ein andrer wird.
Sonst laß ich’s Schreiben bleiben
und werde kühl, doch passioniert
euch allesamt entleiben.Thomas Gsella: "Letztes Wort an alle", aus: "Ins Alphorn gehustet" (Reclam)
Jürgen Klinsmann ist weg, Jupp Heynckes kommt, geht es nach dem Kulturanthropologen René Girard, haben wir nun unseren Sündenbock gefunden und können wieder friedvoll zusammenleben. Wenn es mal nur so einfach wäre. Der FC Bayern München hatte Jürgen Klinsmann geholt, weil er eine bestimmte Philosophie vertritt, weil er bestimmte Trainingsmethoden nutzt. Eine Philosophie und Methoden, die im internationalen Fußball eigentlich Standard sind, zumindest an der Spitze. Nun hat sich der Verein selbst ein Beinchen gestellt, denn für die kommende Saison muss der FC Bayern, will er international bestehen, nicht nur einen geeigneten Nachfolger finden, sondern auch noch zwei weitere, ältere Probleme beiseite räumen. Doch fangen wir vorne an: (Weiterlesen …)
Jürgen Klinsmann ist weg, Jupp Heynckes kommt, geht es nach dem Kulturanthropologen René Girard, haben wir nun unseren Sündenbock gefunden und können wieder friedvoll zusammenleben. Wenn es mal nur so einfach wäre. Der FC Bayern München hatte Jürgen Klinsmann geholt, weil er eine bestimmte Philosophie vertritt, weil er bestimmte Trainingsmethoden nutzt. Eine Philosophie und Methoden, die im internationalen Fußball eigentlich Standard sind, zumindest an der Spitze. Nun hat sich der Verein selbst ein Beinchen gestellt, denn für die kommende Saison muss der FC Bayern, will er international bestehen, nicht nur einen geeigneten Nachfolger finden, sondern auch noch zwei weitere, ältere Probleme beiseite räumen. Doch fangen wir vorne an: Baustelle 1: Der Verein braucht einen Trainer der nicht nur das, was Klinsmann angefangen hat, fortführen kann, sondern der auch dem internationalen Anspruch des FC Bayern gerecht wird. Eine Leitfigur, medientauglich und hochbezahlt. Option 1: Arsène Wenger, der in