Das mit den Produktionsprozessen und dem Netz ist ja inzwischen ein alter Hut. Wir alle haben inzwischen Teil an der Entstehung von digitalem Zeug. Tobias Wimbauer aber hat jetzt ein Projekt gestartet, das ich neugierig beäuge: Er schreibt an einer Erzählung mit dem Arbeitstitel »Der Berg der Schnee und ich«. Und: Er lässt uns teilhaben. Denn er versucht es einmal mit öffentlichem Schreiben, wie er schreibt: »Ich twittere mit einem neuen Twitter (Zweit‑)Account die Erzählung, Satz für Satz.« So sind bisher 20 Tweets zustande gekommen. Der erste Satz nach Überschrift und der Kapitelziffer »1« lautete: »Haaallo…«, der letzte bisher: »›Scheisskalt, nicht wahr‹, sagte er.« Verfolgen. Bitte.
… sanoi akka, kun kepillä saunanluukusta koitti.* Nein, tut mir leid. Mehr Inhalt hat dieser Artikel nicht. Einfach nur die Vorfreude auf Karelien. Pardon.
*Wie ist die Welt doch gross und weit, sprach die Alte, als sie einen Stock zur Saunaluke hinaussteckte.
- Radikal neu (economag) — 01/07/2009 — Cornelius Schubert betrachtet das Thema Innovation vom soziologischen Standpunkt aus.
- Der Bunker-Architekt (Deutsche Welle) — 01/07/2009 — Wohnen in einem Bunker? Der Umbau stellt Architekten vor besondere Herausforderungen, schließlich gelten die Gebäude als »unzerstörbar«. Ein Bremer Architekt hat sich auf den Umbau von Bunkern spezialisiert und macht daraus exklusive Luxuswohnungen.
- Giving up my iPod for a Walkman (BBC) — 01/07/2009 — Ein 13-jähriger Brite tauscht für einen Tag seinen iPod gegen einen Walkman. Lieblingszitat: »It took me three days to figure out that there was another side to the tape.«
- Offen für Neues? (NZZ) — 01/07/2009 — Das »Maimassaker« hat jede Menge Schweizer Journalisten ihren Job gekostet. Und wie sieht es in Ägypten aus?, fragt Kristina Bergmann, NZZ-Korrespondentin in Kairo in ihrem »Blog vom Nil«.
- »Ihnen ist egal, was wir denken« (Zeit) — 25/06/2009 — Ein Streitgespräch, dass seinen Namen tatsächlich verdient. Ursula von der Leyen und Franziska Heyne diskutieren über Netzsperren. Und mehr.
- Reverse Graffiti Project — 24/06/2009 — Making pictures by cleaning. Das Reverse Graffiti Project. Sehenswert.
Delicious ist ein Social-Bookmarking-Service, Sie finden mich dort als Trotzendorff.
Es gibt bei umstrittenen Themen dieses furchtbar wacklige Totschlagargument von so manchem Chefredakteur, die Leute wollten bestimmte Dinge einfach lesen. Wacklig deshalb, weil es jegliche journalistische Kompetenz verneint, selbst zu entscheiden, was relevant ist. Genau darüber gibt es auch im Fall Michael Jackson Diskussionen. Berichten die Medien zu viel? Schlachten sie den Tod des Stars lediglich aus? Schon am Freitag, einen Tag nach Jacksons Tod, konnte man überall im Netz lesen, wie leidig dieses Thema für einige ist. Redaktionen erhielten Leserbriefe und Kommentare mit der Frage, ob denn dieser Mann wirklich so wichtig gewesen sein, dass man so einen Rummel veranstalten müsse. Ja, war er. (Weiterlesen …)
Es geht bergab mit Twitter. Viele sagen das. Die Nutzerzahlen steigen nicht mehr so steil, der Service findet nicht ausreichend Akzeptanz, vielen Nutzern erschließt sich der Nutzen nicht. Und jetzt kommt auch noch die Konkurrenz und macht Konkurrenz. Facebook und Friendfeed etwa, glaubt man Jürgen Vielmeier, der auf Freshzweinull schreibt, die künftig öffentlichen Statusmeldungen bei Facebook seien eine Alternative. Mehr noch:
»Der Facebook-Minifeed kann alles, was Twitter nicht kann: Man kann Videos und Bilder so einfügen, dass jeder Leser sie direkt im Lifestream anschauen kann. ›Inline‹ nennt sich das. Man kann die Statusmeldungen der Freunde ganz wunderbar mit anderen diskutieren oder sie ganz einfach gut finden. Man kann die Nachrichten solcher ›Freunde‹ ausblenden, die man nicht lesen will, die man aber trotzdem nicht von seiner Freundesliste streichen will, nur weil sie zu viel Blödsinn verzapfen.«
Ich finde, das sind spannende Gedanken. Aber sie verkennen, was Twitter kann und Facebook eben nicht. Und sie verkennen die Unterschiede zwischen beiden Diensten. Vielmeier schreibt beispielsweise, es hapere bei Twitter an der Übersichtlichkeit. Genau hier widerspreche ich. Übersichtlicher geht es nicht. Einfacher auch nicht. Denn ich kann etwa meine Twitter-Timeline, also quasi die Freundesliste, so individuell zusammenstellen, wie es nur möglich ist. Ich kann zehn Menschen folgen und mir folgen tausende. Ich kann zweitausend folgen und mir folgt eine Handvoll. Sicherlich ist es von Vorteil, wenn ich bei Facebook die Statusmeldungen einzelner Kontakte auf »blind« schalten kann. Ich glaube jedoch kaum, dass es viele Facebooknutzer gibt, die mehrere tausend oder sogar zehntausend »Freunde« verwalten wollen. Twitter macht das einfach. Denn Twitter ist kein Tool zur Verwaltung von Kontakten. Es ist ein Kommunikationstool. (Weiterlesen …)