Russische U-Boot-Musik

(Update) Gary Lightbody, Sänger von Snow Patrol, macht endlich ein Solo-Projekt. Der Mann, der mich wie kein zweiter bisher bei einem Liveauftritt wirklich sprachlos gemacht hat, sagte der BBC: »Vieles von dem Zeug, dass ich vor kurzem geschrieben habe, ist so abgedreht, dass es einfach nicht auf eine Snow-Patrol-Platte passen würde.« Nicht, dass ich Snow Patrol nicht schon großartig genug finden würde, in diesem Mann aber steckt offensichtlich noch so viel Energie (Man höre sich nur so großartige Projekte wie »The Reindeer Section« oder »Mogwai« an), dass es mehr braucht als nur eine Band. Die beiden Platten sollen fertig sein und als »Listen Tank« — wie auch schon die letzten drei Snow-Patrol-Alben mit Jacknife Lee produziert — und »Tired Pony«, eine — Obacht! — Country-LP, auf den Markt kommen. »Ich nenne es russische U-Boot-Musik«, sagt Lightbody zu »Listen Tank«, seine Stimme, die er, viel mehr noch als die Gitarre, als Instrument eingesetzt habe, klinge wie ein Unterwasserchor. Wann die Alben erscheinen, ist noch nicht raus, allen, die die Ungeduld wie mich aber jetzt schon auffrisst, sei nebenstehendes Video empfohlen (Cut La Roc featuring Gary Lightbody: »Fallen«), das einen Eindruck davon vermittelt, was kommen könnte.

(Update) Gary Lightbody hat sich übrigens hinter die Betreiber von Pirate Bay gestellt, nachzulesen unter anderem bei nme.com.

Das Internet? Egal …!

Medientreffpunkt

Foto: Screenshot

(Update) Um es vorweg zu sagen: Dies kann noch kein Fazit sein. Nur ein erster Eindruck, vom ersten Tag beim Medientreffpunkt Mitteldeutschland. »Verändern und Verantworten« heißt das Motto, von Veränderung habe ich heute noch nicht viel gehört, lediglich das Wort »Bedrohung« fiel im Zusammenhang mit dem Internet des Öfteren. Doch wenn »Verantworten« in diesem Fall etwas mit Bewahren des Status Quo zu tun hat, gibt es nicht wenige, die das Ziel der drei Tage wohl schon erreicht haben. Zwei Panels, in Leipzig heißt das noch »Diskussionen«, habe ich mir angehört («Politiker und Journalisten — Wie wirken Zahlen und Stimmungen in der Krise?« und »Jugendliche in neuen Medienwelten — Wohin geht die Jugend?«), vielversprechende Titel bei beiden inklusive, einen muffigen Nachgeschmack auch. Weiterlesen →

50 zu 37 für das Böse

Vor knapp drei Monaten habe ich einen Artikel zum nofollow-Attribut geschrieben, der sich seitdem zu einem der meistgelesenen dieses Blogs entwickelt hat. Doch das Attribut hat prominente Unterstützer und dass der Kampf dagegen keiner der Sorte »Quick & Dirty« ist, war mir durchaus klar. Auf die Frage, für welche Links das Attribut genutzt werden sollte, antwortet etwa das offizielle Google-Blog:

We encourage you to use the rel="nofollow" attribute anywhere that users can add links by themselves, including within comments, trackbacks, and referrer lists. Comment areas receive the most attention, but securing every location where someone can add a link is the way to keep spammers at bay.

Da darf man sich nicht wundern, dass nofollow immer noch durch einen Großteil der Blogosphäre geistert. Ich habe mir einfach mal die Mühe gemacht, die laut Blogcharts 100 populärsten Blogs zu durchsuchen und eine Statistik aufzustellen. Das Ergebnis ist zwar besser, als ich dachte, aber immer noch ernüchternd:

Blogs mit nofollow: 50
Blogs ohne nofollow: 37

Die übrigen 13 Blogs lassen entweder gar keine Kommentare zu, verlinken sie prinzipiell nicht oder lassen sich aus anderen Gründen nicht in einer solchen Statistik führen. Obwohl sich inzwischen vielerorts die Ansicht durchgesetzt hat, dass sich ins eigene Fleisch schneidet, wer nicht verlinkt, ist hier offensichtlich noch eine Menge Aufklärungsarbeit zu leisten.

»Nein, das ist Lenin«

»Der Weg in die Selbstzufriedenheit ist genauso weit wie der in die Kneipe um die Ecke.« // »Herr Zwegat, hat Sie eigentlich schonmal die Bundesregierung angerufen?« // »Zieh 'ne Hose an, wenn Du aus dem Haus gehst, damit liegt man immer richtig. Ach ja, und: Gnampf.« // »Das wird Dich vielleicht nicht freuen, aber ich werde nächstes Jahr ungefähr 700 Tage unterwegs sein.« // »Real Life ist da, wo der Pizzabote herkommt.« // »Netzhautimplantate? Da hat die Kirche doch bestimmt was dagegen, oder? Sagen die nicht, der Job, Blinde sehend zu machen, ist schon vergeben?» // «Wer ist denn das da auf dem Bild an der Wand? Dein Opa?« — »Nein, das ist Lenin.« // »Guten Morgen, es ist eins nach dreiviertel sieben.« // »Ich hab bei diesem Vanilleeis noch nie den Bourbon rausgeschmeckt.« // »›Die Linke‹ ist rechtsidentisch mit der ›Linkspartei.PDS‹, die es seit 2005 gab, und der PDS, die es vorher gab, und der SED, die es vorher gab.« // »Die Schweinegrippe ist auch nicht koscher, oder?« // »Seltsames Gefühl, wenn man im Supermarkt Kondome kauft und an der Kasse gefragt wird, ob man Treuepunkte sammelt.«

Das Original dieser Rubrik finden Sie als »Dialogfetzen« bei der Gefühlskonserve.

Pioniere, Vorreiter, Avantgardisten

Ich bin immer wieder überrascht, wie alt das Internet eigentlich ist. Oder besser: wie alt die Idee des Internets eigentlich ist. War wohl ein Spätzünder — 1992 den ersten Computer bekommen, 2000 die erste E-Mail-Adresse. In diesem Dokumentarfilm von 1972 mit dem Titel »Computer Networks: The Heralds Of Resource Sharing« kommen all die wichtigen Protagonisten zu Wort, die damals an der Entwicklung von Netzwerken wie Arpanet beteiligt waren: Fernando José Corbató, Joseph Carl Robnett Licklider, Lawrence Roberts, Robert Elliot Kahn, Frank Heart, William R. Sutherland, Richard W. Watson, John R. Pasta, Donald Watts Davies und George W. Mitchell. Ein wunderbares Stück Zeitgeschichte.