Bürokram
Musen sollen gefälligst aufhören mich zu küssen.
Die sollen den Bürokram machen.
Katz & Goldt
 
Unterwegs 
Notizen aus dem Süden | 08/08/2010
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Tessin
Fotos: Trotzendorff (Klicken für Galerie)

»Sonderbar und unheimlich, wie auch der schönste und glühendste Sommer vergeht, wie plötzlich der Augenblick da ist, wo man fröstelnd und noch etwas verwundert in seinem Zimmer sitzt, auf den Regen draußen horcht und von einem grauen, schwachen, kühlen, strahlenlosen Licht umgeben ist, das man allzu gut wiedererkennt.« Eben noch war man in einer anderen Welt, in der Welt von Hermann Hesse, von dem diese Zeilen stammen und von dem im Folgenden aus Gründen noch öfter die Rede sein soll. Eben noch war man im Tessin und noch immer kann man kaum glauben, dass das die Schweiz gewesen sein soll. Sicher, dieser Kanton hinter dem Gotthard hat sein Berge, aber ebenso hat er seine blaugrünen Seen und seine Palmen. Hier wird ebenso italienisch gesprochen wie gefahren, und wenn es eines Beweises bedarf, dass auch der Massentourismus dieses Land längst erreicht hat, dann findet er sich an den Uferpromenaden von Lugano, Locarno oder Ascona, die nicht selten an die Riviera erinnern.
 
Schon 1927 schrieb Hesse nach seiner »Rückkehr aufs Land« über die Touristen: » Es sind reizende Menschen, diese Fremden, wohlerzogen, dankbar, unendlich bescheiden, sie überfahren einander gegenseitig mit ihren Autos ohne zu klagen, irren tagelang von Dorf zu Dorf, um noch ein freies Bett zu finden, vergebens natürlich, sie photographieren und bewundern die in längst verschollene Tessiner Trachten gekleideten Kellnerinnen der Weinlokale und versuchen, italienisch mit ihnen zu reden, sie finden alles reizend und entzückend, und merken gar nicht, wie sie da, Jahr um Jahr mehr, eine der wenigen im mittlern Europa noch vorhandenen Paradiesgegenden eiligst in eine Vorstadt von Berlin verwandeln.« Und heute? Heute ist das Tessin eine Vorstadt von Amsterdam, von Mailand, von Zürich. Auch andernorts und noch heute diskutiert man in den Alpen über die Alt‑ und Neureichen, die für einen Ausflug ihr St. Moritz oder ihr Gstaad im Bentley oder Range Rover verlassen, um für einige Stunden oder Tage dörfliche Romantik zu erleben, Natur, in längst verschollene Trachten gekleidete Kelnerinnen. Ob es im Tessin dieser Tage wohl umgekehrt ist? Diskutieren hier inzwischen vielleicht all die Millionäre auf ihren Yachten über die Normalsterblichen, die für einen Ausflug ihre Zweizimmerwohnung im Corsa oder 107 verlassen, um für einige Stunden oder Tage heitere Noblesse zu erleben, Boutiquen, in feinen Zwirn gekleidetet Ober? (Weiterlesen …)


 
 
Delicious 
Delicious Links | 27/07/2010
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  • »Eva Herman und der Kopp-Verlag — die Könige der Trolle« — 26/07/2010 — Warum bloß redet alle Welt derzeit wieder über Eva Hermann? Sogar die etablierten Medien? Thomas Knüwer jedenfalls meint: » Eva Hermann und der Kopp-Verlag arbeiten nicht anders. Sie wollen provozieren um Leser auf ihre Seiten zu locken. Füttern wir sie einfach nicht weiter: Hören wir auf, sie zu verlinken.«
  • »Webseiten einfach abschalten?« — 26/07/2010 — Braucht eine Marke heute noch die alte Website? Oder erreichen Unternehmen mit einer Präsenz in sozialen Netzwerken womöglich eine höhere Zahl Kunden? Dieser Frage geht Jürgen Stüber in seinem Blog nach.
  • »42 finale Thesen zum Internet« — 22/07/2010 — »Das Netz sagt: ›I can haz cheeseburger.‹« — nur eine von 42 großartigen Thesen zum Internet, die Marcel-André Casasola Merkle auf 137b.org zusammengetragen hat.
  • »Der Datenschutz und ich« — 21/07/2010 — Was ist das eigentlich für eine seltsame Sorge, die Menschen um ihre Daten im Internet haben? Antje Schrupp versucht einmal sie zu beantworten, losgelöst von technischem Krimskrams und, wie es Michael Seemann ausdrückt, »ganz ohne Scheuklappen der ideologischen Diskurse«.
  • »Texperiment, das Ergebnis: Wie Kommunikation 2010 funktioniert« — 20/07/2010 — »Wirklich coole Menschen haben eine erfüllte Beziehung, fünf Freunde zum Pferdestehlen, ein schnuckliges Heim und einen prima Job«, sagt der 37-jährige Daniel, Journalist aus Uelzen. Und Menschen, die einen Großteil ihrer Zeit online verbringen, zählt er offenbar nicht dazu. Doch Dirk Kirchberg meint: »Die Begriffe Internet und Freundschaft widersprechen sich nicht.« Nur zwei Meinungen, die bei Marcus Schwarzes »Texperiment« für die HAZ herausgekommen sind, einem Versuch, Zeitungslesern Kommunikation im digitalen Zeitalter zu erklären.
  • »Die größten Selbstdarsteller im Netz« — 18/07/2010 — Die Süddeutsche Zeitung schreibt, »sie melden sich stets zu Wort« und vergisst damit zwar, dass sie auch ständig um ihr Wort gebeten werden — darüber hinaus aber ist ihre Fotostrecke der ständig präsenten Internet-Promis, »denen ein bisschen Offline-Zeit guttun würde«, böse, ein bisschen überzogen, aber im Kern eben auch wahr. »Die größten Selbstdarsteller im Netz«, von Sascha Lobo bis — zu uns.
  • »I don’t have enough time« — 14/07/2010 — Es fehlt uns nicht an Zeit, um das zu tun, was wir wollen, es fehlt uns an Energie, schreibt Robert Twigger in seinem Blog-Eintrag, für den er übrigens nur zehn Minuten gebraucht haben will. Ein Aufruf an uns alle.
  • «Jens Best: ›Datennutzung im öffentlichen Raum beschützen‹« — 09/07/2010 — Google Street View hat in Deutschland viel Staub aufgewirbelt und die Politik auf die Barrikaden gebracht. Der Blogger Jens Best hat eine Kampagne gestartet, die Bürger dazu aufruft, aus vermeintlichen Datenschutzgründen ausgeblendete Häuser erneut zu fotografieren und zu geogaggen. Im Interview mit Telemedicus spricht er über die Privatsphäre und Datenschutz.

 
 
Gassenhauer 
10 Artists, 10 Tracks, 10 Videos | 24/07/2010
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Zum 50. Geburtstag der Doc Martens hat sich Schuhhersteller Air Wair International etwas Feines einfallen lassen. Er hat zehn Bands gebeten, Cover-Versionen einzuspielen — von Kult-Titeln, die den »Spirit« der Menschen widerspiegeln sollen, die in den vergangenen 50 Jahren Doc Martens getragen haben. Zu jedem Stück werden mit namhaften Regisseuren wie Anthony Burrill oder Matt Dilmore ein Video und ein Making Of produziert, und jeden dieser Tracks gibt es bei Doc Martens (in limitierter Auflage) zum kostenlosen Download. Sechs Bands haben ihre Projekte bereits abgeschlossen, darunter auch The Cinematic Orchestra mit dem bisher besten Cover von Jeff Buckleys »Lilac Wine« — da kann Elkie Brooks einpacken. Doch auch die anderen fünf Titel sind äußerst sehens‑ und vor allem hörenswert umgesetzt. (Weiterlesen …)


 
 
Digipop 
»Design should not dominate people« | 22/07/2010
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Die Atelier-Serie von Braun gehört für mich bis heute zu den schönsten HiFi-Entwicklungen, die es je zu kaufen gab. Gestaltet wurde sie seinerzeit — wie so mancher andere Braun-Klassiker — von Dieter Rams, einem der einflussreichsten Designer des 20. Jahrhunderts — heutzutage vor allem bekannt als »Großvater des iPhone«. 2009 hat Gestalten.tv mit ihm und Kollegen über seine Arbeit gesprochen, über sein Genie, Alltagsgegenstände zu Kultobjekten zu machen, über Ästhetik und über seine Grundregeln für gutes Design. Ein schöner kleiner Film, über den ich heute bei Jason Kottke gestolpert bin. Nur dieser eine Satz, »Design should not dominate people«, entbehrt aus dem Mund eines Apple-Designers nicht einer gewissen Ironie.


 
 
Gassenhauer 
Schönes Wochenende! | 16/07/2010
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Ich drück' jetzt den Off-Knopf und geh' in den Park — Kubb spielen und ein Bier trinken.

Via @zauberfrau.


 
 
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