Trotzendorff goes Uberspace

Irgendwo in einem nicht näher benannten Rechenzentrum in München steht ein Server mit dem prosaischen Namen »sv13«. Zwei Jahre lang war sv13 die Heimat von trotzendorff.de, immer wieder mal hatte er einen Ausfall, immer wieder mal reagierte er träge, doch die meiste Zeit verrichtete er seinen Dienst so zuverlässig, wie das Maschinen eben tun, und dieses Blog hat nicht gemurrt, auf sv13 abgelegt worden zu sein. Bis vor kurzem. Da gab es ein wenig Knatsch zwischen sv13 und WordPress, es ging um Speicher und SQL-Datenbanken, recht einig werden wollten die beiden sich nicht, und so beschloss ich, auch meinem Blog dieses Jahr ein Weihnachtsgeschenk zu machen: mehr Platz. Nun gibt es eine unüberschaubare Anzahl von Webhosting-Anbietern, von denen der eine so unpersönlich ist wie der andere, und so war es auch nicht Sympathie, sondern schlichtes Buchhalterdenken, das mich in die Arme eines Alphahosters trieb — für 25 Minuten, dann kamen die Ubernauten dazwischen. Weiterlesen →

Bye, bye, Delicious Links

  1. »Granting Anonymity« — 17/12/2010 — Alle reden über Anonymität im Netz, Virginia Heffernan schreibt in der New York Times darüber, wie sie sich technisch umsetzen lässt. Ein Artikel über Tor (The Onion Router), WikiLeaks und den Entwickler Jacob Appelbaum.
  2. »Frau Aigner? Ach, schon ausgetreten!« — 17/12/2010 — »Wie kann man etwas gegen Netzsperren und Vorratsdatenspeicherung haben, wenn man doch ein Blog betreibt und alle Leute wissen können, wie man das neue Scooter-Album findet? Ganz einfach: Deutschland kann man nicht nicht nutzen, man ist User vom ersten Tag an. Die Facebook-Mitgliedschaft ist freiwillig. Und Mark Zuckerberg hat keine Wasserwerfer.« Malte Welding schreibt in der taz über das Netz und die Politik.
  3. »Das moderne Leben: Gedichte im XING-Postfach« — 17/12/2010 — »Ich werde mein Kind nicht trilingual, aber mindestens in einer Programmiersprache erziehen und die Filtersoftware einzig auf BILD.de ausrichten.« Dieser Satz ist vielleicht der unwichtigste im FAZ-Blog-Artikel von Violandra Temeritia von Ávila aka Teresa Bücker, aber er ist der schönste. Neben dem, worum es eigentlich geht: »Feminismus steht jedem Mann. Mir steht sein Kapuzenpullover.«
  4. »Stefan Münker über das Bezahlen im Netz« — 14/12/2010 — »Die Leute mögen das schon, was Journalisten mit der Welt machen«, sagt Stefan Münker im Gespräch mit Dirk von Gehlen. Ein kluges, gut geführtes Interview über Chancen und Risiken der Digitalisierung.
  5. »Why WikiLeaks Is Good for America« — 09/12/2010 — Ein Plädoyer für Wikileaks, von Wired-Chefredakteur Evan Hansen: »WikiLeaks is not perfect, and we have highlighted many of its shortcomings on this website. Nevertheless, it’s time to make a clear statement about the value of the site and take sides: WikiLeaks stands to improve our democracy, not weaken it.«
  6. »Sieben Jahrhunderte Wikileaks« — 09/12/2010 — Ein interessanter historischer Ausflug, den Don Alphonso da unternimmt, und eine gewagte Verkettung großer Persönlichkeiten: Julian Assange als Erbe von William von Ockham, Jan Hus, Martin Luther, Giordano Bruno, Denis Diderot, Heinrich Heine und Rudolph Augstein.
  7. »Die Namenlosen« — 06/12/2010 — Ein Text, schon einige Monate alt, den Alard von Kittlitz für die FAZ geschrieben hat. Das Thema: Die »Anonymous«, eine undefinierbare, im wahrsten Wortsinn unfassbare Gruppe, die sich im Internet bewegt: »Sie greifen Firmen, Institutionen und Menschen an. Die Gründe dafür kennen manchmal nur sie selbst. Ihre Macht jedoch kann jeder zu spüren bekommen.«

Delicious ist ein Social-Bookmarking-Service, Sie finden mich dort als Trotzendorff. Da dieser Dienst jedoch bald von Yahoo! geschlossen werden soll, werde habe ich mich nach einer Alternative umsehen umgesehen. Daher waren dies wohl die letzten Delicious Links auf trotzendorff.de. Es sei denn, bei Yahoo! kommt man wieder zur Vernunft. Sie finden meine Bookmarks von nun an unter trotzendorff.de/bookmarks.

Yahoo! macht Delicious platt

Foto: flickr | John Wright (cc-by

Inzwischen scheint sich zu bestätigen, was ein paar Stunden lang nur ein Gerücht war: Yahoo! schließt den Social-Bookmarking-Dienst Delicious. Nun ist das auf der einen Seite kein Drama und so mancher, der das bedauert, wird auf Twitter nur mitleidig belächelt. Es gibt ja auch genügend Alternativen zu Delicious, so manche davon ist sogar ausgereifter, schöner, whatever. Für mich aber hat Delicious einen unschlagbaren Vorteil gehabt, den ich bei den in Frage kommenden Diensten jetzt erstmal wieder suchen darf: Ich konnte meine Bookmarks automatisch hier im Blog als Artikel posten lassen. Vielleicht hat das den ein oder anderen auch genervt, die Zugriffszahlen aber sprechen dafür, dass diese kommentierten Linksammlungen gerne gelesen werden. Dass ich mich nun wohl nach einer neuen Lösung umsehen muss, ärgert mich insbesondere, weil mich das Prozedere, WordPress und Delicious zusammenzubringen, im Sommer 2009 einige Zeit und Nerven gekostet hat. Wer also Tipps und Hinweise für mich hat, wie man für Zootool, Diigo oder Instapaper ein ähnlich komfortables Auto-Posting aufsetzen kann: immer her damit.

Völlig aus der Luft gegriffene Vergleiche (6)

Heute: Amazons internationale Geschenketipps für die deutschen Muttis, die deutschen Papis, les Mamans Française, les Papas Français, for the American Dads and the American moms, the British Dads and the British Mums.

Für die deutschen Muttis

Foto: Screenshot (Lightbox)

Pour les Mamans Française

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For the American moms

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For the British Mums

Foto: Screenshot (Lightbox)

Für die deutschen Muttis

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Pour les Papas Français

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For the American Dads

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For the British Dads

Foto: Screenshot (Lightbox)

Ahoi, Schwester!

Foto: Trotzendorff

Manufactum, Verkäufer des Wahren, Guten und Schönen, ist immer wieder mal für eine Überraschung gut. Erst kürzlich berichtete man mir von einer Ordensschwester, die in der Kölner Dependance seit einiger Zeit Waren an Mann und Frau zu bringen versucht, das allein aber verwundert noch nicht, gehört Klosterkultur doch für Marketer in eine Reihe mit Handarbeit, echten Werten und Rückbesinnung. Nun aber setzt das Waltroper Unternehmen (eine Tochter des Heine-Versands und damit der Otto-Gruppe) mit seinem Monatsbrief Dezember noch einen drauf. Unter der Überschrift »Mit kindlicher Freude, aber ohne Naivität« wird da auf den Seiten 16 und 17 eben jene Schwester Anne-Claire aus der klösterlichen Gemeinschaft von Jerusalem vorgestellt, die seit einigen Monaten in Köln für Manufactum arbeitet. Verwundert hat mich dabei nicht, dass sie einmal Jura studiert hat, verwundert hat mich auch nicht, dass sie ausgerechnet nach Köln wollte. Verwundert hat mich, was Manufactum als »Die Lieblingsprodukte von Sr. Anne-Claire« angibt. Als da wären: ein Garten-Sessel aus Aluminium (rot), für die Bestuhlung des Pariser »Jardin du Luxembourg« konzipiert, ein satiniertes Stahlmesser mit Olivenholzgriff, und, halten Sie sich fest, das »Armor Lux Matrosenshirt Langarm«. Noch Fragen?