<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>Trotzendorff &#187; Interviews</title>
	<atom:link href="http://www.trotzendorff.de/category/interviews/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>http://www.trotzendorff.de</link>
	<description></description>
	<lastBuildDate>Thu, 02 Feb 2012 13:36:28 +0000</lastBuildDate>
	<language>en</language>
	<sy:updatePeriod>hourly</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>1</sy:updateFrequency>
	<generator>http://wordpress.org/?v=3.3.1</generator>
		<item>
		<title>&#187;Trends sind nicht nachhaltig&#171;</title>
		<link>http://www.trotzendorff.de/2011/02/08/%c2%bbtrends-sind-nicht-nachhaltig%c2%ab/</link>
		<comments>http://www.trotzendorff.de/2011/02/08/%c2%bbtrends-sind-nicht-nachhaltig%c2%ab/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 08 Feb 2011 19:40:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Trotzendorff</dc:creator>
				<category><![CDATA[Interviews]]></category>
		<category><![CDATA[Facebook]]></category>
		<category><![CDATA[Mode]]></category>
		<category><![CDATA[Nachhaltigkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Twitter]]></category>
		<category><![CDATA[Umwelt]]></category>
		<category><![CDATA[Unternehmen]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.trotzendorff.de/?p=7726</guid>
		<description><![CDATA[Mit dem Bekleidungs-Label <a href="http://manomama.de/" title="Link zu manomama">»manomama«</a> hat Sina Trinkwalder sich einen Namen gemacht &#8212; als nahbare Unternehmerin, Verfechterin der Nachhaltigkeit und Vorbild in Sachen Transparenz und Ehrlichkeit. Grund genug, Sie um ein Interview zu bitten. Also haben wir uns verabredet, um über ihre Arbeit, die Großen der Branche und Produktnamen wie »Förtroende« oder »Keyakinan« zu sprechen. Als ich sie anrufe, liegt Sina gerade in der Badewanne. Eine Stunde später hat sie schrumpelige Finger und ich eine etwas besser Vorstellung davon, was sie antreibt. Ein Gespräch über die Schwierigkeit, ökologische Bekleidung trotz Reißverschlüssen zu produzieren, »budgetsensitive« Schwaben und den Unterschied zwischen sooooooohhhh!- und dahhhhhhhhh!-Tagen. <a href="http://www.trotzendorff.de/2011/02/08/%c2%bbtrends-sind-nicht-nachhaltig%c2%ab/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class="wp-caption alignleft"><img class="rounded-corners" src="/wp-content/uploads/2011/01/manomama_01_small.jpg" title="Sinja Trinkwalder &mdash; Gründerin von manomama" alt="Sinja Trinkwalder" />
<p class="wp-caption-text">Fotos: &copy; manomama (<a href="/wp-content/uploads/2011/01/manomama_01.jpg" rel="shadowbox[sbpost-7726];player=img;"">Lightbox</a>)</p>
</div>
<p>Mit dem Bekleidungs-Label <a href="http://manomama.de/" title="Link zu manomama">&raquo;manomama&laquo;</a> hat Sina Trinkwalder sich einen Namen gemacht &mdash; als nahbare Unternehmerin, Verfechterin der Nachhaltigkeit und Vorbild in Sachen Transparenz und Ehrlichkeit. Grund genug, Sie um ein Interview zu bitten. Also haben wir uns verabredet, um &uuml;ber ihre Arbeit, die Gro&szlig;en der Branche und Produktnamen wie &raquo;F&ouml;rtroende&laquo; oder &raquo;Keyakinan&laquo; zu sprechen. Als ich sie anrufe, liegt Sina gerade in der Badewanne. Eine Stunde sp&auml;ter hat sie schrumpelige Finger und ich eine etwas besser Vorstellung davon, was sie antreibt. Ein Gespr&auml;ch &uuml;ber die Schwierigkeit, &ouml;kologische Bekleidung trotz Rei&szlig;verschl&uuml;ssen zu produzieren, &raquo;budgetsensitive&laquo; Schwaben und den Unterschied zwischen sooooooohhhh!- und dahhhhhhhhh!-Tagen.<span id="more-7726"></span>
<p>Trotzendorff: Laut Facebook war das heute f&uuml;r Dich ein sooooooohhhh!-Tag, einer von den Guten. Was muss ein Tag haben, damit er das wird&#160;&#8211; und kein dahhhhhhhhh!-Tag?</p>
<p><i>Sina: (lacht) Oh, da liest einer wirklich meine Sachen. Ein So-Tag ist eine Aneinanderreihung positiver Erlebnisse, und die h&auml;ngen komplett zusammen mit dem Wiederaufbau der textilen Infrastruktur in Deutschland.</i></p>
<p>Und ein Dah-Tag?</p>
<p><i>Ein Dah-Tag ist, wenn ich auf Ignoranz sto&szlig;e, wenn ich mir den Mund fusslig reden muss und Leute trotzdem nicht &uuml;berzeugen kann. Ein Dah-Tag kann aber auch sein, dass ich in eine Idee viel Zeit oder Geld investiert habe, und sie trotzdem fehlschl&auml;gt. Da ist dann so ein dahhhhhhhhh!-Tag. (lacht) Wo ich am liebsten schreien w&uuml;rde.</i></p>
<p>Du teilst auf <a href="http://twitter.com/#!/manomama" title="Link zum Twitter-Account von manomama">Twitter</a> und <a href="https://www.facebook.com/manomama" title="Link zur Facebook-Seite von manomama">Facebook</a> recht viele Deiner Emotionen, und man wird den Eindruck nicht los, Dein Alltag sei ein Auf und Ab, st&auml;ndig pendelst Du zwischen Euphorie und Ern&uuml;chterung&#160;&#8230;</p>
<p><i>Ja. (lacht) Das kann sich innerhalb von Minuten &auml;ndern, das hat aber nichts mit einer hormongeschw&auml;ngerten 33-J&auml;hrigen zu tun, sondern damit, dass ich an ganz vielen Baustellen arbeite. Wir machen bei manomama alles selber, es ist ja nicht so, dass wir nur ein bisschen Schnitt machen oder ein bisschen Farben aussuchen. Ich habe die komplette Kette davor, vom Garn und Zwirn &uuml;ber die F&auml;rbereien und die Rohwaren, all die Geschichten, und da kann das ganz schnell wechseln zwischen &raquo;Juhu!&laquo; und &raquo;Jupidei&laquo; und &raquo;Ach, Schei&szlig;e!&laquo;.</i></p>
<p>Deine virtuelle Offenheit hat auch ihre Nachteile. Einige Zeit lang gab es so etwas wie einen Stalker oder Troll, der Dir das Leben online nicht gerade leichter gemacht hat&#160;&#8230;</p>
<p><i>Die gibt es immer wieder und die gibt es in verschiedenen Stufen. Es gibt Leute, denen du nichts recht machen kannst, in meinen Augen einfach &auml;u&szlig;erst unzufriedene Menschen, die Social Media dazu nutzen, ihre schlechte Laune zu verbreiten, die &uuml;ber andere Leute reden, weil sie &uuml;ber selbst nichts sagen k&ouml;nnen. Diese Kategorie finde ich mittlerweile recht am&uuml;sant, denn wenn du sie mit Ignoranz strafst, triffst du sie am meisten. Die andere Kategorie, und da hatte ich einen Fall, sind die Stalker, die dir vehement nachstellen, dich in Teilen auch bedrohen, und das ist ein klarer Fall f&uuml;r die Staatsanwaltschaft.</i></p>
<p>Du propagierst mit manomama so etwas wie einen Lebensstil. Wie konsequent l&auml;sst sich der wirklich leben?</p>
<p><i>Das ist eigentlich weit mehr als ein Lebensstil, das ist eine Grundhaltung. Und ich bin der Meinung, dass man mit unseren Ressourcen schlicht schonend umgehen muss und versuche das auch nach bestem Wissen und Gewissen durchzuziehen. Nat&uuml;rlich ist das nicht in allen Bereichen erf&uuml;llbar. Ich habe beispielsweise nach einem Dreivierteljahr ohne Auto gesehen, dass das einfach nicht geht. Ich kann aber sagen, dass ich es ernsthaft versucht habe, und jetzt muss ich eben gucken, was das kleinste &Uuml;bel ist. Und auch in der Produktion kommen wir manchmal an einen solchen Punkt.</i></p>
<p>Hast Du da ein Beispiel parat?</p>
<p><i>Ein Rei&szlig;verschluss. Es gibt keine bessere L&ouml;sung, ein Kleidungsst&uuml;ck zu schlie&szlig;en, es gibt aber zum heutigen Zeitpunkt auch keine &ouml;kologisch sinnvolle Alternative. Aber &mdash; wir arbeiten daran.</i></p>
<p>Und wenn ich Dir jetzt mit Adorno komme&#160;&#8230;? Es gibt kein richtiges Leben im Falschen? Immerhin steht auf der Homepage Deiner Agentur auch der Satz: &raquo;Es gibt keine Entschuldigung f&uuml;r Kompromisse.&laquo;</p>
<p><i>Gibt es auch nicht. Ein Kompromiss w&auml;re zu sagen: Moment, wir nehmen Rei&szlig;verschl&uuml;sse aus unseren Tests. Wir haben n&auml;mlich schon Versuche gemacht auf Basis nachwachsender Rohstoffe. Aber: Die halten einfach nicht lange. Und deshalb steht die Qualit&auml;t an vorderster Stelle. Wenn der Rei&szlig;verschluss nach f&uuml;nfmal &Ouml;ffnen kaputt ist, ist das f&uuml;r mich nicht mehr nachhaltig. Das jetzt ist f&uuml;r mich die L&ouml;sung zum aktuellen Zeitpunkt, in f&uuml;nf Jahren sehen die Dinge ganz anders aus. Aber zum aktuellen Zeitpunkt gibt es keine andere L&ouml;sung, und dessen kann ich mir sehr bewusst sein, sonst h&auml;tte ich sie gefunden. (lacht)</i></p>
<p>Wie konsequent bist Du selbst? Bei wie vielen der Dinge, die Dich t&auml;glich umgeben, wei&szlig;t Du, wo sie herkommen und wie sie produziert worden sind?</p>
<p><i>Um ehrlich zu sein, habe ich nicht viel und brauche nicht arg viel. Da geht es in erster Linie um Lebensmittel, da kaufe ich zu 90 Prozent in unserem Bioladen ein oder bei einer Biokette, wenn es mal nach 18 Uhr ist. Und wenn ich da wirklich nicht rauskomme, dann bin ich auch so ehrlich und springe in den Discounter, wenn mir noch ein Kilo Mehl fehlt, bevor ich drei Kilometer mit dem Auto zum Bioladen fahre. Bei Kosmetik habe ich auch Naturkosmetik, wobei ich da auch nicht gerade viel brauche, und dann sind wir eigentlich schon ziemlich weit. Klamotten hole ich mir von mir&#160;&#8230; (lacht)</i></p>
<p>Auf der Seite Deiner Agentur stehen au&szlig;erdem die S&auml;tze &raquo;Wir sind ein Familienbetrieb.&laquo; und &raquo;Wir sind Schwaben.&laquo; Gilt das auch f&uuml;r manomama?</p>
<p><i>Zum einen sind wir ebenso ein Familienbetrieb, denn das hat nichts damit zu tun, ob die Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer miteinander verheiratet sind oder die Mitarbeiter verschw&auml;gert. Es geht um die Grundhaltung gegen&uuml;ber dem Anderen. Familie sind Menschen, die, auch wenn es mal Streit gibt, sehr respektvoll miteinander umgehen, und die gut auch auf engem Raum miteinander auskommen. Und das Wichtigste ist, dass man f&uuml;reinander einsteht.</i></p>
<p>Und wie wichtig ist das mit den Schwaben?</p>
<p><i>Schwaben waren schon immer T&uuml;ftler. Schwaben waren immer budgetsensitiv, investieren also ihr Geld sinnvoll und sorgf&auml;ltig. Und Schwaben waren und sind nicht immer die Trendbewusstesten. Es gibt diesen sch&ouml;nen Spruch: Nicht mit der Zeit zu gehen, ist mir ihr zu gehen. Wir machen ja auch keine Mode, kein Fashion, wir machen Bekleidung. Mann muss nicht jedem Trend hinterherhecheln, denn Trends sind nicht nachhaltig. Du wirst bei auch nie einen Fummel sehen, den du sechs Wochen anziehen kannst, und dann kommt die n&auml;chste Kollektion. Alles v&ouml;lliger Bl&ouml;dsinn. Fr&uuml;her musstest du Hungrige stillen, heute musst du Satte hungrig machen. Es braucht kein Mensch alle zwei Wochen eine komplett neue Garderobe, wie es viele Ketten propagieren. Ungeachtet der Giftstoffe, der Transporte und CO<sub>2</sub> geht es um die Wertsch&auml;tzung von Arbeit. Und die Arbeit, die in ein Kleidungsst&uuml;ck gesteckt wird, das drei Wochen halten soll, und die f&uuml;r eins, das zwei Jahre halten soll, ist die gleiche. Nur sind die Kunden nat&uuml;rlich nicht bereit, f&uuml;r einen Modefummel, der drei Wochen halten soll, 50 Euro auszugeben. W&auml;re ich auch nicht. Der Verlierer ist immer der Produzent, in dem Fall: der Mensch, der an der N&auml;hmaschine sitzt.</i></p>
<p>Jetzt darf ich es ja nicht Modedesign nennen, dann nenne ich es eben Schneidern. Das hast Du Dir selbst beigebracht. Hei&szlig;t das, so etwas wie manomama kann jeder auf die Beine stellen?</p>
<p><i>Nein. Das kann jeder, der sich aus Geld nichts macht, vor allem nicht aus dem eigenen, weil er das n&auml;mlich investieren muss, wenn er keine Bank findet, die ihm etwas gibt. Das kann jeder auf die Beine stellen, der von seinen Eltern respektive vom lieben Gott eine gute Portion Talent und vor allen Dingen Dickk&ouml;pfigkeit mitbekommen hat. Das Motto &raquo;Geht nicht, gibt&#8217;s nicht&laquo; muss dich dein Leben lang begleiten, sonst scheiterst du nach drei Wochen. Zumindest in der Konsequenz, wie ich manomama mache. Ein normales gr&uuml;nes &Ouml;ko-Label machen kann jeder machen. Aber das ist f&uuml;r mich vor allem keine &ouml;kosoziale Bekleidung.</i></p>
<p>Wie unterscheidet sich diese Bekleidung von Eurer?</p>
<p><i>Bei uns ist alles &ouml;kologisch, und bei klassischer gr&uuml;ner Mode wird nach dem sogenannten Textilkennzeichnungsgesetz gearbeitet, und das besagt, du darfst gr&uuml;ne Mode dann gr&uuml;ne Mode nennen, wenn der Stoff bio ist. Der N&auml;hfaden muss nicht bio sein, die ganzen Zutaten m&uuml;ssen nicht bio sein. Vom fairen Aspekt ganz zu Schweigen. Und dann, das muss man ganz ehrlich sagen, macht es keinen Sinn. Das ist in meinen Augen Kundenverarsche.</i></p>
<p>Aber immerhin hat es diese gr&uuml;ne Mode bis in die ganz gro&szlig;en Ketten geschafft, auch H&amp;M hat inzwischen eine Organic-Cotton-Linie&#160;&#8230;</p>
<p><i>Aber das ist ja oftmals gar nicht Organic Cotton, das ist ja alles Bl&ouml;dsinn. Da steht gerne mal Organic Cotton darauf und darunter ganz klein &raquo;Mix&laquo;. Mehr Ehrlichkeit t&auml;te da sehr gut. Auch sch&ouml;n war die Sache mit der <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Kettfaden" title="Link zu Wikipedia">Kette</a> und dem <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Schussfaden" title="Link zu Wikipedia">Schuss</a>: Im Schuss wird Biobaumwolle gefahren, in der Kette lassen wir konventionelle. W&uuml;rde ja richtig Geld kosten, einen eigenen Bio-Baumwoll-Kettbaum zu machen. Wir machen das. Entweder gescheit oder gar nicht. (lacht)</i></p>
<p>Aber die Leute glauben doch, dass Organic Cotton auch Organic Cotton ist.</p>
<p><i>Ja, nat&uuml;rlich glauben sie es. Darauf zielen ja die Labels ab. Es gibt so viele Missverst&auml;ndnisse. Das gr&ouml;&szlig;te ist, das C&amp;A den Nachhaltigkeitspreis bekommen hat, weil sie Biobaumwolle einsetzen. Im gleichen Atemzug steht C&amp;A aber auch im Schwarzbuch der Markenfirmen f&uuml;r absolut unmenschliche Bedingungen in ihren N&auml;hereien. Macht aber nichts, das verschweigt man ganz gerne. Ein anderes Beispiel ist Pflanzenf&auml;rbung. Ich war auch der Meinung, ich m&uuml;sste das nutzen. Aber man braucht erst einmal eine Unmenge an Platz, um diese Pflanzen anzubauen. Dar&uuml;ber hinaus braucht man unendlich viel Energie und Chemikalien, um das Pigment aus der Pflanze zu isolieren: Aluminiumsalze, Natriumdidionit, lauter Zeug, das die Welt nicht sehen will. Und dann ist die Waschechtheit auch noch wirklich mager im Vergleich zu synthetischer F&auml;rbung, und man braucht auch noch das Zehnfache an Wasser.</i></p>
<p>Nun k&ouml;nnte man ja meinen, die gro&szlig;en Labels bereiteten kleinen Firmen wie manomama den Weg mit ihrer gr&uuml;nen Mode und erleichterten ihnen die Arbeit. Ich w&uuml;rde jedoch sagen, es ist genau umgekehrt, oder?</p>
<p><i>Ja, es ist genau umgekehrt. Es ist aber doch immer umgekehrt. Wie im Autobau: Die kleinen T&uuml;ftler schaffen Inspiration und L&ouml;sungen, die gro&szlig;en bauen es mit geballter Power nach.</i></p>
<p>Und dennoch nehmen sie damit den Kleinen ein St&uuml;ck Aufmerksamkeit&#160;&#8230;</p>
<p><i>Das tun sie immer. Die Kleinen haben schlicht nicht die Kraft, so in einen Markt zu schreien, wie ein Gro&szlig;er. Es gibt Gro&szlig;e, Etablierte, die sehr friedlich in Koexistenz mit den Kleinen leben. Es gibt bei uns sogar zwei Gro&szlig;e, mit denen wir ein nahezu freundschaftliches Verh&auml;ltnis pflegen. Das sind dann aber meistens die, die es auch im gro&szlig;en Stil relativ &ouml;kologisch meinen. Dass die nicht so radikal, regional und &ouml;kologisch agieren k&ouml;nnen wie manomama, ist doch ganz klar. Da muss der Konsument auch mal einen Strich drunter machen. Wir hatten eben das Gl&uuml;ck, dass wir von Null anfangen konnten und von vornherein Transparenz ganz gro&szlig; geschrieben haben. In einem gro&szlig;en Unternehmen wirst du nie die M&ouml;glichkeit haben, von heute auf morgen Transparenz zu schaffen.</i></p>
<p>Das hei&szlig;t, du willst nicht missionieren?</p>
<p><i>Nein, will ich nicht. Es gibt auch Kunden, die uns schreiben, wir w&auml;ren so radikal. Andere k&ouml;nnen mit unserer Transparenz und Ehrlichkeit, schlicht mit der Art Wirtschaft, einfach nicht umgehen und reden es schlecht. Und da denke ich immer: Du musst das doch nicht kaufen. Lass es doch! Kauf Deine T-Shirts doch, wo Du m&ouml;chtest. Wenn ein Mensch versteht, warum wir manomama machen, wird er automatisch zu einem Kunden. Weil er begriffen hat, dass wir eben keine Mode machen, dass wir eben nicht aus reinen Profitgr&uuml;nden arbeiten. Nat&uuml;rlich m&ouml;chte ich irgendwann auch eine Null schreiben, und ich f&auml;nde es auch richtig klasse, wenn ich 2014 Gehalt &uuml;berwiesen bek&auml;me&#160;&#8230;</i></p>
<p>Immerhin hat manomama dieser Tage gerade seine 1000. Bestellung gehabt&#160;&#8230;</p>
<p><i>Das stimmt. Und das Lustige ist, und das hat mich total gefreut: Diese Bestellung kam von einer Offlinerin. Und weil wir gesagt haben, die 1000. Bestellung geht shoppen for free, habe ich extra gefragt, ob die Dame einen Twitternamen hat oder ob sie auf Facebook sei. Aber sie sagte: &raquo;Nee, ich hab das in der Zeitung gelesen.&laquo; Wir gehen also langsam den Weg in Richtung Offline, und das ist auch gut so.</i></p>
<p>Wie zufrieden bist Du mit der bisherigen Entwicklung?</p>
<p><i>Sehr zufrieden.</i></p>
<p>Denn wirtschaftlich, das klang ja auch schon durch, d&uuml;rfte sich das Projekt bis heute kaum rentiert haben, oder?</p>
<p><i>Nein, es ist nach wie vor so, dass ich das Material vorstrecke, dass ich kein Gehalt bekomme, und dass wir noch keine Miete zahlen. Aber es ist auch v&ouml;llig utopisch, nach neun Monaten aus den roten Zahlen zu sein. Meine Agentur hat auch ihre drei Jahre gebraucht.</i></p>
<p>Wie viel hat denn Dein Know-how aus Agenturzeiten beim Aufbau von manomama geholfen?</p>
<p><i>Dadurch, dass man sich dort unb&auml;ndig f&uuml;r das Projekt engagiert, auch nach 18 Uhr, haben wir eine tolle Internetseite und eine tolle Kommunikation im Social-Media-Bereich. Wir haben ja gerade erst den <a href="http://socialmediapreis.twittwoch.de/manomama/" title="Link zum Social-Media-Preis">Social-Media-Preis</a> bekommen, eine Auszeichnung f&uuml;r das Team dahinter. Ich glaube, ein Geheimnis ist, dass wir Informationen ganz gut an dem Mann bekommen.</i></p>
<p>Apropos an den Mann bekommen: Euer Vertrieb funktioniert bislang online oder &uuml;ber sogenannte <a href="http://manomama.de/content/was_macht" title="Link zu manomama">Manomamas beziehungsweise Manopapas</a>. Wie sieht es mit dem klassischen Ladenlokal aus?</p>
<p><i>Ja? N&auml;chste Frage? (lacht) Dadurch, dass ich in der Agentur lange Jahre Direktvertriebsunternehmen consultet habe und ich das eine ganz toll Sache finde, war mir klar, dass ich das auch m&ouml;chte, aber unter Bedingungen, die ich f&uuml;r fair und sozial halte. Nichtsdestotrotz starten wir ab Ende M&auml;rz auch in einigen St&auml;dten. Das Problem ist unsere F&uuml;nftel-Kalkulation: Ein F&uuml;nftel ist Lohn f&uuml;r die N&auml;herinnen, ein F&uuml;nftel ist Material, ein F&uuml;nftel ist der Verkaufsanteil, den die Manomama oder die Station bekommt, ein F&uuml;nftel ist f&uuml;r Werbung, Design, Schnitt, IT, Technik, Tod und Teufel, und ein F&uuml;nftel sind Steuern. Nun ist aber der Einzelhandel Margen von 300, 400 Prozent gewohnt&#160;&#8230;</i></p>
<p>Da kommst Du mit deinem F&uuml;nftel nicht weit&#160;&#8230;</p>
<p><i>Da kommt ich mit meinen 20 Prozent, und die lachen mich aus. Es gibt aber mittlerweile Unternehmen, die das in Ordnung finden. Die k&ouml;nnten es sich zwar nicht leisten, ausschlie&szlig;lich manomama zu verkaufen, aber sie haben eben die M&ouml;glichkeit und wollen das auch. Das sind L&auml;den, die wir uns ganz speziell ausgeguckt haben, die haben sich bei uns genauso beworben, wie sich die Manomamas und Manopapas bei uns bewerben, denn wir wollen niemanden haben, der das aus reiner Profitgier macht. Das hei&szlig;t nicht, dass man als Manomama oder Manopapa nicht sein gutes Geld verdienen kann. Die m&uuml;ssen auch ein ordentliches Auskommen haben.</i></p>
<p>Bekommen wir noch einen Tipp, woher Du Produktnamen wie &raquo;F&ouml;rtroende&laquo; oder &raquo;Keyakinan&laquo; nimmst?</p>
<p><i>Diese beiden sind aus verschiedenen Sprachen, und wenn Du die googelst, wirst du immer wieder ein Wort finden, und dieses Wort hei&szlig;t Zuversicht. Alle Produkte der ersten Kollektion hei&szlig;en Zuversicht. Die Produkte, die jetzt in unserem <a href="http://www.manomama.de/blog/category/adventskalender2010/" title="Link zum manomama-Blog">Adventskalender</a> waren, haben dagegen Fantasienamen. Da brauchten wir einfach irgendwas, damit wir wissen, was die M&auml;dels hinten n&auml;hen sollen.</i></p>
<p>Gibt es da so etwas wie eine Inspirationsquelle?</p>
<p><i>Die Namen f&uuml;r die erste Kollektion entstanden aus einer Twitter-Kollaboration. Ich habe nach dem positivsten Wort gefragt, das meine Follower kennen, und da hat sich herausgestellt, dass das nicht Hoffnung oder Glaube war, sondern Zuversicht, weil das alles miteinander verbinden w&uuml;rde.</i></p>
<p>Und Zuversicht ist wahrscheinlich auch das, was am Ende von einem So-Tag &uuml;brig bleibt?</p>
<p><i>Zuversicht ist das, was ich immer habe, an einem Dah-Tag wie an einem So-Tag, weil ich ein absolut &uuml;berzeugter Optimist bin. Wenn du die verlierst, kannst du den Laden zusperren. An einem So-Tag bleibt &uuml;brig: &raquo;Boah, wie geil war das denn, ich geh jetzt heim und koche.&laquo; Dabei kann ich n&auml;mlich entspannen.</i></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.trotzendorff.de/2011/02/08/%c2%bbtrends-sind-nicht-nachhaltig%c2%ab/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>1</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>&#187;Ich hoffe, wir haben die Pubert&#228;t hinter uns&#171;</title>
		<link>http://www.trotzendorff.de/2010/12/09/%c2%bbich-hoffe-wir-haben-die-pubertat-hinter-uns%c2%ab/</link>
		<comments>http://www.trotzendorff.de/2010/12/09/%c2%bbich-hoffe-wir-haben-die-pubertat-hinter-uns%c2%ab/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 09 Dec 2010 07:57:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Trotzendorff</dc:creator>
				<category><![CDATA[Interviews]]></category>
		<category><![CDATA[FROH!]]></category>
		<category><![CDATA[Interview]]></category>
		<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Köln]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.trotzendorff.de/?p=7190</guid>
		<description><![CDATA[Gestern Abend haben sich die Macher des Gesellschafts-Magazins <a href="http://www.frohmagazin.de/" title="Link zur Homepage von FROH!">FROH!</a> in Essen ihren <a href="http://de.red-dot.org/communication-design.html" title="Link zur Homepage des Red-Dot-Awards">Red-Dot-Award</a> abgeholt. Nur ein Zeichen von vielen, das zeigt: Dieses Projekt wird wahrgenommen. Erst kürzlich wurde in Köln die <a href="/2010/11/17/froh-macht-licht-macht-froh/" title="Link zum Artikel &#187;FROH! macht Licht mach froh&#171;">fünfte Ausgabe</a> des werbefreien non-profit-Magazins vorgestellt, das für mich zu den großartigsten journalistischen Projekten gehört, die es in den vergangenen Jahren gegeben hat. Und weil ich mich jedes Mal wieder freue, wenn die Herausgeber Dirk Brall und Michael Schmidt, Chefredakteur Sebastian Pranz und Art-Direktor Klaus Neuburg eine neue Ausgabe machen (obwohl sie eigentlich nach der ersten gleich wieder aufhören wollten), habe ich Michael und Sebastian einige Fragen zu FROH! gestellt. Herausgekommen ist ein Interview über Geld und Ideale, Credibility und christliche Werte, Angela Merkel und David Hasselhoff. Und eines, das mit einer offenen Frage endet. <a href="http://www.trotzendorff.de/2010/12/09/%c2%bbich-hoffe-wir-haben-die-pubertat-hinter-uns%c2%ab/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class="wp-caption alignleft"><img class="rounded-corners" src="/wp-content/uploads/2010/12/frohredaktion.jpg" alt="" title="Die FROH!-Redaktion" width="300" height="200" class="alignnone size-full wp-image-7205" />
<p class="wp-caption-text">Foto: &copy; FROH!-Magazin</p>
</div>
<p>Gestern Abend haben sich die Macher des Gesellschafts-Magazins <a href="http://www.frohmagazin.de/" title="Link zur Homepage von FROH!">FROH!</a> in Essen ihren <a href="http://de.red-dot.org/communication-design.html" title="Link zur Homepage des Red-Dot-Awards">Red-Dot-Award</a> abgeholt. Nur ein Zeichen von vielen, das zeigt: Dieses Projekt wird wahrgenommen. Erst k&uuml;rzlich wurde in K&ouml;ln die <a href="/2010/11/17/froh-macht-licht-macht-froh/" title="Link zum Artikel &raquo;FROH! macht Licht mach froh&laquo;">f&uuml;nfte Ausgabe</a> des werbefreien non-profit-Magazins vorgestellt, das f&uuml;r mich zu den gro&szlig;artigsten journalistischen Projekten geh&ouml;rt, die es in den vergangenen Jahren gegeben hat. Und weil ich mich jedes Mal wieder freue, wenn die Herausgeber Dirk Brall und Michael Schmidt, Chefredakteur Sebastian Pranz und Art-Direktor Klaus Neuburg eine neue Ausgabe machen (obwohl sie eigentlich nach der ersten gleich wieder aufh&ouml;ren wollten), habe ich Michael und Sebastian einige Fragen zu FROH! gestellt. Herausgekommen ist ein Interview &uuml;ber Geld und Ideale, Credibility und christliche Werte, Angela Merkel und David Hasselhoff. Und eines, das mit einer offenen Frage endet.<span id="more-7190"></span></p>
<p>Trotzendorff: Als Ihr vor zwei Jahren angefangen habt, wusstet Ihr noch nicht wirklich, ob es &uuml;berhaupt mehr als eine FROH!-Ausgabe geben w&uuml;rde. Mit &raquo;Licht&laquo; erscheint morgen nun bereits Heft #5, Ihr habt neben viel Zuspruch und guten bis begeisterten Kritiken in diesem Jahr auch einen Red-Dot-Design-Award gewonnen &mdash; wie weit seid Ihr inzwischen auf dem FROH!-Weg gekommen? Wo steht Ihr?</p>
<p><i>Sebastian: Wir haben von Anfang an eigentlich nie geplant, von wem wir gelesen werden oder welches Image wir haben wollen, sondern immer sehr intuitiv das gemacht, was uns selbst interessiert. Ich glaube, wir haben inzwischen unsere Stimme gefunden und wissen, welche Themen zu FROH! passen und welche nicht. Von einem erfahrenen Magazinmacher habe ich k&uuml;rzlich geh&ouml;rt, dass Magazine in etwa die gleichen Entwicklungsschritte machen, wie ein Mensch. Ich hoffe, wir haben jetzt die Pubert&auml;t hinter uns, aber so genau wei&szlig; man das nie.</i></p>
<p>Anfangs war es wahrscheinlich noch schwierig, Autoren, Fotografen, Illustratoren und all die anderen Mitstreiter f&uuml;r ein solches Projekt zu gewinnen. Wie ist das heute? M&uuml;sst Ihr immer noch Klinken putzen oder rennt man Euch inzwischen die Bude ein?</p>
<p><i>Sebastian: Als wir Weihnachten 2008 angefangen haben, wollten wir eigentlich nur ein einziges Heft machen und danach wieder unseren Jobs nachgehen. Aber eine der gr&ouml;&szlig;ten &Uuml;berraschungen war es, dass wir sehr schnell viele professionelle Beitr&auml;ge hatten. Das war ein gro&szlig;er Ansporn f&uuml;r uns und hat uns in unserer Idee, ein regelm&auml;&szlig;ig erscheinendes Magazin zu machen, best&auml;rkt. Das hat sich eigentlich bis heute nicht ge&auml;ndert: Ohne diesen R&uuml;ckenwind durch die vielen Beitragenden, die uns derzeit immer noch ehrenamtlich unterst&uuml;tzen, w&uuml;rde es FROH! nicht geben. Was die einzelnen Hefte angeht, haben wir mitunter sehr genaue Vorstellungen und versuchen, wirklich auch die kleinste Infografik konzeptionell gut einzubinden. Das bedeutet einerseits, dass ein Gro&szlig;teil der Texte und Bilder passgenau f&uuml;r FROH! angefertigt wird, und andererseits, dass auch ein hochkar&auml;tiger Beitrag mal rausf&auml;llt, weil er einfach nicht ins Heft passt.</i></p>
<p>Und wie steht das FROH!-Magazin finanziell da? Wie gut funktioniert der Spagat zwischen non-profit und professionellem Anspruch?</p>
<p><i>Micha: Es liegt in der Natur eines non-profit-Projektes, dass man sich um Spenden k&uuml;mmern und in der finanziellen Planung immer zwei Schritte vor dem Tagesgesch&auml;ft sein muss. Das bindet einen gro&szlig;en Teil unserer Arbeitskraft, ist aber ein wichtiger Teil des Gesamtkonzeptes. Denn uns ist klar, dass wir werbefrei bleiben und unser Heft unabh&auml;ngig von Anzeigenkunden gestalten wollen. Daher gehen wir den Weg, dass wir nach Unterst&uuml;tzern suchen, die FROH! f&uuml;r das f&ouml;rdern, was es ist. Auch wenn wir finanziell vielleicht keine gro&szlig;en Spr&uuml;nge machen k&ouml;nnen, bleiben wir inhaltlich ungebunden.</i></p>
<p>Haben sich in den vergangenen zwei Jahren mal Verlage gemeldet, die Interesse an FROH! hatten? Und, wenn ja, wie habt Ihr reagiert?</p>
<p><i>Sebastian: Nein eigentlich nicht. Vielleicht liegt das auch daran, das FROH! ein Zwischending aus einem Buch, einem Kunstband und einem Gesellschaftsmagazin ist. Ich glaube, das betrachtet man aus verlegerischer Sicht erst mal etwas l&auml;nger, bevor man es einkauft. Aber auch ohne zu einem festen Verlag zu geh&ouml;ren, haben wir im Verlag Hermann Schmidt, zu dem ja unsere Druckerei geh&ouml;rt, einen sehr gro&szlig;en Unterst&uuml;tzer gefunden, der uns mit Rat und Tat zur Seite steht. Damit sind wir sehr gl&uuml;cklich.</i></p>
<p>W&uuml;rde FROH! als professionelles Magazin mit Verlagshintergrund &uuml;berhaupt so gut funktionieren, wie es das bis jetzt tut?</p>
<p><i>Sebastian: Das h&auml;ngt sehr vom Verlag ab, ich glaube es gibt viele kleinere Verlage, die spannende Sachen machen und selbst gro&szlig;e H&auml;user wie Springer realisieren mal so etwas Abgefahrenes wie <a href="http://www.derfreund.com/start.php" title="Link zu DER FREUND">&#8250;DER FREUND&#8249;</a> oder <a href="http://humanglobalerzufall.de/" title="Link zu Human Globaler Zufall">&#8250;Human Globaler Zufall&#8249;</a>. Ich glaube trotzdem, wir werden unser eigener Verlag bleiben und behalten die Freiheit, sich jederzeit neu erfinden zu k&ouml;nnen. Au&szlig;erdem m&uuml;sste ein Verlag ja auch unsere ideellen Vorstellungen mittragen: Einen Teil der Einnahmen f&uuml;r ein gutes Projekt zu spenden, ist nicht unbedingt wirtschaftlich.</i></p>
<p>Wie wichtig sind Optik, Haptik und Layout, die ja Understatement ausstrahlen, f&uuml;r den Anspruch und das non-profit-Denken, das FROH! hat?</p>
<p><i>Sebastian: Eigentlich haben wir uns von der Vorstellung verabschiedet, dass man Gestaltung und Inhalt getrennt voneinander sehen kann. F&uuml;r uns hat das alles den gleichen Stellenwert. Das ist ja das Sch&ouml;ne an einem analogen Medium &mdash; ein Magazin ist ein Gesamterlebnis, das auf sehr vielen Ebenen funktioniert. Im redaktionellen Prozess sprechen wir meistens genauso lange &uuml;ber den Schriftschnitt, die Farbigkeit und die Wei&szlig;r&auml;ume, wie &uuml;ber die Texte.</i></p>
<p>Eine der gro&szlig;en Aufgaben der Anfangszeit war vor es vor allem, Vertriebspartner zu bekommen. Wo kann man FROH! inzwischen &uuml;berall kaufen?</p>
<p><i>Micha: Unser gr&ouml;&szlig;ter Vertriebskanal ist immer noch unser eigener <a href="http://www.frohmagazin.de/shop/" title="Link zum Online-Shop von FROH!">Online-Shop</a>, aber wir haben im vergangenen Jahr interessante Verkaufsorte aufgenommen, um FROH! in einigen St&auml;dten kaufbar zu machen. Auf unserer Website im Shop gibt es auch eine Liste, wo es FROH! um die Ecke gibt, das sind oft kleine L&auml;den, aber auch bekannte Buchhandlungen &uuml;ber Deutschland verteilt.</i></p>
<p>Anl&auml;sse immer wieder thematisch, aber mit Augenzwinkern und eher &uuml;ber Umwege anzugehen, ist reizvoll, birgt aber in meinen Augen auch das Risiko, sich zu weit vom Kern  zu entfernen. Wie war das bei der aktuellen Ausgabe &raquo;Licht&laquo;?</p>
<p><i>Sebastian: In unserem vorletzten Heft FINALE haben wir zum Beispiel einen sehr gro&szlig;en thematischen Spagat versucht &mdash; denn wir wollten kein Fu&szlig;ballheft im engeren Sinne machen, sondern auch &uuml;ber Dinge wie den Tod sprechen. Da sind 100 Seiten schnell voll. LICHT ist hingegen ein sehr ruhiges Heft geworden, das den einzelnen Ideen viel Raum gibt. Aus journalistischer Perspektive ist das Thema sehr dankbar, denn man kann &uuml;ber die Auseinandersetzung mit dem Licht und der Dunkelheit eigentlich alles m&ouml;gliche erz&auml;hlen. Beispielsweise hat unsere Autorin Stefanie M&uuml;ller-Frank ein St&uuml;ck &uuml;ber einen Pilgerort geschrieben &mdash; da geht es um die Anziehungskraft eines Dorfes, den Streit &uuml;ber ein Wunder, die Politik der katholischen Kirche und das pers&ouml;nliche Erleben von Menschen. Ich mag solche Themen, denn sie schlagen eine sehr gro&szlig;e Br&uuml;cke vom Rahmenthema zum Leser.</i></p>
<p>Habt Ihr Euch in den vergangenen Jahren ver&auml;ndert, was die Herangehensweise an Hefte und Themen angeht? Habt Ihr Euch irgendwo was abgeguckt oder gibt es vielleicht Nachahmer von FROH!?</p>
<p><i>Sebastian: Bei uns im Team kommen sehr viele Interessen zusammen, die einen eigenen Themen-Mix ergeben. Und wahrscheinlich haben wir auch alle unsere heimlichen Vorbilder. Ich lese sehr gerne die <a href="http://www.dummy-magazin.de/" title="Link zum Dummy-Magazin">Dummy</a> und die <a href="http://www.brandeins.de/" title="Link zur brandeins">brandeins</a>, aber auch das nachhaltige Wirtschaftsmagazin <a href="http://www.enorm-magazin.de/" title="Link zu enorm">enorm</a>, das es seit Anfang des Jahres gibt. Was unsere eigene Herangehensweise angeht, ist es immer noch so, dass wir uns mit Haut und Haaren auf die Themen einlassen, auch in der Nacht vor Druckabgabe noch kontrovers &uuml;ber Detailfragen diskutieren, bis schlie&szlig;lich ein Heft herauskommt und wir wieder ausschlafen k&ouml;nnen. Anders m&ouml;chte ich eigentlich auch gar nicht mehr leben.</i></p>
<p>Ziel von FROH! war es von der ersten Ausgabe an, auch wirklich froh zu machen, etwas zu bewegen. In einem ehrlichen R&uuml;ckblick: Wie gut ist Euch das gelungen?</p>
<p><i>Sebastian: Das ist eine schwere Frage &mdash; ich glaube, jeder Au&szlig;enstehende kann sie besser beantworten als wir. Ob wir mit FROH! etwas bewegen, kann man sicherlich auch schwer messen. Aber es ist schon so, dass die Werte, die uns mit dem Heft wichtig sind, in der Gesellschaft zunehmend Geh&ouml;r finden: Seit der Finanzkrise verlassen wir uns zum Beispiel nicht mehr blind auf rein wirtschaftliche Modelle, da bekommen non-profit-Unternehmen eine v&ouml;llig neue Credibility. Und auch pers&ouml;nliche Einstellungen wie ein christliches Menschenbild oder strategisches Konsumverhalten werden zunehmend gesellschaftlich relevant. Ich w&uuml;rde mich sehr freuen, wenn wir zu diesem Trend etwas beigetragen k&ouml;nnen.</i></p>
<p><i>Micha: Und nat&uuml;rlich bekommen wir auch immer wieder R&uuml;ckmeldungen von Lesern, die uns erahnen lassen, dass FROH! auch froh macht. Letztens schrieb uns eine Leserin vom Krankenbett: FROH! mache sie nicht nur froh, sondern gl&uuml;cklich. Es sei schwer die Welt zu retten (wie es in unserer Weihnachtsgeschichte in der aktuellen Ausgabe anklingt), aber ihren Tag h&auml;tten wir gerettet. Sowas ist dann einfach sch&ouml;n.</i></p>
<p>Und seid Ihr selbst immer noch froh mit FROH!?</p>
<p><i>Sebastian: Ich glaube, keiner von uns h&auml;tte vor zwei Jahren einsch&auml;tzen k&ouml;nnen, worauf wir uns da einlassen. FROH! ist kein Job, sondern eine richtige Lebensabschnittsaufgabe. F&uuml;r mich pers&ouml;nlich ist es aber nach wie vor die spannendste Sache, die ich mir im Moment vorstellen kann. Und ich glaube, das geht uns allen &auml;hnlich.</i></p>
<p>Wenn Ihr Euch f&uuml;r FROH! etwas w&uuml;nschen d&uuml;rftet, sagen wir, die gute Fee kommt vorbei, mit einem Wunsch. Welcher w&auml;re das?</p>
<p><i>Sebastian:F&uuml;r unser Redaktionsb&uuml;ro h&auml;tte ich gerne Schlafliegen, eine zweite Espressomaschine und einen Physiotherapeuten. Au&szlig;erdem w&auml;re es nett, mal Angela Merkel im Gespr&auml;ch mit David Hasselhoff zu bringen. Die Bilder macht Anton Corbijn.</i></p>
<p>Wisst Ihr schon, welches Thema das n&auml;chste Heft haben wird?</p>
<p><i>Sebastian: Na klaro, wieso fragst Du?</i></p>
<p>Auf dem Foto, von links nach rechts: Stefan Vetter (&Ouml;ffentlichkeitsarbeit), Dirk Brall (Herausgeber), Sebastian Pranz (Chefredakteur), Klaus Neuburger (Art-Direktor), Mona Garde (Grafik), Michael Schmidt (Verleger)</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.trotzendorff.de/2010/12/09/%c2%bbich-hoffe-wir-haben-die-pubertat-hinter-uns%c2%ab/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>2</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>&#187;Wir brauchen vor Facebook keine Angst zu haben&#171;</title>
		<link>http://www.trotzendorff.de/2010/11/25/%c2%bbwir-brauchen-vor-facebook-keine-angst-zu-haben%c2%ab/</link>
		<comments>http://www.trotzendorff.de/2010/11/25/%c2%bbwir-brauchen-vor-facebook-keine-angst-zu-haben%c2%ab/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 25 Nov 2010 20:10:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Trotzendorff</dc:creator>
				<category><![CDATA[Interviews]]></category>
		<category><![CDATA[Facebook]]></category>
		<category><![CDATA[Foursquare]]></category>
		<category><![CDATA[Gowalla]]></category>
		<category><![CDATA[Internet]]></category>
		<category><![CDATA[loca.li]]></category>
		<category><![CDATA[Location Based Services]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.trotzendorff.de/?p=7081</guid>
		<description><![CDATA[Wollte Twitter noch wissen, <em>was</em> wir gerade machen, interessieren sich <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Location_Based_Services" title="Link zu Wikipedia">Location Based Services</a> vor allem für das <em>Wo</em>. Und während sich Anbieter wie <a href="http://foursquare.com/" title="Link zu Foursquare">Foursquare</a> oder <a href="http://gowalla.com/" title="Link zu Gowalla">Gowalla</a> schon etabliert haben, die Werbeindustrie bereits mit den Hufen scharrt und inzwischen auch Facebook mit seinem <a href="http://www.facebook.com/places/" title="Link zu Facebook">Places-Dienst</a> auf dem Geodaten-Markt mitmischt, steckt <a href="http://www.loca.li/" title="Link zu loca.li">loca.li</a> noch in den Kinderschuhen. Aufgebaut haben das in Wiesbaden beheimatete Projekt Sonja Ludscheidt und Jesse Adler. Doch ist da noch Platz zwischen all den Anbietern? Lässt sich mit Location Based Services Geld verdienen? Und wie hält es loca.li mit dem Datenschutz? Das und mehr habe ich Sonja gefragt. Über manches hat sie offen gesprochen, über manches aber schweigt sie auch &#8212; noch. <a href="http://www.trotzendorff.de/2010/11/25/%c2%bbwir-brauchen-vor-facebook-keine-angst-zu-haben%c2%ab/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class="wp-caption alignleft"><img class="rounded-corners" src="/wp-content/uploads/2010/11/sonja_small.jpg" title="Sonja" alt="Sonja" />
<p class="wp-caption-text">Fotos: loca.li/Screenshot (<a href="/wp-content/uploads/2010/11/sonja.jpg" rel="shadowbox[sbpost-7081];player=img;">Lightbox</a>)</p>
</div>
<p>Wollte Twitter noch wissen, <em>was</em> wir gerade machen, interessieren sich <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Location_Based_Services" title="Link zu Wikipedia">Location Based Services</a> vor allem f&uuml;r das <em>Wo</em>. Und w&auml;hrend sich Anbieter wie <a href="http://foursquare.com/" title="Link zu Foursquare">Foursquare</a> oder <a href="http://gowalla.com/" title="Link zu Gowalla">Gowalla</a> schon etabliert haben, die Werbeindustrie bereits mit den Hufen scharrt und inzwischen auch Facebook mit seinem <a href="http://www.facebook.com/places/" title="Link zu Facebook">Places-Dienst</a> auf dem Geodaten-Markt mitmischt, steckt <a href="http://www.loca.li/" title="Link zu loca.li">loca.li</a> noch in den Kinderschuhen. Aufgebaut haben das in Wiesbaden beheimatete Projekt Sonja Ludscheidt und Jesse Adler. Doch ist da noch Platz zwischen all den Anbietern? L&auml;sst sich mit Location Based Services Geld verdienen? Und wie h&auml;lt es loca.li mit dem Datenschutz? Das und mehr habe ich Sonja gefragt. &Uuml;ber manches hat sie offen gesprochen, &uuml;ber manches aber schweigt sie auch &mdash; noch.<span id="more-7081"></span></p>
<p>Trotzendorff: &raquo;Alles, was fehlt, sind die Menschen&laquo;, schrieb die <a href="http://www.nytimes.com/2010/11/07/weekinreview/07brustein.html" title="Link zur New York Times">New York Times</a> k&uuml;rzlich &uuml;ber Location Based Services. Die Plattformen seien da, die Kapitalgeber auch, und selbst Werbeformen seien bereits entwickelt. Nur die Nutzer hielten sich noch zur&uuml;ck. W&uuml;rdest Du dieses Urteil best&auml;tigen?</p>
<p><i>Sonja: Wir sind uns sicher, dass die Nutzer die Produkte gerne nutzen. Vergangene Aktionen haben jedoch gezeigt, dass das Handling schlicht zu schwer oder zu zeitintensiv ist. Gegen tolle Aktionen kann sich keiner verwehren. Wenn der Weg dahin jedoch zu holprig ist, wird die Zeit f&uuml;r etwas anderes verwendet.</i></p>
<p>Wie viele Nutzer habt Ihr derzeit und wie entwickeln sich die Zahlen?</p>
<p><i>Nun ja. So viel sei verraten: Wir sind jetzt in der dritten Woche online und konnten zur Closed Beta Phase unsere Userzahl vervierfachen. Mit rund 700 sehr interessanten Pl&auml;tzen k&ouml;nnen wir bereits jetzt f&uuml;r viele St&auml;dte tolle Tipps anbieten.</i></p>
<p>Wo kommt Euer Kapital her?</p>
<p><i>Dank unserer guten Erfahrungen in der Softwareentwicklung und im Design konnten wir wichtige Leistungen aus eigener Kraft stemmen.</i></p>
<p>Wie viele Leute arbeiten derzeit an loca.li?</p>
<p><i>Der Kern von loca.li sind Jesse und ich. Dank der Unterst&uuml;tzung von sehr flexiblen Softwareentwicklern k&ouml;nnen wir unser Team in der Entstehungsphase dynamisch an die Bed&uuml;rfnisse anpassen.</i></p>
<p>Wenn Ihr nicht an loca.li arbeitet, seid Ihr Consultants, so zumindest steht es auf Eurer <a href="http://www.alconsulting.de/" title="Link zu A&amp;L Consulting">Internetseite</a>. Verr&auml;tst Du ein bisschen mehr?</p>
<p><i>Wir arbeiten seit mehreren Jahren als selbst&auml;ndige IT-Berater f&uuml;r unterschiedliche Unternehmen. Momentan beraten wir ein gro&szlig;es Unternehmen aus dem Rhein-Main-Gebiet.</i></p>
<p>loca.li sitzt nicht etwa in Berlin, Hamburg oder M&uuml;nchen, sondern in Wiesbaden. Vorteil oder Nachteil?</p>
<p><i>Wir sind vor einem halben Jahr von Frankfurt nach Wiesbaden gezogen. Wiesbaden hat sehr ausgepr&auml;gte kulturelle M&ouml;glichkeiten und ist die Landeshauptstadt Hessens. Das kann kein Nachteil sein :-)</i></p>
<p>Worin besteht f&uuml;r Dich der Nutzen von Location Based Services? Was m&uuml;ssen sie bieten, damit sie sich vom Spielzeug zur Plattform mit Mehrwert entwickeln?</p>
<p><i>Location Based Services sind die Schnittstelle zwischen der Online-Welt und den vielen Dingen, die wir t&auml;glich erleben. Wenn wir es schaffen, diese Schnittstelle einfacher f&uuml;r den Nutzer zu machen und ihm einen echten Mehrwert f&uuml;r das t&auml;gliche Leben zu bieten, findet eine echte Verschmelzung statt. Auf diesem Weg befinden wir uns.</i></p>
<p>Und welchen Mehrwert will loca.li seinen Nutzern bieten? Wie wollt Ihr Euch von anderen Anbietern abheben?</p>
<p><i>Qualit&auml;t und Einfachheit sind super wichtig, in den n&auml;chsten Monaten wird so einiges mit loca.li passieren.</i></p>
<p>Welches Gesch&auml;ftsmodell habt Ihr? Womit wollt Ihr einmal Umsatz machen? Oder: Macht Ihr sogar schon welchen?</p>
<p><i>Dazu m&ouml;chten wir derzeit noch nichts sagen :-) Es wird aber bald die ersten Nachrichten dazu von uns geben.</i></p>
<p>Vor kurzem ist auch Facebook mit &raquo;Places&laquo; ins Gesch&auml;ft eingestiegen. Keine Angst dass die Konkurrenz einfach schon zu weit ist?</p>
<p><i>Facebook ebnet den Weg, damit in der Smartphone-Nutzergemeinde eine gr&ouml;&szlig;ere Akzeptanz f&uuml;r LBS entsteht. Wir brauchen also vor Facebook keine Angst zu haben. Kreativit&auml;t entsteht im Kleinen und die Nutzer werden immer ein Auge auf andere, spannende Dienste haben.</i></p>
<p>Auf der anderen Seite haben nicht wenige Anbieter auch schon kleine und gro&szlig;e Fehler gemacht, etwa im Bereich Datenschutz. Und Foursquare musste sich lange mit Nutzern herumschlagen, die das System ausgetrickst haben und unberechtigt B&uuml;rgermeister geworden sind. Lernt Ihr aus solchen Fehlern?</p>
<p><i>Wir sind ein deutsches Unternehmen und legen gr&ouml;&szlig;ten Wert auf Datenschutz. Deshalb entwicklen wir unsere Software mit starkem Augenmerk auf Sicherheit.</i></p>
<p>Gerade in Deutschland sto&szlig;en Soziale Netzwerke und gerade Location Based Services auf Kritik bei Datensch&uuml;tzern. Wie geht Ihr mit dieser Kritik um?</p>
<p><i>Wir nehmen Kritik sehr ernst und stehen in engem Kontakt zu unseren Nutzern. Bislang haben sie das System sehr positiv aufgenommen. Durch einfache und transparente Konfigurationsm&ouml;glichkeiten wei&szlig; jeder Nutzer bei uns, woran er ist.</i></p>
<p>Foursquare gilt als cool, Gowalla wirkt eher verspielt. Welches Image versucht Ihr loca.li zu geben?</p>
<p><i>Ich denke, dass die User das Image bestimmen, wir wollen das nicht in die eine oder andere Richtung dr&auml;ngen. Lassen wir uns mal &uuml;berraschen!</i></p>
<p>Wie werdet Ihr das bei loca.li mit Eurer API halten? Wird sie offen sein?</p>
<p><i>Bislang haben wir keine offene API. Im n&auml;chsten Ausbauschritt k&ouml;nnen wir uns vorstellen, Lese&#8209; und Schreibfunktionen von au&szlig;en f&uuml;r bestimmte Nutzer freizugeben. Da wir ein Portal und eine voll integrierte, kostenlose iPhone-App haben, k&ouml;nnen unsere Nutzer alle Funktionalit&auml;ten vollst&auml;ndig nutzen.</i></p>
<p>loca.li hat noch so einige Bugs, wann wollt Ihr fertig sein?</p>
<p><i>Fertig ist man niemals und das ist gut so. Wir kennen unsere Bugs und m&ouml;chten mit dem n&auml;chsten Release der App die Kinderkrankheiten vollst&auml;ndig beseitigen. Durch den anstehenden Ausbau des Portals k&ouml;nnte es passieren, dass sich der ein oder andere Bug auch danach noch einschleust. Durch ausgiebige Tests versuchen wir das allerdings zu vermeiden.</i></p>
<p>Wo steht loca.li in einem Jahr?</p>
<p><i>Der name loca.li wird in einem Jahr noch viel st&auml;rker in Verbindung mit LBS gebracht werden. Durch spannende, neue M&ouml;glichkeiten f&uuml;r Nutzer und Partner sehen wir uns als ernstzunehmende Konkurrenz zu den gro&szlig;en der Branche. Wir wissen, wohin es geht und wir freuen uns darauf, Euch mitzunehmen.</i></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.trotzendorff.de/2010/11/25/%c2%bbwir-brauchen-vor-facebook-keine-angst-zu-haben%c2%ab/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>6</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>&#187;Kaschmir ist nicht so sexy wie Afghanistan&#171;</title>
		<link>http://www.trotzendorff.de/2009/05/18/kaschmir-ist-nicht-so-sexy-wie-afghanistan/</link>
		<comments>http://www.trotzendorff.de/2009/05/18/kaschmir-ist-nicht-so-sexy-wie-afghanistan/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 18 May 2009 17:18:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Trotzendorff</dc:creator>
				<category><![CDATA[Interviews]]></category>
		<category><![CDATA[Fotografie]]></category>
		<category><![CDATA[Interview]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Reisen]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.trotzendorff.de/?p=3712</guid>
		<description><![CDATA[Obwohl er erst seit drei Jahren fotografiert, ist <a href="http://www.andyspyra.com/" title="Link zu Andy Spyra">Andy Spyra</a> einer der erfolgreichsten Nachwuchsfotografen Deutschlands. Im <a href="http://www.flaremag.de/texte/2009/05/mut-an-die-eigenen-geschichten-zu-glauben/" title="Link zum Interview auf flaremag.de">Interview</a> mit Timo Nowack von <a href="http://www.flaremag.de">Flare</a>, das ich hier auszugsweise veröffentliche, spricht der mehrfach ausgezeichnete Fotograf, geboren 1984 in Hagen, über Talent, den Mut zur eigenen Geschichte und den richtigen Umgang mit Witwen in Kaschmir. <a href="http://www.trotzendorff.de/2009/05/18/kaschmir-ist-nicht-so-sexy-wie-afghanistan/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class="wp-caption alignleft"><img class="rounded-corners" src="/wp-content/uploads/2009/05/spyra_klein.jpg" alt="Spyra" title="Andy Spyra: &raquo;Valley of tears&laquo; &mdash; &copy; Andy Spyra" width="300" height="200" />
<p class="wp-caption-text">Foto: &copy; Andy Spyra (<a title="Andy Spyra: &raquo;Valley of tears&laquo; &mdash; &copy; Andy Spyra" href="/wp-content/uploads/2009/05/spyra.jpg" rel="shadowbox[sbpost-3712];player=img;">Lightbox</a>)</p>
</div>
<p>Obwohl er erst seit drei Jahren fotografiert, ist <a href="http://www.andyspyra.com/" title="Link zu Andy Spyra">Andy Spyra</a> einer der erfolgreichsten Nachwuchsfotografen Deutschlands. Im <a href="http://www.flaremag.de/texte/2009/05/mut-an-die-eigenen-geschichten-zu-glauben/" title="Link zum Interview auf flaremag.de">Interview</a> mit Timo Nowack von <a href="http://www.flaremag.de">Flare</a>, das ich hier auszugsweise ver&ouml;ffentliche, spricht der mehrfach ausgezeichnete Fotograf, geboren 1984 in Hagen, &uuml;ber Talent, den Mut zur eigenen Geschichte und den richtigen Umgang mit Witwen in Kaschmir.<span id="more-3712"></span></p>
<p>Timo Nowack: Andy, du hast in letzter Zeit einige sehr renommierte Preise gewonnen. Bist du so gut, oder sind die anderen nur so schlecht?</p>
<p><i>Andy Spyra: Ich glaub nicht, dass ich wesentlich besser bin als die anderen. Gewonnen haben meine Bilder &uuml;ber den Konflikt in Kaschmir &mdash; das war einfach die richtige Geschichte zur richtigen Zeit. Au&szlig;erdem habe ich den Vorteil, dass ich als Student noch unheimlich viel Zeit investieren und frei arbeiten kann. In Kaschmir habe ich vier Wochen am St&uuml;ck an der einen Geschichte gearbeitet. Dabei hatte ich keinen Druck von irgendeinem Magazin, eine bestimmte Bildsprache oder ein bestimmtes Thema zu fotografieren. Ich habe keine Termine gemacht, sondern nur das fotografiert, was auf der Stra&szlig;e passiert ist.</i></p>
<p>Wie bist du darauf gekommen, in Kaschmir zu fotografieren?</p>
<p><i>Bei einer Motorradtour durch Indien hatte ich am Ende noch zwei Monate &uuml;brig und bin nach Kaschmir gefahren. Ich war gleich total gefangen von der Landschaft und den Menschen, habe schnell Leute kennengelernt und auch ein paar Freundschaften geschlossen. Ich f&uuml;hlte mich unglaublich wohl, habe aber gemerkt, wie die Menschen unter dem innerkaschmirischen Konflikt leiden. Das ist der Konflikt der Bev&ouml;lkerung mit der indischen Regierung beziehungsweise mit dem indischen Statthalter, dem indischen Milit&auml;r und den paramilt&auml;rischen Truppen in Kaschmir. Da habe ich beschlossen, diesen Konflikt zu dokumentieren und zu zeigen, wie es den Menschen dort geht.</i></p>
<p>War es schwierig dort zu arbeiten?</p>
<p><i>Es gibt halt nirgendwo in der N&auml;he ein vern&uuml;nftiges Krankenhaus, wenn mal etwas passieren sollte. Und im Unterschied zu deutschen Demonstrationen wird auch scharf geschossen. In den vier Wochen, in denen ich da war, sind auf Demos 60 Menschen gestorben. Da &uuml;berlegst du schon irgendwann: Warum mach ich das hier, ist es das wert? Wobei ich nie das Gef&uuml;hl hatte, dass mein Leben direkt bedroht ist.</i></p>
<p>Du fotografierst erst seit drei Jahren &mdash; wie kommt man so schnell so weit?</p>
<p><i>Das soll nicht &uuml;berheblich klingen, aber ich glaube, entweder man hat Talent oder nicht. Ich hatte bis vor drei Jahren nicht mal eine eigene Kamera. Per Zufall bin ich auf eine Kunstfotoseite gesto&szlig;en und die Sachen haben mir gefallen. Dann habe ich mir meine erste vern&uuml;nftige Kamera gekauft, eine Minolta Dimage 7. Das fand ich super, hab mir eine Spiegelreflex geholt und ein dreiw&ouml;chiges Praktikum als Fotograf bei der Lokalzeitung in meiner Heimatstadt Hagen gemacht. Da war ich danach auch noch ein Jahr lang freier Mitarbeiter.</i></p>
<p>Du glaubst, man hat Talent zum Fotografen oder eben nicht?</p>
<p><i>Ich denke, Fotografie kann man bis zu einem gewissen Punkt lernen &mdash; diese absoluten Basics was Bildkomposition und Technik angeht. Dass du deine Kamera beherrscht. Aber das Gef&uuml;hl f&uuml;r Momente, f&uuml;r Licht, f&uuml;r Kompositionen, das muss man einfach mitbringen. Ich w&uuml;sste nicht, wie ich jemandem das Fotografieren beibringen sollte. Es gibt Millionen Fotob&uuml;cher zum Thema &#187;Wie werde ich ein besserer Fotograf&#171;, aber ich glaube nicht, dass die irgendwas bringen.</i></p>
<p>Was zeichnet einen guten Fotojournalisten noch aus?</p>
<p><i>Ein guter Draht zu den Menschen. Man darf kein Soziopath sein. Denn viel Kommunikation findet nur &uuml;ber K&ouml;rpersprache, Mimik und Augenkontakt statt. Man sollte au&szlig;erdem offen und ehrgeizig sein. Denn die Konkurrenz ist gro&szlig; und verdammt gut. Da setzt du dich nur durch, wenn du unheimlich viel Zeit und Energie investierst. Mut geh&ouml;rt auch dazu. Nicht in dem Sinne, zu fotografieren, wenn geschossen wird. Sondern Mut, den eigenen Ideen zu folgen und an die eigene Geschichte zu glauben. Mein Professor an der Uni fand es zum Beispiel nicht toll, als ich zum zweiten Mal nach Kaschmir fahren wollte. Weil f&uuml;r ihn Kaschmir tot fotografiert war und die Geschichte kaum zu verkaufen ist. Womit er auch Recht hat. Kaschmir ist nicht so sexy wie zum Beispiel Afghanistan. Aber ich habe es trotzdem gemacht.</i></p>
<p>Das komplette Interview von Timo Nowack mit Andy Spyra gibt es auf <a href="http://www.flaremag.de/texte/2009/05/mut-an-die-eigenen-geschichten-zu-glauben/#more-382" title="Link zum Flaremag">flaremag.de</a>.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.trotzendorff.de/2009/05/18/kaschmir-ist-nicht-so-sexy-wie-afghanistan/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>&#187;Wenn man immer perfekt ist, dann ist man tot&#171;</title>
		<link>http://www.trotzendorff.de/2009/03/10/wenn-man-immer-perfekt-ist-dann-ist-man-tot/</link>
		<comments>http://www.trotzendorff.de/2009/03/10/wenn-man-immer-perfekt-ist-dann-ist-man-tot/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 10 Mar 2009 10:53:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Trotzendorff</dc:creator>
				<category><![CDATA[Interviews]]></category>
		<category><![CDATA[CD]]></category>
		<category><![CDATA[Interview]]></category>
		<category><![CDATA[Konzert]]></category>
		<category><![CDATA[Musik]]></category>
		<category><![CDATA[Voltaire]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.trotzendorff.de/?p=2509</guid>
		<description><![CDATA[Schon vor mehr als zehn Jahren, in der Schule, wussten wir: Aus dem Roland, da wird mal was. Was ganz Großes, mit Karriere und Fans und allem drum und dran. Denn Roland konnte singen. Heute hat er eine <a href="http://www.voltaire-musik.de/" title="Link zu Voltaire">Band</a>, die so heißt wie er (Voltaire), einen Plattenvertrag und noch im März erscheint das zweite Album <a href="http://www.amazon.de/Das-Letzte-Bisschen-Etikette-Voltaire/dp/B001LTPSFG/ref=sr_1_2?ie=UTF8&#038;s=music&#038;qid=1236204078&#038;sr=8-2" title="Link zu Amazon">"Das Letzte Bisschen Etikette"</a>. Dann gehen Voltaire auf Tour. Unser erstes Gespräch seit der Schulzeit. Ein Interview. <a href="http://www.trotzendorff.de/2009/03/10/wenn-man-immer-perfekt-ist-dann-ist-man-tot/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class="wp-caption alignleft"><img class="rounded-corners" src="/wp-content/uploads/2009/03/voltaire_small.jpg" alt="Voltaire" title="Voltaire" width="300" height="275" />
<p class="wp-caption-text">Foto: &copy; Katja Velmans&nbsp;/&nbsp;Voltaire/<a title="Roland Meyer de Voltaire, Sänger und Texter der Band &raquo;Voltaire&laquo;, Foto: &copy; Katja Velmans&nbsp;/&nbsp;Voltaire" href="/wp-content/uploads/2009/03/voltaire.jpg" rel="shadowbox[sbpost-2509];player=img;">Lightbox</a></p>
</div>
<p>Schon vor mehr als zehn Jahren, in der Schule, wussten wir: Aus dem Roland, da wird mal was. Was ganz Gro&szlig;es, mit Karriere und Fans und allem Schnickschnack, der dazugeh&ouml;rt. Denn Roland konnte singen. Und heute? Heute hat er eine <a href="http://www.voltaire-musik.de/" title="Link zu Voltaire">Band</a>, die so hei&szlig;t wie er (Voltaire), ein eigenes Plattenlabel und noch im M&auml;rz erscheint in Kooperation mit PIAS (&#171;Play It Again Sam&#171;) das zweite Album <a href="http://www.amazon.de/Das-Letzte-Bisschen-Etikette-Voltaire/dp/B001LTPSFG/ref=sr_1_2?ie=UTF8&#038;s=music&#038;qid=1236204078&#038;sr=8-2" title="Link zu Amazon">&#187;Das Letzte Bisschen Etikette&#171;</a>. Dann gehen Voltaire auf Tour. Unser erstes Gespr&auml;ch seit der Schulzeit. Ein Interview.<span id="more-2509"></span></p>
<p>Trotzendorff: Heute morgen hast Du laut Twitter noch nach Inspiration gerungen. Inzwischen gefunden?</p>
<p><i>Roland Meyer de Voltaire: Geht. Ich war in den letzten Tagen ein bisschen krank und es bleibt einem nicht so wahnsinnig viel Inspiration, wenn man sich den ganzen Tag nur ein paar Filme reinziehen kann und sich hier und da mal um ein paar Sachen k&uuml;mmert. Es bleibt ja doch viel administrativer Kram an einem kleben, wenn man eine Band hat.</i></p>
<p>Es gab da mal diesen ber&uuml;hmten Fragebogen aus dem FAZ-Magazin. Mit zwei Fragen daraus wollte ich eigentlich anfangen.</p>
<p><i>Alles klar.</i></p>
<p>Deine gegenw&auml;rtige Geistesverfassung?</p>
<p><i>Ein bisschen freudig angespannt. Ein Release ist immer wie eine Klausur, f&uuml;r die du ein paar Jahre gelernt hast. Du hast diese Multiple-Choice-Fragen: Welche Single nehmen wir, welches Aush&auml;ngeschild? Du wei&szlig;t aber am Ende gar nicht, ob du &uuml;berhaupt die richtigen Antworten parat hast. Und dann ist da noch die &Ouml;ffentlichkeit, die pl&ouml;tzlich kommt. Man hat Ewigkeiten alleine an dem Kram gebastelt und jetzt guckt da jeder dr&uuml;ber und schreibt irgendwas dazu.</i></p>
<p>Welche nat&uuml;rliche Gabe m&ouml;chtest Du besitzen?</p>
<p><i>Eine schnelle Auffassungsgabe f&auml;nde ich toll, dass ich mir ganz schnell einfach alles m&ouml;gliche merken kann.</i></p>
<p>Tats&auml;chlich haben wir schon in der Schule immer gedacht: &#187;Aus dem Roland, da wird mal was.&#171; Hast Du damals selbst daran geglaubt?</p>
<p><i>Ich wusste ja schon relativ fr&uuml;h, dass da irgendwas ist, was ich kann. Wie weit mich das bringt, konnte ich nicht einsch&auml;tzen. Ich war immer skeptisch und auch immer eher Pessimist. Aber ich kann gar nicht so viel Pessimist gewesen sein, sonst h&auml;tte ich das nicht durchgezogen. Aber ich habe mit mir gerungen, so wie ich es auch heute immer noch tue. Es ist so gekommen, wie es ist, und ich hoffe, es geht so weiter.</i></p>
<p>Kannst Du Dich noch an diese Sparkassenwerbung erinnern? Mein Haus, mein Auto, mein Boot?</p>
<p><i>Ja, klar.</i></p>
<p>Wenn wir das heute spielen w&uuml;rden: Von welchen drei Dingen w&uuml;rdest Du Fotos auf den Tisch legen?</p>
<p><i>Ich w&uuml;rde keine Fotos auf den Tisch legen. Ich w&uuml;rde einfach von dem erz&auml;hlen, was ich erlebt habe. Da geht es ja um materielle Werte. Und die gewinnt man nicht so viel mit Musik, wenn man nicht gerade den totalen Smash-Hit hat. Aber man erlebt viel, man bereichert sich, man lernt viel &uuml;ber das Leben, das Auftreten. Ich w&uuml;rde mich einfach unterhalten.</i></p>
<p>Vor einiger Zeit hast Du in einem Interview gesagt, dass Ihr als Bonner Provinzler kein Umfeld, keine Szene habt. Nun seid ihr nach K&ouml;ln gezogen. Der Szene wegen?</p>
<p><i>Nein. Eigentlich habe ich inzwischen festgestellt, dass wir wahrscheinlich auch ein bisschen zu eigensinnig sind, um richtig zu einer Szene zu geh&ouml;ren. Wenn man sich die ganzen Szenen anguckt, dann sind das meistens Bands, die in der Tradition von irgendeiner anderen gro&szlig; werden. Ob bewusst oder ob das sp&auml;ter von den Medien so gemacht und gesehen wird. Das fehlt uns ja v&ouml;llig und da bin ich heute eigentlich auch ganz froh drum.</i></p>
<p>In diesem Monat bringst Du mit Deiner Band Voltaire die zweite Platte &#187;Das letzte Bisschen Etikette&#171; raus. Viele werden denken: Plattenvertrag in der Tasche, ausgesorgt&#160;&#8230;</p>
<p><i>&Uuml;berhaupt nicht. Ein Plattenvertrag ist ja nur eine Chance, dass du einen Schritt weiterkommst. Und es ist ja noch nicht einmal ein richtiger Plattenvertrag. Wir haben ja eigentlich unser eigenes Label und sind jetzt eine Kooperation eingegangen. Das hei&szlig;t, wir haben sehr viel Eigenverantwortung, finanzieren sehr viel selbst, haben gl&uuml;cklicherweise &ouml;ffentliche F&ouml;rdergelder bekommen. Aber selbst, wenn du zu einer gro&szlig;en Plattenfirma gehst, ist das einfach nur ein Schritt auf der Strecke und wie schnell man da wieder raus sein kann, haben wir auch mitbekommen &uuml;ber die Jahre.</i></p>
<p>In den letzten Jahren dachte ich immer wieder, es wird leichter f&uuml;r deutsche Bands. Nicht umsonst kommen zum Beispiel &#187;Selig&#171; gerade wieder. Ihr aber habt vom Debutalbum bis zur zweiten Platte drei Jahre gebraucht und spielt trotz gro&szlig;artiger Kritiken immer noch in gr&ouml;&szlig;tenteils kleineren Clubs. Ist es doch nicht so einfach?</p>
<p><i>Nein, ist es &uuml;berhaupt nicht. Auf der einen Seite ist heute das Forum f&uuml;r deutschsprachige Musik gr&ouml;&szlig;er als vielleicht vor zehn Jahren, auf der anderen Seite gibt aber auch umso mehr Bands, die sich auf dem gleichen Level tummeln. Und durch den R&uuml;ckgang der Plattenverk&auml;ufe versuchen viele Bands, die Ausf&auml;lle dadurch zu kompensieren, dass sie sich den Arsch abspielen, was am Ende hei&szlig;t, dass du als Konsument so viele Konzerte zur Auswahl hast, dich entscheiden musst und ja auch nicht zu jedem Konzert gehen kannst.</i></p>
<p>Ich habe das Gef&uuml;hl, die wenigsten Bands m&ouml;gen es, mit anderen verglichen zu werden. Trotzdem steht auf Eurer <a href="http://www.myspace.com/voltairegermany" title="Link zur MySpace-Seite von Voltaire">MySpace-Seite</a>: &#187;Klingt wie: Coldplay, Muse, Jeff Buckley, Tomte, Kettcar, Blumfeld, Radiohead&#171;.</p>
<p><i>Das ist absolut funktional. Dass jeder Vergleich hinkt, ist uns klar. Auf der anderen Seite haben wir diese Vergleiche auch nicht selber ausgesucht. Beim Einrichten der Seite haben wir gesagt: Gucken wir einfach mal die Presse durch, was die sagen und dann ziehen wir das da rein. Einfach, damit Leute uns finden und auf uns aufmerksam werden.</i></p>
<p><a href="http://www.intro.de/platten/kritiken/23053156/voltaire_das_letzte_bisschen_etikette" title="Link zu intro.de">Intro</a> hat Eure Musik &#187;Duktuspop&#171; genannt, &#187;Diskurspop&#171;. Treffer?</p>
<p><i>Also ehrlich gesagt: Da ich selber nicht studiert habe, habe ich es nur so m&auml;&szlig;ig mit Fremdworten und wir haben uns auch schon dar&uuml;ber unterhalten, was das Wort Duktus eigentlich hei&szlig;t und sind &uuml;ber eine Bedeutung in der Klassik darauf gekommen, die aber auch nur soviel hei&szlig;t wie &#187;Style&#171;. Was hei&szlig;t Diskurspop? Nat&uuml;rlich setzt man sich mit etwas auseinander und sicherlich auch mit Innensichten, die man wieder auf die Gesellschaft beziehen kann. Aber ehrlich gesagt mag ich diese Ebene nicht. &Uuml;ber die k&ouml;nnen gerne Leute schreiben, aber auf der Ebene unterhalte ich mich nicht so gerne &uuml;ber die Musik.</i></p>
<p>Ihr habt nicht nur eine MySpace-Seite, sondern auch Videos bei YouTube und Ihr <a href="http://twitter.com/voltaire_" title="Link zum Twitter-Account von Voltaire">twittert</a>. Nutzt Ihr diese Kan&auml;le auch zur Imagebildung? F&uuml;r Eure Marke?</p>
<p><i>Im Prinzip wird ja alles, was &ouml;ffentlich ist, darauf bezogen, was du machst, auf die Musik. Insofern kann man nat&uuml;rlich schon von dem Gedanken des K&uuml;nstlers als Gesamtkunstwerk sprechen. Da wir aber nicht mehr in Zeiten leben, und sicher hat das auch mit unserem Status zu tun, dass du diesen Abstand hast, dass du eine Promoagentur hast, die irgendwelche Skandale f&uuml;r dich fingiert, und der Twitter-Account st&auml;ndig f&uuml;r jeden sichtbar ist, wird so etwas nat&uuml;rlich auch herangezogen, wie ja jetzt gerade auch. Und nat&uuml;rlich ist es dann auch imagebildend. Aber wir versuchen dadurch auch einfach, ein St&uuml;ck nahbarer zu sein.</i></p>
<p>Wenn man sich bei Euren Fotos auf MySpace die Kommentare anschaut, k&ouml;nnte man meinen, Eure Fans seien fast ausschlie&szlig;lich weiblich und unter 20.</p>
<p><i>Nein, aber das sind vielleicht die einzigen, die Kommentare zu Fotos schreiben.</i></p>
<p>Du hast <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Annette_Humpe" title="Link zu Wikipedia">Annette Humpe</a> getroffen, die Dir zwar eine &#187;Wahnsinnsstimme&#171; bescheinigt, aber auch gesagt hat, dass Du Dich in Deinen Texten zu sehr abgrenzt, Dich nicht traust, zu sagen, was Sache ist. Traust Du Dich heute?</p>
<p><i>Ich sehe das schon so, ja. Ich habe mit ihr lange nicht mehr gesprochen und das Gespr&auml;ch ist jetzt auch schon zwei, drei Jahre her, das war relativ kurz, nachdem unsere erste Platte rauskam. Die neue Platte ist sehr viel konfrontativer geworden, deswegen sehe ich das schon so. Aber ich arbeite nat&uuml;rlich weiter daran.</i></p>
<p>Um so zu reagieren, muss man sich die Kritik ja schon zu Herzen nehmen.</p>
<p><i>Ich habe sie mir deswegen zu Herzen genommen, weil es in mir was getroffen hat und ich was damit anfangen konnte. Ich nehme mir ja nicht jede Kritik zu Herzen und w&uuml;rde mir auch nicht per se von einer Annette Humpe was sagen lassen, weil sie Annette Humpe ist, sondern, weil ich etwas verstanden habe. Es ab aber genauso auch andere Erlebnisse und andere Leute, die mich da weitergebracht haben.</i></p>
<p>Eure Musik, Eure Texte, auch auf dem zweiten Album klingen Voltaire eher nachdenklich, manchmal sogar w&uuml;tend. Woher kommt das?</p>
<p><i>Tja, woher kommt das? Aus dem Leben. Das kann ich schwer beantworten. Das ist so eine Frage wie: &#187;Sag mal, woher kommt denn das, dass du immer so Fragen stellst, dass du so und so guckst, dass du so bist?&#171; Das ist schwer zu beantworten.</i></p>
<p>Das hei&szlig;t aber, Texte und Musik sind schon ein Abbild von Dir?</p>
<p><i>Sie sind ein Abbild einer bestimmten Gef&uuml;hlslage von mir, ja. Leute, die mich kennen, werden mich nicht prinzipiell als wutschnaubenden Egomanen kennen. Aber die Wut, nicht der Egomane, ist einfach eine Seite, die viel in der Musik rausgelassen wird.</i></p>
<p>W&auml;re denn eine fr&ouml;hliche Voltaire-Platte denkbar?</p>
<p><i>Vielleicht irgendwann mal. Ich will niemals, niemals irgendwas ausschlie&szlig;en, weil ich keine Lust habe, zweimal dasselbe zu machen.</i></p>
<p>Ich war im letzten Jahr in der <a href="http://www.moritzbastei.de/site/startseite/index.php" title="Link zur Moritzbastei">Moritzbastei</a> in Leipzig, wo Ihr am 19. Mai auch auftretet, bei einem Konzert von Herrenmagazin. Die haben vor 50, vielleicht 80 Leuten gespielt. Kommt Dir das bekannt vor?</p>
<p><i>Klar.</i></p>
<p>Wieviel &Uuml;berwindung geh&ouml;rt dazu, an einem solchen Abend trotzdem gut zu sein?</p>
<p><i>Eigentlich hast du es nur halb in der Hand, weil es viel damit zu tun hat, in was f&uuml;r einer Stimmung du bist und in was f&uuml;r einer Stimmung die Leute sind. Wenn du eine gewisse Grundenergie vom Publikum zur&uuml;ckbekommst, ist es nat&uuml;rlich leichter, ein gutes Konzert zu spielen. Eigentlich muss man ehrlicherweise sagen, und je mehr ich diese Konzerte mache, desto mehr werde ich mir dessen auch bewusst dass man etwas macht, f&uuml;r das man eine Energie braucht, die man alleine nicht aufbringen kann.</i></p>
<p>Es klingt fast ein bisschen entt&auml;uscht, dass das so ist.</p>
<p><i>Ach, man k&ouml;nnte diesem Gedanken weiter fr&ouml;nen, den ich inzwischen aber auch f&uuml;r ziemlich naiv halte, von dem K&uuml;nstler, der immer hundert Prozent gibt und der immer perfekt ist. Ich glaube, wenn man immer perfekt ist, dann ist man tot.</i></p>
<p>Nur mal angenommen, es klappt nicht mit der gro&szlig;en Musikkarriere. Gibt es einen Plan B?</p>
<p><i>Nein, nicht wirklich. Ich mache ja musikalisch einige Sachen, ich habe diese Platte jetzt selbst produziert, m&ouml;glicherweise kommen dadurch ja auch Sachen rein. Als Songwriter mache ich mir allm&auml;hlich auch einen Namen und ich kann mir nicht vorstellen, etwas anderes als Musik zu machen.</i></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.trotzendorff.de/2009/03/10/wenn-man-immer-perfekt-ist-dann-ist-man-tot/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>1</slash:comments>
		</item>
	</channel>
</rss>

