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	<title>Trotzendorff &#124; Blog &#187; Interviews</title>
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		<title>&#187;Kaschmir ist nicht so sexy wie Afghanistan&#171;</title>
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		<pubDate>Mon, 18 May 2009 17:18:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Trotzendorff</dc:creator>
				<category><![CDATA[Interviews]]></category>
		<category><![CDATA[Fotografie]]></category>
		<category><![CDATA[Interview]]></category>
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		<description><![CDATA[<img src="http://www.trotzendorff.de/wp-content/uploads/interviews.gif" width="7" height="9" alt="" title="Interviews" /><br/>Obwohl er erst seit drei Jahren fotografiert, ist Andy  [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<img src="http://www.trotzendorff.de/wp-content/uploads/interviews.gif" width="7" height="9" alt="" title="Interviews" /><br/><p><a rel="lightbox" class="plus" title="Andy Spyra: &raquo;Valley of tears&laquo; &mdash; &copy; Andy Spyra" href="http://www.trotzendorff.de/wp-content/uploads/2009/05/spyra.jpg"><img src="http://www.trotzendorff.de/wp-content/uploads/2009/05/spyra_klein.jpg" alt="Spyra" title="Andy Spyra: &raquo;Valley of tears&laquo; &mdash; &copy; Andy Spyra" width="300" height="200" style="margin-bottom: -8px" class="alignnone size-full wp-image-3713 bildschatten" /></a>Obwohl er erst seit drei Jahren fotografiert, ist <a href="http://www.andyspyra.com/" title="Link zu Andy Spyra">Andy Spyra</a> einer der erfolgreichsten Nachwuchsfotografen Deutschlands. Im <a href="http://www.flaremag.de/texte/2009/05/mut-an-die-eigenen-geschichten-zu-glauben/" title="Link zum Interview auf flaremag.de">Interview</a> mit Timo Nowack von <a href="http://www.flaremag.de">Flare</a>, das ich hier auszugsweise ver&ouml;ffentliche, spricht der mehrfach ausgezeichnete Fotograf, geboren 1984 in Hagen, &uuml;ber Talent, den Mut zur eigenen Geschichte und den richtigen Umgang mit Witwen in Kaschmir.<span id="more-3712"></span><br />&nbsp;<br />Timo Nowack: Andy, du hast in letzter Zeit einige sehr renommierte Preise gewonnen. Bist du so gut, oder sind die anderen nur so schlecht?</p>
<p class="blockquote">Andy Spyra: Ich glaub nicht, dass ich wesentlich besser bin als die anderen. Gewonnen haben meine Bilder &uuml;ber den Konflikt in Kaschmir &mdash; das war einfach die richtige Geschichte zur richtigen Zeit. Au&szlig;erdem habe ich den Vorteil, dass ich als Student noch unheimlich viel Zeit investieren und frei arbeiten kann. In Kaschmir habe ich vier Wochen am St&uuml;ck an der einen Geschichte gearbeitet. Dabei hatte ich keinen Druck von irgendeinem Magazin, eine bestimmte Bildsprache oder ein bestimmtes Thema zu fotografieren. Ich habe keine Termine gemacht, sondern nur das fotografiert, was auf der Stra&szlig;e passiert ist.</p>
<p>Wie bist du darauf gekommen, in Kaschmir zu fotografieren?</p>
<p class="blockquote">Bei einer Motorradtour durch Indien hatte ich am Ende noch zwei Monate &uuml;brig und bin nach Kaschmir gefahren. Ich war gleich total gefangen von der Landschaft und den Menschen, habe schnell Leute kennengelernt und auch ein paar Freundschaften geschlossen. Ich f&uuml;hlte mich unglaublich wohl, habe aber gemerkt, wie die Menschen unter dem innerkaschmirischen Konflikt leiden. Das ist der Konflikt der Bev&ouml;lkerung mit der indischen Regierung beziehungsweise mit dem indischen Statthalter, dem indischen Milit&auml;r und den paramilt&auml;rischen Truppen in Kaschmir. Da habe ich beschlossen, diesen Konflikt zu dokumentieren und zu zeigen, wie es den Menschen dort geht.</p>
<p>War es schwierig dort zu arbeiten?</p>
<p class="blockquote">Es gibt halt nirgendwo in der N&auml;he ein vern&uuml;nftiges Krankenhaus, wenn mal etwas passieren sollte. Und im Unterschied zu deutschen Demonstrationen wird auch scharf geschossen. In den vier Wochen, in denen ich da war, sind auf Demos 60 Menschen gestorben. Da &uuml;berlegst du schon irgendwann: Warum mach ich das hier, ist es das wert? Wobei ich nie das Gef&uuml;hl hatte, dass mein Leben direkt bedroht ist.</p>
<p>Du fotografierst erst seit drei Jahren &mdash; wie kommt man so schnell so weit?</p>
<p class="blockquote">Das soll nicht &uuml;berheblich klingen, aber ich glaube, entweder man hat Talent oder nicht. Ich hatte bis vor drei Jahren nicht mal eine eigene Kamera. Per Zufall bin ich auf eine Kunstfotoseite gesto&szlig;en und die Sachen haben mir gefallen. Dann habe ich mir meine erste vern&uuml;nftige Kamera gekauft, eine Minolta Dimage 7. Das fand ich super, hab mir eine Spiegelreflex geholt und ein dreiw&ouml;chiges Praktikum als Fotograf bei der Lokalzeitung in meiner Heimatstadt Hagen gemacht. Da war ich danach auch noch ein Jahr lang freier Mitarbeiter.</p>
<p>Du glaubst, man hat Talent zum Fotografen oder eben nicht?</p>
<p class="blockquote">Ich denke, Fotografie kann man bis zu einem gewissen Punkt lernen &mdash; diese absoluten Basics was Bildkomposition und Technik angeht. Dass du deine Kamera beherrscht. Aber das Gef&uuml;hl f&uuml;r Momente, f&uuml;r Licht, f&uuml;r Kompositionen, das muss man einfach mitbringen. Ich w&uuml;sste nicht, wie ich jemandem das Fotografieren beibringen sollte. Es gibt Millionen Fotob&uuml;cher zum Thema &bdquo;Wie werde ich ein besserer Fotograf&ldquo;, aber ich glaube nicht, dass die irgendwas bringen.</p>
<p>Was zeichnet einen guten Fotojournalisten noch aus?</p>
<p class="blockquote">Ein guter Draht zu den Menschen. Man darf kein Soziopath sein. Denn viel Kommunikation findet nur &uuml;ber K&ouml;rpersprache, Mimik und Augenkontakt statt. Man sollte au&szlig;erdem offen und ehrgeizig sein. Denn die Konkurrenz ist gro&szlig; und verdammt gut. Da setzt du dich nur durch, wenn du unheimlich viel Zeit und Energie investierst. Mut geh&ouml;rt auch dazu. Nicht in dem Sinne, zu fotografieren, wenn geschossen wird. Sondern Mut, den eigenen Ideen zu folgen und an die eigene Geschichte zu glauben. Mein Professor an der Uni fand es zum Beispiel nicht toll, als ich zum zweiten Mal nach Kaschmir fahren wollte. Weil f&uuml;r ihn Kaschmir tot fotografiert war und die Geschichte kaum zu verkaufen ist. Womit er auch Recht hat. Kaschmir ist nicht so sexy wie zum Beispiel Afghanistan. Aber ich habe es trotzdem gemacht.</p>
<p>Das komplette Interview von Timo Nowack mit Andy Spyra gibt es auf <a href="http://www.flaremag.de/texte/2009/05/mut-an-die-eigenen-geschichten-zu-glauben/#more-382" title="Link zum Flaremag">flaremag.de</a>.<br />&nbsp;<br /><small>Foto: &#187;Valley of tears&#171; &mdash; &copy; Andy Spyra</small></p>
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		<title>&#187;Wenn man immer perfekt ist, dann ist man tot&#171;</title>
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		<pubDate>Tue, 10 Mar 2009 10:53:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Trotzendorff</dc:creator>
				<category><![CDATA[Interviews]]></category>
		<category><![CDATA[CD]]></category>
		<category><![CDATA[Interview]]></category>
		<category><![CDATA[Konzert]]></category>
		<category><![CDATA[Musik]]></category>
		<category><![CDATA[Voltaire]]></category>

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		<description><![CDATA[<img src="http://www.trotzendorff.de/wp-content/uploads/interviews.gif" width="7" height="9" alt="" title="Interviews" /><br/>Schon vor mehr als zehn Jahren, in der Schule, wussten  [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<img src="http://www.trotzendorff.de/wp-content/uploads/interviews.gif" width="7" height="9" alt="" title="Interviews" /><br/><p><a class="plus" rel="lightbox" title="Roland Meyer de Voltaire, Sänger und Texter der Band &raquo;Voltaire&laquo;, Foto: &copy; Katja Velmans&nbsp;/&nbsp;Voltaire" href="http://www.trotzendorff.de/wp-content/uploads/2009/03/voltaire.jpg"><img src="http://www.trotzendorff.de/wp-content/uploads/2009/03/voltaire_small.jpg" alt="Voltaire" title="Voltaire" width="300" height="275" class="alignnone size-full wp-image-2609 bildschatten" /></a>Schon vor mehr als zehn Jahren, in der Schule, wussten wir: Aus dem Roland, da wird mal was. Was ganz Gro&szlig;es, mit Karriere und Fans und allem Schnickschnack, der dazugeh&ouml;rt. Denn Roland konnte singen. Und heute? Heute hat er eine <a href="http://www.voltaire-musik.de/" title="Link zu Voltaire">Band</a>, die so hei&szlig;t wie er (Voltaire), ein eigenes Plattenlabel und noch im M&auml;rz erscheint in Kooperation mit PIAS (&#171;Play It Again Sam&#171;) das zweite Album <a href="http://www.amazon.de/Das-Letzte-Bisschen-Etikette-Voltaire/dp/B001LTPSFG/ref=sr_1_2?ie=UTF8&#038;s=music&#038;qid=1236204078&#038;sr=8-2" title="Link zu Amazon">&#187;Das Letzte Bisschen Etikette&#171;</a>. Dann gehen Voltaire auf Tour. Unser erstes Gespr&auml;ch seit der Schulzeit. Ein Interview.<span id="more-2509"></span><br />&nbsp;<br />Trotzendorff: Heute morgen hast Du laut Twitter noch nach Inspiration gerungen. Inzwischen gefunden?</p>
<p class="blockquote">Roland Meyer de Voltaire: Geht. Ich war in den letzten Tagen ein bisschen krank und es bleibt einem nicht so wahnsinnig viel Inspiration, wenn man sich den ganzen Tag nur ein paar Filme reinziehen kann und sich hier und da mal um ein paar Sachen k&uuml;mmert. Es bleibt ja doch viel administrativer Kram an einem kleben, wenn man eine Band hat.</p>
<p>Es gab da mal diesen ber&uuml;hmten Fragebogen aus dem FAZ-Magazin. Mit zwei Fragen daraus wollte ich eigentlich anfangen.</p>
<p class="blockquote">Alles klar.</p>
<p>Deine gegenw&auml;rtige Geistesverfassung?</p>
<p class="blockquote">Ein bisschen freudig angespannt. Ein Release ist immer wie eine Klausur, f&uuml;r die du ein paar Jahre gelernt hast. Du hast diese Multiple-Choice-Fragen: Welche Single nehmen wir, welches Aush&auml;ngeschild? Du wei&szlig;t aber am Ende gar nicht, ob du &uuml;berhaupt die richtigen Antworten parat hast. Und dann ist da noch die &Ouml;ffentlichkeit, die pl&ouml;tzlich kommt. Man hat Ewigkeiten alleine an dem Kram gebastelt und jetzt guckt da jeder dr&uuml;ber und schreibt irgendwas dazu.</p>
<p>Welche nat&uuml;rliche Gabe m&ouml;chtest Du besitzen?</p>
<p class="blockquote">Eine schnelle Auffassungsgabe f&auml;nde ich toll, dass ich mir ganz schnell einfach alles m&ouml;gliche merken kann.</p>
<p>Tats&auml;chlich haben wir schon in der Schule immer gedacht: &#187;Aus dem Roland, da wird mal was.&#171; Hast Du damals selbst daran geglaubt?</p>
<p class="blockquote">Ich wusste ja schon relativ fr&uuml;h, dass da irgendwas ist, was ich kann. Wie weit mich das bringt, konnte ich nicht einsch&auml;tzen. Ich war immer skeptisch und auch immer eher Pessimist. Aber ich kann gar nicht so viel Pessimist gewesen sein, sonst h&auml;tte ich das nicht durchgezogen. Aber ich habe mit mir gerungen, so wie ich es auch heute immer noch tue. Es ist so gekommen, wie es ist, und ich hoffe, es geht so weiter.</p>
<p>Kannst Du Dich noch an diese Sparkassenwerbung erinnern? Mein Haus, mein Auto, mein Boot?</p>
<p class="blockquote">Ja, klar.</p>
<p>Wenn wir das heute spielen w&uuml;rden: Von welchen drei Dingen w&uuml;rdest Du Fotos auf den Tisch legen?</p>
<p class="blockquote">Ich w&uuml;rde keine Fotos auf den Tisch legen. Ich w&uuml;rde einfach von dem erz&auml;hlen, was ich erlebt habe. Da geht es ja um materielle Werte. Und die gewinnt man nicht so viel mit Musik, wenn man nicht gerade den totalen Smash-Hit hat. Aber man erlebt viel, man bereichert sich, man lernt viel &uuml;ber das Leben, das Auftreten. Ich w&uuml;rde mich einfach unterhalten.</p>
<p>Vor einiger Zeit hast Du in einem Interview gesagt, dass Ihr als Bonner Provinzler kein Umfeld, keine Szene habt. Nun seid ihr nach K&ouml;ln gezogen. Der Szene wegen?</p>
<p class="blockquote">Nein. Eigentlich habe ich inzwischen festgestellt, dass wir wahrscheinlich auch ein bisschen zu eigensinnig sind, um richtig zu einer Szene zu geh&ouml;ren. Wenn man sich die ganzen Szenen anguckt, dann sind das meistens Bands, die in der Tradition von irgendeiner anderen gro&szlig; werden. Ob bewusst oder ob das sp&auml;ter von den Medien so gemacht und gesehen wird. Das fehlt uns ja v&ouml;llig und da bin ich heute eigentlich auch ganz froh drum.</p>
<p>In diesem Monat bringst Du mit Deiner Band Voltaire die zweite Platte &#187;Das letzte Bisschen Etikette&#171; raus. Viele werden denken: Plattenvertrag in der Tasche, ausgesorgt&#160;&#8230;</p>
<p class="blockquote">&Uuml;berhaupt nicht. Ein Plattenvertrag ist ja nur eine Chance, dass du einen Schritt weiterkommst. Und es ist ja noch nicht einmal ein richtiger Plattenvertrag. Wir haben ja eigentlich unser eigenes Label und sind jetzt eine Kooperation eingegangen. Das hei&szlig;t, wir haben sehr viel Eigenverantwortung, finanzieren sehr viel selbst, haben gl&uuml;cklicherweise &ouml;ffentliche F&ouml;rdergelder bekommen. Aber selbst, wenn du zu einer gro&szlig;en Plattenfirma gehst, ist das einfach nur ein Schritt auf der Strecke und wie schnell man da wieder raus sein kann, haben wir auch mitbekommen &uuml;ber die Jahre.</p>
<p>In den letzten Jahren dachte ich immer wieder, es wird leichter f&uuml;r deutsche Bands. Nicht umsonst kommen zum Beispiel &#187;Selig&#171; gerade wieder. Ihr aber habt vom Debutalbum bis zur zweiten Platte drei Jahre gebraucht und spielt trotz gro&szlig;artiger Kritiken immer noch in gr&ouml;&szlig;tenteils kleineren Clubs. Ist es doch nicht so einfach?</p>
<p class="blockquote">Nein, ist es &uuml;berhaupt nicht. Auf der einen Seite ist heute das Forum f&uuml;r deutschsprachige Musik gr&ouml;&szlig;er als vielleicht vor zehn Jahren, auf der anderen Seite gibt aber auch umso mehr Bands, die sich auf dem gleichen Level tummeln. Und durch den R&uuml;ckgang der Plattenverk&auml;ufe versuchen viele Bands, die Ausf&auml;lle dadurch zu kompensieren, dass sie sich den Arsch abspielen, was am Ende hei&szlig;t, dass du als Konsument so viele Konzerte zur Auswahl hast, dich entscheiden musst und ja auch nicht zu jedem Konzert gehen kannst.</p>
<p>Ich habe das Gef&uuml;hl, die wenigsten Bands m&ouml;gen es, mit anderen verglichen zu werden. Trotzdem steht auf Eurer <a href="http://www.myspace.com/voltairegermany" title="Link zur MySpace-Seite von Voltaire">MySpace-Seite</a>: &#187;Klingt wie: Coldplay, Muse, Jeff Buckley, Tomte, Kettcar, Blumfeld, Radiohead&#171;.</p>
<p class="blockquote">Das ist absolut funktional. Dass jeder Vergleich hinkt, ist uns klar. Auf der anderen Seite haben wir diese Vergleiche auch nicht selber ausgesucht. Beim Einrichten der Seite haben wir gesagt: Gucken wir einfach mal die Presse durch, was die sagen und dann ziehen wir das da rein. Einfach, damit Leute uns finden und auf uns aufmerksam werden.</p>
<p><a href="http://www.intro.de/platten/kritiken/23053156/voltaire_das_letzte_bisschen_etikette" title="Link zu intro.de">Intro</a> hat Eure Musik &#187;Duktuspop&#171; genannt, &#187;Diskurspop&#171;. Treffer?</p>
<p class="blockquote">Also ehrlich gesagt: Da ich selber nicht studiert habe, habe ich es nur so m&auml;&szlig;ig mit Fremdworten und wir haben uns auch schon dar&uuml;ber unterhalten, was das Wort Duktus eigentlich hei&szlig;t und sind &uuml;ber eine Bedeutung in der Klassik darauf gekommen, die aber auch nur soviel hei&szlig;t wie &#187;Style&#171;. Was hei&szlig;t Diskurspop? Nat&uuml;rlich setzt man sich mit etwas auseinander und sicherlich auch mit Innensichten, die man wieder auf die Gesellschaft beziehen kann. Aber ehrlich gesagt mag ich diese Ebene nicht. &Uuml;ber die k&ouml;nnen gerne Leute schreiben, aber auf der Ebene unterhalte ich mich nicht so gerne &uuml;ber die Musik.</p>
<p>Ihr habt nicht nur eine MySpace-Seite, sondern auch Videos bei YouTube und Ihr <a href="http://twitter.com/voltaire_" title="Link zum Twitter-Account von Voltaire">twittert</a>. Nutzt Ihr diese Kan&auml;le auch zur Imagebildung? F&uuml;r Eure Marke?</p>
<p class="blockquote">Im Prinzip wird ja alles, was &ouml;ffentlich ist, darauf bezogen, was du machst, auf die Musik. Insofern kann man nat&uuml;rlich schon von dem Gedanken des K&uuml;nstlers als Gesamtkunstwerk sprechen. Da wir aber nicht mehr in Zeiten leben, und sicher hat das auch mit unserem Status zu tun, dass du diesen Abstand hast, dass du eine Promoagentur hast, die irgendwelche Skandale f&uuml;r dich fingiert, und der Twitter-Account st&auml;ndig f&uuml;r jeden sichtbar ist, wird so etwas nat&uuml;rlich auch herangezogen, wie ja jetzt gerade auch. Und nat&uuml;rlich ist es dann auch imagebildend. Aber wir versuchen dadurch auch einfach, ein St&uuml;ck nahbarer zu sein.</p>
<p>Wenn man sich bei Euren Fotos auf MySpace die Kommentare anschaut, k&ouml;nnte man meinen, Eure Fans seien fast ausschlie&szlig;lich weiblich und unter 20.</p>
<p class="blockquote">Nein, aber das sind vielleicht die einzigen, die Kommentare zu Fotos schreiben.</p>
<p>Du hast <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Annette_Humpe" title="Link zu Wikipedia">Annette Humpe</a> getroffen, die Dir zwar eine &#187;Wahnsinnsstimme&#171; bescheinigt, aber auch gesagt hat, dass Du Dich in Deinen Texten zu sehr abgrenzt, Dich nicht traust, zu sagen, was Sache ist. Traust Du Dich heute?</p>
<p class="blockquote">Ich sehe das schon so, ja. Ich habe mit ihr lange nicht mehr gesprochen und das Gespr&auml;ch ist jetzt auch schon zwei, drei Jahre her, das war relativ kurz, nachdem unsere erste Platte rauskam. Die neue Platte ist sehr viel konfrontativer geworden, deswegen sehe ich das schon so. Aber ich arbeite nat&uuml;rlich weiter daran.</p>
<p>Um so zu reagieren, muss man sich die Kritik ja schon zu Herzen nehmen.</p>
<p class="blockquote">Ich habe sie mir deswegen zu Herzen genommen, weil es in mir was getroffen hat und ich was damit anfangen konnte. Ich nehme mir ja nicht jede Kritik zu Herzen und w&uuml;rde mir auch nicht per se von einer Annette Humpe was sagen lassen, weil sie Annette Humpe ist, sondern, weil ich etwas verstanden habe. Es ab aber genauso auch andere Erlebnisse und andere Leute, die mich da weitergebracht haben.</p>
<p>Eure Musik, Eure Texte, auch auf dem zweiten Album klingen Voltaire eher nachdenklich, manchmal sogar w&uuml;tend. Woher kommt das?</p>
<p class="blockquote">Tja, woher kommt das? Aus dem Leben. Das kann ich schwer beantworten. Das ist so eine Frage wie: &#187;Sag mal, woher kommt denn das, dass du immer so Fragen stellst, dass du so und so guckst, dass du so bist?&#171; Das ist schwer zu beantworten.</p>
<p>Das hei&szlig;t aber, Texte und Musik sind schon ein Abbild von Dir?</p>
<p class="blockquote">Sie sind ein Abbild einer bestimmten Gef&uuml;hlslage von mir, ja. Leute, die mich kennen, werden mich nicht prinzipiell als wutschnaubenden Egomanen kennen. Aber die Wut, nicht der Egomane, ist einfach eine Seite, die viel in der Musik rausgelassen wird.</p>
<p>W&auml;re denn eine fr&ouml;hliche Voltaire-Platte denkbar?</p>
<p class="blockquote">Vielleicht irgendwann mal. Ich will niemals, niemals irgendwas ausschlie&szlig;en, weil ich keine Lust habe, zweimal dasselbe zu machen.</p>
<p>Ich war im letzten Jahr in der <a href="http://www.moritzbastei.de/site/startseite/index.php" title="Link zur Moritzbastei">Moritzbastei</a> in Leipzig, wo Ihr am 19. Mai auch auftretet, bei einem Konzert von Herrenmagazin. Die haben vor 50, vielleicht 80 Leuten gespielt. Kommt Dir das bekannt vor?</p>
<p class="blockquote">Klar.</p>
<p>Wieviel &Uuml;berwindung geh&ouml;rt dazu, an einem solchen Abend trotzdem gut zu sein?</p>
<p class="blockquote">Eigentlich hast du es nur halb in der Hand, weil es viel damit zu tun hat, in was f&uuml;r einer Stimmung du bist und in was f&uuml;r einer Stimmung die Leute sind. Wenn du eine gewisse Grundenergie vom Publikum zur&uuml;ckbekommst, ist es nat&uuml;rlich leichter, ein gutes Konzert zu spielen. Eigentlich muss man ehrlicherweise sagen, und je mehr ich diese Konzerte mache, desto mehr werde ich mir dessen auch bewusst dass man etwas macht, f&uuml;r das man eine Energie braucht, die man alleine nicht aufbringen kann.</p>
<p>Es klingt fast ein bisschen entt&auml;uscht, dass das so ist.</p>
<p class="blockquote">Ach, man k&ouml;nnte diesem Gedanken weiter fr&ouml;nen, den ich inzwischen aber auch f&uuml;r ziemlich naiv halte, von dem K&uuml;nstler, der immer hundert Prozent gibt und der immer perfekt ist. Ich glaube, wenn man immer perfekt ist, dann ist man tot.</p>
<p>Nur mal angenommen, es klappt nicht mit der gro&szlig;en Musikkarriere. Gibt es einen Plan B?</p>
<p class="blockquote">Nein, nicht wirklich. Ich mache ja musikalisch einige Sachen, ich habe diese Platte jetzt selbst produziert, m&ouml;glicherweise kommen dadurch ja auch Sachen rein. Als Songwriter mache ich mir allm&auml;hlich auch einen Namen und ich kann mir nicht vorstellen, etwas anderes als Musik zu machen.</p>
<p><small>Foto: &copy; Katja Velmans&nbsp;/&nbsp;Voltaire</small></p>
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		<title>&#187;Ich bin die Hure von Microsoft&#171;</title>
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		<pubDate>Thu, 20 Nov 2008 18:24:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Trotzendorff</dc:creator>
				<category><![CDATA[Interviews]]></category>
		<category><![CDATA[Browser]]></category>
		<category><![CDATA[Interview]]></category>

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		<description><![CDATA[<img src="http://www.trotzendorff.de/wp-content/uploads/interviews.gif" width="7" height="9" alt="" title="Interviews" /><br/>Nach wie vor ist der Internet Explorer der meistgenutzt [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<img src="http://www.trotzendorff.de/wp-content/uploads/interviews.gif" width="7" height="9" alt="" title="Interviews" /><br/><p><img src="http://www.trotzendorff.de/wp-content/uploads/2008/11/beichte.jpg" alt="" title="Beichte" width="300" height="200" class="alignnone size-full wp-image-412 bildschatten" />Nach wie vor ist der <a href="http://www.microsoft.com/austria/windows/ie/download/default.mspx/" title="Link zu Microsoft">Internet Explorer</a> der meistgenutzte Browser der Welt. Selbst durch regelm&auml;&szlig;ig entdeckte Sicherheitsl&uuml;cken wackelt sein Thron nur, aber er steht. Nun traut sich ein IE-Fan an die &Ouml;ffentlichkeit, wenn auch anonym. Nils Severin (Name ge&auml;ndert) spricht mit Trotzendorff &uuml;ber sein Faible f&uuml;r Redmond, Sicherheitsl&uuml;cken, Open Source und mitleidige Blicke.<span id="more-411"></span><br />&nbsp;<br />Trotzendorff: Sie schw&ouml;ren seit Jahren auf den Internet Explorer. Irgendwann schonmal eine Alternative ausprobiert?</p>
<p class="blockquote">Nils Severin: Das mag ignorant klingen, aber: Nein. Zumindest nicht bei der privaten Nutzung, wo ich die Wahl habe. Alternativen kommen f&uuml;r mich nicht in Frage, weil ich mit dem Internet Explorer vollkommen zufrieden war und bin.</p>
<p>&nbsp;<br />Sie verteidigen dieses Produkt ja auch gerne gegen Kritik. Wann sind Sie das letzte Mal &ouml;ffentlich f&uuml;r Ihre &Uuml;berzeugung beschimpft worden?</p>
<p class="blockquote">Noch nie. Ich ernte zwar gelegentlich Kopfsch&uuml;tteln von engagierten Firefox&#8209;, Opera&#8209; oder Safari-Anh&auml;ngern. Denen vom Internet Explorer vorzuschw&auml;rmen ist ein bisschen, als w&uuml;rde man vor einem Kegelclub stehen und erz&auml;hlen, dass man keinen Alkohol mag. Es gibt dann mitleidige Blicke, aber keine Beschimpfungen. Wenn, dann beschimpfe ich mich selbst. Ich gebe offen zu: Ich bin die Hure von Microsoft.</p>
<p>Ist man die st&auml;ndige Kritik nicht irgendwann leid?</p>
<p class="blockquote">Damit komme ich gut klar. Denn ich habe, neben den St&auml;rken des Internet Explorers, noch ein gutes Argument auf meiner Seite: Vielen Computernutzern geht es bei Betriebssystem, Browser oder Mailprogramm schlicht darum, dass sie einfach zu bedienen sind und verl&auml;sslich funktionieren. Das ist keine Glaubensfrage. So ist es f&uuml;r mich auch. Obwohl es nat&uuml;rlich Spa&szlig; macht, in der Nerd-Community der Irre zu sein, der Microsoft preist. Ich schw&ouml;re auch auf das MS Office und auf Outlook. Die MS-Office-Programme sind meiner Ansicht nach der beste Beweis f&uuml;r die &Uuml;berlegenheit Microsofts. Diese Firma ist ja nicht durch ein Naturgesetz zum Monopolisten geworden, sondern weil sich eben ihre Produkte durchgesetzt haben. Das hat nicht Bill Gates gemacht, sondern die Kunden haben entschieden.</p>
<p>&nbsp;<br />Der Internet Explorer ist eigentlich nicht mehr als eine einzige gro&szlig;e Sicherheitsl&uuml;cke. Ich nehme mal an, Sie machen es sich einfach und speichern keine privaten Daten auf Ihrem Rechner?</p>
<p class="blockquote">Doch, ich bin so wagemutig. Und ich hatte noch nie Probleme mit Viren, Trojanern oder sonstigen Attacken. Zudem halte ich es da in der virtuellen Welt wie in der echten: Wenn man &uuml;berall Gefahren wittert, wird man irre. Man sollte nat&uuml;rlich in einem vern&uuml;nftigen Ma&szlig;e vorsichtig sein, aber man kann sich nie hundertprozentig sch&uuml;tzen. Auf st&auml;ndige Updates, Backups und Addons habe ich keine Lust. Wenn es meinen Rechner erwischt, sind ein paar Sachen eben futsch. Aber bisher ist das noch nie passiert. Auch ohne dass ich jeden Abend ein Sto&szlig;gebet an Bill Gates schicken muss.</p>
<p>&nbsp;<br />Selbst der neueste Internet Explorer zeigt Internetseiten oft zerschossen an. Macht da surfen noch Spa&szlig;?</p>
<p class="blockquote">Meine Erfahrung sieht anders aus: Die meisten Seiten sind f&uuml;r den Internet Explorer optimiert, weil das der Browser ist, den die meisten User verwenden. Zerschossene Seiten erlebe ich deshalb eher mit anderen Browsern, wenn ich diese notgedrungen einmal verwenden muss.</p>
<p>&nbsp;<br />Die aktuelle Version 7 besteht den <a href="http://www.webstandards.org/action/acid2/" title="Link zu webstandards.org">Acid2-Test</a> nicht, die Beta-Version des IE 8 scheiterte beim <a href="http://www.webstandards.org/action/acid3/" title="Link zu webstandards.org">Acid3-Test</a>. Microsoft verweigert sich also ganz klar Webstandards. Wann verweigern Sie sich Microsoft?</p>
<p class="blockquote">Ich habe keine Ahnung, was ein Acid-Test ist. Und ich bin gegen Drogen.</p>
<p>&nbsp;<br />F&uuml;r mich wirkt das Surfen mit dem Internet Explorer immer wie Fahren im Stau. Nicht auch mal Lust, Gas zu geben?</p>
<p class="blockquote">Isch aabe gar kein Auto. Aber im Ernst: Mit der Geschwindigkeit des Internet Explorers bin ich v&ouml;llig zufrieden. Zumal meine Nutzergewohnheiten ohnehin eher so sind, dass ich l&auml;nger auf einer Seite bleibe und nicht st&auml;ndig hin und her surfe. Ob sich diese Seite dann in 1,4 oder 0,8 Sekunden aufbaut, ist mir v&ouml;llig schnuppe.</p>
<p>&nbsp;<br />Kommen wir zum Thema Open Source?</p>
<p class="blockquote">Blo&szlig; das nicht!</p>
<p>Microsoft str&auml;ubt sich nach wie vor gegen dieses &mdash; in anderen F&auml;llen &auml;u&szlig;erst erfolgreiche &mdash; Konzept. Keine Community, kein Leben, k&ouml;nnte man meinen. Ist der Internet Explorer also ein totes, seelenloses Produkt?</p>
<p class="blockquote">Ich erwarte von einem Browser keine Seele. Mir ist auch egal, wie lebendig Microsoft ist &mdash; solange die Leute dort noch genug Vitalit&auml;t haben, um brauchbare Programme auf den Markt zu bringen. In der Tat ist die Open-Source-Politik aber fragw&uuml;rdig. Ich verstehe, wenn ein Unternehmen sein geistiges Eigentum nicht verschenken will. Andererseits k&ouml;nnte vielleicht auch Microsoft &mdash; und vor allem seine Kunden &mdash; profitieren, wenn es sich f&uuml;r das Konzept &ouml;ffnen w&uuml;rde. Aber zu sagen: Das haben wir uns ausgedacht (oder aber: Das haben wir gekonnt geklaut und zu einem Welterfolg gemacht), und daf&uuml;r wollen wir auch bezahlt werden &mdash; das ist legitim. Au&szlig;erdem macht es die Sache f&uuml;r Entwickler einfacher, wenn sie ihre neuen Seiten nicht f&uuml;r zig Browser oder tausende Versionen optimieren m&uuml;ssen. Wer f&uuml;r den Internet Explorer programmiert, hat schonmal einen gro&szlig;en Teil der Web-Kundschaft abgedeckt.</p>
<p>&nbsp;<br />Microsoft wird immer wieder Missbrauch seiner marktbeherrschenden Stellung vorgeworfen, da es den Internet Explorer an das Windows-Betriebssystem bindet. Wie f&uuml;hlt man sich als Kunde eines Unternehmens mit einer solchen Firmenpolitik?</p>
<p class="blockquote">Gut. F&uuml;r mich macht das Sinn. Wie gesagt: Ich m&ouml;chte ein praktikables Betriebssystem und einen funktionierenden Browser, die Kombination aus Windows und dem Internet Explorer bietet mir das. Dass Unternehmen wachsen wollen, ist normal. Das gilt f&uuml;r Microsoft genauso wie f&uuml;r all seine Konkurrenten. H&auml;tten die zur selben Zeit so gute Produkte auf den Markt gebracht und das Ganze so gut vermarktet wie Microsoft, dann w&auml;ren sie heute in einer so starken Position. Vielleicht werden sie es in Zukunft tun. Mir geht es nicht um eine Vormachtstellung, sondern um m&ouml;glichst innovative und praktikable L&ouml;sungen f&uuml;r die User. Wenn die jemand anders hat und sich damit durchsetzt: auch gut.</p>
<p>&nbsp;<br />Gerade Firefox-Nutzer schw&auml;rmen ja von all den M&ouml;glichkeiten, etwa durch Plugins den Browser zu individualisieren und zu perfektionieren. Ganz ehrlich: Schaut man da nicht neidisch aus der W&auml;sche?</p>
<p class="blockquote">Individualisieren? Solche Leute h&auml;ngen sich wahrscheinlich auch einen Fuchsschwanz an die Antenne oder malen ihr Handy an. Da h&auml;lt sich mein Neid in Grenzen.</p>
<p><small>Foto: <a href="http://www.istockphoto.com/" title="Link zu iStockfoto">iStockfoto</a></small></p>
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