Ich weiß, Stefan Niggemeier hat auf der re:publica’09 bemängelt, dass zu wenige Blogs in Deutschland eigenen Content liefern. Und ganz Unrecht hat er damit ja auch nicht. Ich aber habe eine Ausrede, warum ich über die re:publica nicht mehr ausufernd schreiben mag: Ich hab das schon getan. Die zwei Tage, die ich in Berlin war, habe ich für news.de berichtet und da unter anderem der @babylonier einen Bericht gefordert hatte, bleibt mir nur noch, dass Geschriebene hier nochmal feilzubieten. Nach dem Vorbericht »Im Mainstream angekommen« habe ich mir am Mittwoch zwei überwiegend enttäuschende Podiumsdiskussionen angesehen, wobei das Wort Diskussion hier schon diskussionswürdig gewesen wäre. Eine zur Lage deutscher Blog (»Quo vadis, Blogosphäre?«) und eine zum Medienwandel (»Tote Zeitung contra überfordertes Internet«). Ansonsten war Tag 1 vom Ausfall des Internets geprägt, was bis zum Ende des zweiten Tages so blieb. Klar, dass das eine Rolle im Interview spielen sollte, dass ich am Donnerstag mit Johnny Haeusler geführt habe, ein entspanntes und ehrliches Gespräch mit interessanten Aussagen: »Wir müssen einen stärkeren Fokus setzen«. Und dann mein liebstes Thema und auch eine der spannendsten Diskussionen in Berlin: Jugendliche und das Internet (»Kaum jemand weiß, was ich im Netz mache«). Am Ende des zweiten und für mich letzten Tages blieben mir ein Poken, viele spannende Begegnungen und Gespräche sowie zwei beeindruckende Vorträge von Peter Glaser (»In was für einer digitalen Gesellschaft wollen wir leben?«, nachzulesen in seinem Weblog der Stuttgarter Zeitung) und »Society 2.0 — What free culture is teaching politics, business, and culture about how creativity flourishes« von CC-Erfinder Lawrence Lessig. Vor beiden kann ich mich nur verbeugen. Tag 3 hat die Kollegin Denise Peikert übernommen und dieses schöne Stück zu bloggenden Frauen geschrieben: »Bloggerinnen ohne Stimme«. Wir beide scheinen uns einig zu sein, dass die Diskussionskultur der re:publica eindeutig einen Schub verdient hat. Dennoch: Zwei schöne Tage und am Ende natürlich viel zu kurz. Und vor allem: Keine reine Selbstbeweihräucherung der Alpha-Blogger, wie befürchtet, von einigen Ausnahmen einmal abgesehen. Das enttäuschende Fazit der Frankfurter Allgemeinen (»Die Bloggerrepublik kreist weiter um den eigenen Bauchnabel und gefällt sich dabei, ihn für die Öffentlichkeit zu halten.«) kann ich daher gar nicht teilen. Da scheint jemand nicht richtig da gewesen zu sein.
Foto: flickr | Daniel Seiffert für die re:publica unter dieser CC-Lizenz









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