Bürokram
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Katz & Goldt
 
Digipop 
Von jetzt an kann ich auch mit Links | 06/06/2009
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The Web
Foto: flickr | laihiu (CC)

Ich habe eine ganze Zeit lang überlegt, ob ich einen Service wie Delicious überhaupt brauche, wofür ich ihn brauchen könnte, und wie oft. Social Bookmarking, eigentlich eine schicke Sache. Aber nur für mich selbst? Sowieso nicht. Für andere? Ja, schon, aber vor allem, seit es Twitter gibt, kann man Links doch viel schneller und effektiver durchs Netz schicken. Doch Delicious kann mehr, es bietet mehr Platz, es bietet Verschlagwortung, und genauso wie Twitter eben ein Kommunikationskanal mehr ist, ist es Social Bookmarking auch. So ein Account ist ja auch schnell angelegt, die ersten Links sind schnell gefunden. Ich aber hatte von Anfang an vor, Delicious mit meinem Blog zu verknüpfen. Der Wunsch: Ein täglicher Blogpost aus meinen gesammelten Links. Wenn ich mal geahnt hätte, dass das nicht so einfach ist.
 
Schritt 1: Delicious bietet selbst einen Service an, mit dem das möglich sein soll, der aber wird als »experimental feature« angepriesen. Es gibt jedoch nicht wenige, die behaupten, er funktioniere. Also: trotzdem probiert und auf die Nase gefallen. Denn es wird zwar ein Artikel generiert, auch halbwegs zur gewünschten Uhrzeit (Delicious scheint ein Faible für das akademische Viertel zu haben), die Sache hat jedoch zwei gewaltige Haken. Der erste ist die Überschrift, die mit »links for 2009–06–05« in etwa so viel Charme hatte wie Achichweißnichtwas. Der zweite war die Formatierung. Schlicht und einfach verhunzt. Von sauberem HTML mal abgesehen.
 
Schritt 2: Es muss doch ein WordPress-Plugin geben, dass genau das kann, was ich will. Es gibt doch sonst für jeden Scheiß Plugins oder Widgets. Allein die Suche nach etwas passendem dauerte in etwa zwei Stunden, den ein oder anderen Fehlschlag inbegriffen. Auf einem guten Dutzend Seiten werden wunderschöne Plugins angeboten, mit denen man seine Artikel bei Delicious unterbringt, den umgekehrten Weg aber scheint kaum jemand zu kennen.
 
Schritt 3: Einen Schritt zurücktreten, tief durchatmen und nochmal Google fragen. Entdecken, dass Treffer 3 ein Plugin mit dem Namen »Postalicious« ausspuckt, von dem behauptet wird, es könne das, was ich suche. Plugin runterladen, hochladen, aktivieren. Fehlermeldung bestaunen. Denn: Postalicious benötigt, bevor es aktiviert werden kann, ein weiteres Plugin, und zwar »SimplePie Core«: »This plugin does absolutely nothing except load the core SimplePie library so that all other plugins that utilize SimplePie can all share the same up-to-date version. It also helps minimize potential conflicts between SimplePie-powered plugins.«
 
Schritt 4: SimplePie Core runterladen, hochladen, aktivieren. Fehlermeldung bestaunen. Denn: SimplePie Core ist ein kleines, speicherhungriges Monster, das zumindest bei mir zu der schönen Meldung »Fatal error: Allowed memory size [...] exhausted« führte. Das Problem: zu wenig Speicher (festgelegt wird der in der Datei php.ini). Und das, obwohl dieser Wert bei mir schon auf 32M gesetzt war. Ein Anruf bei meinem Hoster mit der Bitte, den Wert hochzusetzen, hätte also auch nichts gebracht. Unabhängig davon, dass ich den Freitag Nacht wahrscheinlich ohnehin nicht erreicht hätte. Ausgereizt wird der Speicher bei WordPress hauptsächlich durch Plugins, man könnte also auch alle Plugins deaktiveren und dann erst die beiden gewünschten und danach alle anderen Plugins wieder aktivieren. Es war aber schon spät und WordPress knöterig, geklappt jedenfalls hat auch das nicht. Es gibt jedoch einen einfachen Trick.
 
Schritt 5: FTP-Programm starten, die Datei wp-config.php editieren und die Zeile »define (’WPLANG’, ’de_DE’);« wie folgt umschreiben: »define (’WPLANG’, ’’);«. Das stellt WordPress zwar auf englisch um, zumindest bei mir aber war jetzt genügend Speicher frei, um beide Plugins aktivieren zu können. Warum? Ich habe keinen blassen Schimmer.
 
Schritt 6: Das Plugin Postalicious kann tatsächlich, was ich gesucht habe. Es bietet alle Möglichkeiten der Formatierung des Posts, inklusive Überschrift, Vorspann, Formatierung der Links und so weiter. Und es ist pünktlich. Schwere Geburt. Aber: Von jetzt an kann ich auch mit Links. Wollte ich schon immer können.

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    Kommentare
  1. ph | 07/06/2009 um 13:30

    hey, hey, hey!
    Super Sache das!

    Ich hatte es auch mit dem Delicious-Feature versucht. Und fand es ebenso scheußlich. Werde Deine Lösung mal ausprobieren. Besten Dank!

  2. Trotzendorff (@) | 11/06/2009 um 16:12

    Scheußlich ist das treffende Wort. Würde mich freuen, wenn’s klappt. Sag doch mal Bescheid.

  3. Paddel | 29/04/2010 um 10:16

    Ich habe bisher nur schlechte Erfahrungen mit Delicious gemacht…Weiss nich werde deine Tipps mal berücksichtigen!!! Bin aber eher skeptisch.


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