Bürokram
Musen sollen gefälligst aufhören mich zu küssen.
Die sollen den Bürokram machen.
Katz & Goldt
 

Archiv für April 2009

Unterwegs 
Der letzte Sonnenuntergang | 06/04/2009
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Brighton BeachBrighton, einst stolzes Strandbad an der Kanalküste, –0° Grad 09' Minuten westlicher Länge und 50° Grad 50' Minuten nördlicher Breite, heute zwar noch weiß und türkis gestrichen, die großen Jahre aber sind vorbei. Als Verlängerung der Old Steine versucht der Palace Pier, ein wenig Glamour hierherzubringen, der West Pier aber, einen knappen Kilometer weiter den Strand hinauf, spricht eine klare Sprache, nur noch das gusseiserne Skelett ragt aus den Wellen, zusammengehalten von Kot der Möwen, hoffend aus das letzte Bisschen Denkmalschutz. An manchen Abenden kann man auf diesem Stück zwischen Gestern und Heute die Apokalypse erleben, den letzten Sonnenuntergang — windzerzaust und staunend. Als sei man der letzte Mensch auf der Welt.
 
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Unterwegs 
Berlin, Reinhardtstraße | 05/04/2009
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ReinhardtstraßeOrt: Berlin, Reinhardtstraße 20
Bunker, Sammlung Boros
Maps: 52.523430, 13.384200
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

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Digipop 
Zwei Drittel re:publica | 05/04/2009
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re:publica'09Ich weiß, Stefan Niggemeier hat auf der re:publica’09 bemängelt, dass zu wenige Blogs in Deutschland eigenen Content liefern. Und ganz Unrecht hat er damit ja auch nicht. Ich aber habe eine Ausrede, warum ich über die re:publica nicht mehr ausufernd schreiben mag: Ich hab das schon getan. Die zwei Tage, die ich in Berlin war, habe ich für news.de berichtet und da unter anderem der @babylonier einen Bericht gefordert hatte, bleibt mir nur noch, dass Geschriebene hier nochmal feilzubieten. Nach dem Vorbericht »Im Mainstream angekommen« habe ich mir am Mittwoch zwei überwiegend enttäuschende Podiumsdiskussionen angesehen, wobei das Wort Diskussion hier schon diskussionswürdig gewesen wäre. Eine zur Lage deutscher Blog (»Quo vadis, Blogosphäre?«) und eine zum Medienwandel (»Tote Zeitung contra überfordertes Internet«). Ansonsten war Tag 1 vom Ausfall des Internets geprägt, was bis zum Ende des zweiten Tages so blieb. Klar, dass das eine Rolle im Interview spielen sollte, dass ich am Donnerstag mit Johnny Haeusler geführt habe, ein entspanntes und ehrliches Gespräch mit interessanten Aussagen: »Wir müssen einen stärkeren Fokus setzen«. Und dann mein liebstes Thema und auch eine der spannendsten Diskussionen in Berlin: Jugendliche und das Internet (»Kaum jemand weiß, was ich im Netz mache«). Am Ende des zweiten und für mich letzten Tages blieben mir ein Poken, viele spannende Begegnungen und Gespräche sowie zwei beeindruckende Vorträge von Peter Glaser (»In was für einer digitalen Gesellschaft wollen wir leben?«, nachzulesen in seinem Weblog der Stuttgarter Zeitung) und »Society 2.0 — What free culture is teaching politics, business, and culture about how creativity flourishes« von CC-Erfinder Lawrence Lessig. Vor beiden kann ich mich nur verbeugen. Tag 3 hat die Kollegin Denise Peikert übernommen und dieses schöne Stück zu bloggenden Frauen geschrieben: »Bloggerinnen ohne Stimme«. Wir beide scheinen uns einig zu sein, dass die Diskussionskultur der re:publica eindeutig einen Schub verdient hat. Dennoch: Zwei schöne Tage und am Ende natürlich viel zu kurz. Und vor allem: Keine reine Selbstbeweihräucherung der Alpha-Blogger, wie befürchtet, von einigen Ausnahmen einmal abgesehen. Das enttäuschende Fazit der Frankfurter Allgemeinen (»Die Bloggerrepublik kreist weiter um den eigenen Bauchnabel und gefällt sich dabei, ihn für die Öffentlichkeit zu halten.«) kann ich daher gar nicht teilen. Da scheint jemand nicht richtig da gewesen zu sein.
 
Foto: flickr | Daniel Seiffert für die re:publica unter dieser CC-Lizenz

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