Bürokram
Musen sollen gefälligst aufhören mich zu küssen.
Die sollen den Bürokram machen.
Katz & Goldt
 

Archiv für Februar 2009

Digipop 
Nofollow? Och nö … | 09/02/2009
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NofollowWenn ich in die Statistik meines Blogs schaue, das gerade einmal seit gut fünf Monaten online ist, ergibt sich ein klares Bild: Etwa ein Drittel der Kommentare sind Spam, als solcher markiert und damit gelöscht. Zumindest auf den ersten Blick klingt das einfach. Doch Worpress — das CMS, mit dem dieses Blog läuft — lässt mich nicht in jedem Fall entscheiden, was ich für unerwünschte Werbung halte und was nicht. Die Verlinkungen etwa, die Kommentatoren hinterlassen, auf ihre oder fremde Webseiten, stuft WordPress automatisch selbst ein und verpasst ihnen das Attribut »nofollow«. Was das ist? Das zeigt ein kurzer Auszug aus Wikipedia:

»Das ›nofollow‹-Wert für das rel-Attribut wurde 2005 von Google eingeführt und nahezu gleichzeitig von allen großen Suchmaschinen (Yahoo, MSN) übernommen. Es soll dazu dienen, Spam zum Beispiel in Internetforen und Weblogs zu vermeiden. Viele Spammer versuchen, durch häufige Platzierung von Links auf die von ihnen beworbenen Webseiten ihre Linkpopularität bzw. ihren PageRank-Wert nach vorne zu bringen und dadurch die Position ihrer Website innerhalb der Suchergebnisse bei Suchmaschinen zu verbessern (Suchmaschinen-Spamming). Da derartige Links unerwünscht sind, wird an vielen Orten, an denen Besucher Links hinzufügen können, zu allen Links automatisch das rel="nofollow"-Attribut hinzugefügt. Die so markierten Links sind aus Sicht der Suchmaschinen praktisch nicht existent.«

Bisher hatte ich mich mit dem nofollow-Attribut noch nicht beschäftigt, ich wusste noch nicht einmal, dass es existiert. Und mit meinem Spam bin ich dank anderer Mittel gut zurechtgekommen, dafür brauche ich es sicher nicht. Da lautet eine naheliegende Frage doch: Wozu dient dieses Attribut denn dann? Was könnte wirklich hinter nofollow stecken? Eine mögliche Antwort bietet no-nofollow.net:

»Es ist ein offenes Geheimnis: die Suchmaschinen sind durchtränkt von Blogs in den ersten Suchresultaten. Der Grund liegt auf der Hand. Blogs werden häufig verlinkt und machen dies untereinander stets mit passenden Linktexten. Das A und O für ein gutes Ranking innerhalb der Suchmaschinen. Ausserdem verwenden viele Blogs ModRewrite und dadurch eine schöne (von Suchmaschinen heissgeliebte) URL. Die Blogs in den vorderen Rängen könnten vielen Suchmaschinen ein Dorn im Auge sein. Man gibt ihnen somit ein hübsches Attribut, verkauft dieses als Lösung für alle Spam-Probleme und schafft sich somit die Blogs aus dem Ranking. Die Blogger katapultieren sich sogar selbst raus! Welch genialer Plan!«

Ob das gleich schon die ganze Wahrheit ist oder nicht, die Antwort darauf, ob ich etwas mit nofollow am Hut haben will, ist ein klares Nein. Doch wie werde ich den fiesen Möpp wieder los? In den WordPress-Dateien für meine Kommentare habe ich nichts gefunden, zumindest nicht auf den ersten Blick. Doch an anderer Stelle schon.
 
Eine Möglichkeit zeigt beispielsweise toscho auf. Eine zweite, zumindest für WordPress, sind Plugins. Es gibt davon eine ganze Menge, ich habe mich am Ende für »NoFollow Free« entschieden. Und das aus zwei Gründen: Zunächst funktioniert es, und das auch noch ganz einfach. Grundvoraussetzung. Dann kann ich ziemlich detailliert einstellen, wann ich das nofollow-Attribut haben möchte und wann nicht. Etwa, ob ein Kommentator erst eine gewisse Anzahl an Kommentaren geschrieben haben muss, bevor es entfernt wird. Oder, in welcher Sorte Links ich das Attribut entfernen möchte. Zuguterletzt kann ich auch noch eine Schlagwortliste erstellen, nach der Kommentare durchsucht werden. Findet das Plugin einen der Begriffe, wird das Attribut wieder eingefügt. Das werde ich zwar nicht brauchen, da ich eh jeden Kommentar (zumindest bei neuen Kommentatoren) vorsortiere, für andere aber ist es eine praktische Funktion.
 
Am Ende hilft dieses Plugin, Kommentare aus eine Ecke herauszuholen, in der ich sie nie haben wollte. Denn zwei Drittel meiner Kommentatoren sind keine Spammer und sollten auch nicht als solche behandelt werden. Ganz einfach. Auch von diesen Links lebt die Blogosphäre. Ach übrigens: Mr. Wong, wohl nicht ganz unwichtig für das Ranking für Blogs, hat anscheinend erst kürzlich alle Links auf nofollow umgestellt (Via Prometeo).
 
Via sazuan | Foto: flickr / irannis unter dieser CC-Lizenz

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Digipop 
Hey, hattest Du nicht mal ein Blog? | 08/02/2009
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PlinkyJeder, der mit Schreiben zu tun hat, kennt das Weißes-Papier-Phänomen, die leere Seite beziehungsweise — als Blogger — den leeren Post. Worüber bloß soll ich schreiben? Man will ja seine Leser auch nicht langweilen. Seit kurzem will Plinky genau dabei auf die Sprünge helfen, eine Webseite, die irgendwo zwischen Twitter und klassischen Blogs angesiedelt ist — kein richtiges Bloggen, aber doch mehr als 140 Zeichen. Das Prinzip: Plinky stellt Fragen, sogenannte Prompts, jeden Tag eine. Die erste am 23. November lautete: »Defend your vice«, verteidige dein Laster. Oder, am 24. Januar: »When did you realize you were an adult?« Dazwischen auch eher Schnarchiges: Welches wilde Tier würdest du gerne zu Hause halten, was würdest du mit 1000 Dollar machen, welches Buch hast Du nie zu Ende gelesen? Der Slogan »Hey, didn’t you use to have a blog« wird für mich sicher nicht wahr werden, ein Ersatz wird Plinky nicht. Doch das Konzept ist clever und könnte Spaß machen. Denn im besten Fall regt Plinky an, vielleicht in Zukunft mit noch mehr intelligenten Fragen. Und vor allem solchen, die man auch beantworten kann. Denn ganz ehrlich — wann ich das erste Mal das Internet benutzt habe, würde ich wirklich zu gerne selbst wissen.
 
Foto: Screenshot

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Digipop 
Zeitsprung Reisen — Wir bringen Sie weiter! | 08/02/2009
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TimetravelHerzlichen Glückwunsch zum Geburtstag, Jules Verne, der folgende Spot hätte ihnen mit Sicherheit gefallen: »Bisher war Reisen langweilig, teuer und gefährlich. Damit ist jetzt Schluss. Modernste Technik, ausgestattet mit einer ultrapräzisen, transistorgesteuerten Antriebstechnik und leistungsstarken Supraleitmagnetspulen öffnet zuverlässige Zeitfenster. Die luxuriöse Reisekapsel bringt Sie sicher und komfortabel an Ihr Ziel und wieder zurück. Reisen Sie mit uns durch die Zeit und erleben Sie den spektakulärsten Trip Ihres Lebens. Zeitsprung Reisen — Wir bringen Sie weiter!«
 
Video: Andreas Gaschka für die FH Mainz | Foto: Screenshot

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Medien 
15 Minuten Ruhm | 07/02/2009
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RuhmCharles Saatchi ist so etwas wie die Heuschrecke des Kunstmarkts. Ein medienscheuer Spekulant, der sich ebenso schnell auf Talente stürzt wie er sie wieder fallen lässt. Nicht selten hat der Galerist damit Erfolg gehabt, Damien Hirst oder Tracey Emin sind nur zwei Beispiele dafür, und so dürfte seine neue Idee zumindest bei Nachwuchskünstlern auf einiges Interesse stoßen. Sie heißt »Saatchi’s Best of British« und ist ein Ableger von Konzepten wie »Pop Idol« oder hierzulande »The next Uri Geller«. Saatchi sucht den Superkünstler und hat sich dafür die BBC als Partner ins Boot geholt, bis zum 29. März läuft noch die Bewerbungsfrist, im Herbst soll die Show ausgestrahlt werden. Wer am Ende noch steht, bekommt eine Ausstellung in St. Petersburg. Wichtigster Juror: Saatchi selbst. Warhols 15 Minuten Ruhm kehren in die Kunstwelt zurück — ein Kreis schließt sich.
 
»Jeder mit einem neuen kreativen Ansatz soll teilnehmen. Denn niemand kann wissen, wo der nächste Kunststar auftaucht«, sagt ausgerechnet der Mann, der genau das bis jetzt immer noch für sich in Anspruch genommen hat. Oder, nein, der für sich in Anspruch nahm, jemanden auftauchen lassen zu können, der dann zum nächsten Kunststar wurde. Nun gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder, Charles Saatchi hat genau diese Gabe verloren, die Gabe, den Markt zu dirigieren. Oder das genügt ihm nicht mehr. Vielleicht langweilt es ihn schlicht und einfach, all die Museen, Galeristen und nicht zuletzt Kunstkritiker nach seiner Pfeife tanzen zu lassen.
 
Möglich ist auch eine Mischung aus beidem. Denn Saatchi hat von vornherein ausgeschlossen, dass er selbst Stücke des Siegers kaufen würde. Das mag den zukünftigen Superkünstler enttäuschen, irgendwie bekommt der so ja nur den halben Saatchi-Stempel aufgedrückt. Vor allem aber könnte es ein Indiz dafür sein, dass Saatchi das Vertrauen in sich selbst verloren hat. Seine eigenen Entdeckungen zu verschmähen, passt so gar nicht ins Bild des visionären Zampanos. Wenn dem so ist, sinkt Saatchis Stern. Und »Saatchi’s Best of British« wäre so etwas wie das große Finale, die Supernova, der Abgesang auf den Maestro. Doch ganz gleich, ob der Superkünstler nun langfristig Erfolg haben wird oder nicht: Saatchi steht im Rampenlicht, dort, wo er nie hinwollte. Man wird das Gefühl nicht los, jetzt verheizt er sich selbst.
 
Foto: flickr / shoehorn99 unter dieser CC-Lizenz

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Medien 
Was macht die Schrift auf der Schachtel? | 05/02/2009
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TypotageBis vor wenigen Minuten wusste ich noch nicht einmal, dass es so etwas wie die Leipziger Typotage überhaupt gibt. Doch nicht nur das Programm unter dem Titel »Typografie und Verpackung – Was macht die Schrift auf der Schachtel?« klingt spannend (Zitat Fontwerk: »Vortragende sind keine der üblichen typografischen Verdächtigen, [...] was allerdings nicht minder interessant werden dürfte.«), auch die Ausstellung mit Karikaturen von Honoré Daumier, die gleichzeitig im Museum für Druckkunst eröffnet wird, ist sicherlich ein großes Vergnügen. Womit ich übrigens das Fontwerk auch noch dringend als Leseempfehlung ans Herz legen möchte.
 
Das Programm am 16. Mai:
09:00 Uhr Anmeldung der Teilnehmer
09:30 Uhr Begrüßung
09:45 Uhr Einführung: Klemens Ehrlitzer
10:00 Uhr Vortrag: Prof. Dr. Ulrike Herzau-Gerhardt
10:45 Uhr Vortrag: Beiersdorf AG (angefragt)
11:45 Uhr Vortrag: Olav Jünke
12:30 Uhr Vortrag: Armin Angerer
14:00 Uhr Vortrag: Prof. Dr. Christoph Häberle (angefragt)
14:45 Uhr Vortrag: Rainer Schneider
15:45 Uhr Vortrag: Julius Wiedemann
16:30 Uhr Vortrag: Hans-Georg Böcher (angefragt)
17:30 Uhr Abschlussdiskussion
 
Via @farbwolke & Fontwerk | Foto: Screenshot

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